Bachelorarbeit, 2013
71 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Ästhetik in den unterschiedlichen Disziplinen
2.1. Ästhetik in den Kunst- und Geisteswissenschaften
2.1.1. Die Ästhetik Baumgartens
2.1.2. Die Semiotische Perspektive Nelson Goodmans
2.1.3. Gabór Paáls integrativer Ansatz
2.1.4. Kunstphilosophie oder Kunsttheorie
2.1.5. Rasa als indische Ästhetik
2.2. Ästhetik in den Naturwissenschaften
2.2.1. Evolutionsästhetik
2.2.2. Experimentelle Ästhetik
2.2.3. Neuroästhetik
2.3. Zusammenfassung
3. Gewalt
3.1. Mediale Gewalt
3.2. Ästhetik des Hässlichen
3.3. Zusammenfassung
4. Ästhetik und mediale Gewalt
4.1. Ästhetik der Gewalt
4.2. Ästhetik des Horrors
4.3. Ästhetik der Zerstörung
4.4. Ästhetisierung von Gewalt
5. Zusammenfassung und Perspektiven
Die Arbeit untersucht die ästhetische Motivation hinter dem Konsum medialer Gewalt. Ziel ist es, durch die Analyse philosophischer, naturwissenschaftlicher und medienwissenschaftlicher Ansätze zu verstehen, wie Gewalt als ästhetisches Objekt wahrgenommen werden kann und welche Rolle die mediale Inszenierung dabei spielt.
2.1.2. Die Semiotische Perspektive Nelson Goodmans
Die semiotische Ästhetik beschäftigt sich mit der Untersuchung von Zeichen. Sie bedient sich dabei verschiedener sprachwissenschaftlicher Gegenstände wie, Konnotation, Denotation, Metaphern oder auch Smileys, die sich aus den sprachlichen Zeichen zusammensetzen und diesen eine ganz neue Bedeutung geben können (vgl. Metallinos 1998: 225). Nelson Goodman ist mit seinen symboltheoretischen Ansätzen zur Betrachtung von Ästhetik einer der Hauptvertreter der strukturalistischen semiotischen Ästhetik (vgl. Schmidt 2009: 60). In seinem Werk „Sprachen der Kunst“ (1995) versucht dieser eine Symbol- und Erkenntnisfunktion in den Künsten auszumachen (vgl. Spree 2003). Unter „Symbole“ versteht Goodman sowohl Wörter, Texte, Modelle und Karten, als auch Portraits und vieles mehr (vgl. Goodman 1995: 9). Zudem unterscheidet er in zwei Arten der Symbolisierung oder Bezugnahme. Die erste Form der Symbolisierung ist die Denotation. Denotation ist hier nicht als Bedeutungszuweisung eines Wortes oder sprachlichen Ausdrucks zu verstehen. Eine Form der Denotation ist die Repräsentation. Um zum Beispiel mittels eines Bildes einen Gegenstand repräsentieren zu können, muss keine Ähnlichkeit mit diesem bestehen. Ähnlichkeit ist für Goodman weder hinreichend noch notwendig für die Bezugnahme zum Gegenstand (vgl. ebd. 1995: 17). Goodman stellt fest, dass Künstler in ihren Kunstwerken einen Gegenstand nicht einfach nur kopieren, sondern dass eben jene Abbildung auch immer vom jeweiligen Blickwinkel, dem Symbolschatz, den jeder besitzt, beeinflusst wird: „Wenn wir einen Gegenstand repräsentieren, dann kopieren wir nicht solch ein Konstrukt oder eine Interpretation – wir stellen sie her“ (Goodman 1995: 20). Damit lässt sich die konstruktivistische Einstellung Goodmans erkennen. Die Welt wird für ihn anhand von Symbolen konstruiert. Dabei haben unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen auch einen unterschiedlichen Symbolfundus, anhand dessen sie ihre Welt rekonstruieren.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation zum Konsum medialer Gewalt und führt in die facettenreiche, wissenschaftliche Begriffswelt der Ästhetik ein.
2. Ästhetik in den unterschiedlichen Disziplinen: Dieses Kapitel vergleicht philosophische, naturwissenschaftliche und indische Perspektiven, um ein breites Verständnis ästhetischer Erkenntnisleistungen zu etablieren.
3. Gewalt: Hier wird der Gewaltbegriff lexikalisch und wissenschaftlich definiert und von Aggression sowie struktureller Gewalt abgegrenzt.
4. Ästhetik und mediale Gewalt: Dieses Kapitel verbindet die ästhetischen Theorien mit der medialen Aufbereitung von Gewalt und untersucht Inszenierungsformen wie Horror und Zerstörung.
5. Zusammenfassung und Perspektiven: Die Arbeit resümiert die theoretischen Erkenntnisse und diskutiert kritisch die Notwendigkeit weiterführender empirischer Forschung zur ästhetischen Gewaltmotivation.
Ästhetik, Mediale Gewalt, Erkenntnistheorie, Evolutionsästhetik, Neuroästhetik, Semiotik, Nelson Goodman, Gabór Paál, Rasa-Theorie, Ästhetisierung, Filmrezeption, Medienkompetenz, Horror, Zerstörung, Rezeptionsästhetik.
Die Arbeit analysiert die ästhetische Motivation, die Menschen dazu bewegt, gewalthaltige Medieninhalte zu konsumieren.
Die Arbeit spannt einen Bogen von philosophischen Grundlagentheorien über naturwissenschaftliche und kognitive Aspekte der Ästhetik bis hin zur spezifischen Ästhetisierung von Gewalt in modernen Medien.
Das primäre Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis darüber zu gewinnen, wie mediale Gewalt trotz ihres potenziell abstoßenden Charakters als "schön" oder "ästhetisch" rezipiert werden kann.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die interdisziplinäre Literatur aus Philosophie, Psychologie, Neurowissenschaften und Kommunikationswissenschaft zusammenführt und kritisch reflektiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Ästhetikbegriffs, eine Definition von Gewalt und die anschließende Synthese beider Felder in der medienwissenschaftlichen Analyse der Ästhetisierung von Gewalt.
Wichtige Begriffe sind unter anderem die "Ästhetik von unten", die "Rasa-Theorie", "Funktionslust", "Paradox der Hässlichkeit" sowie die "Ästhetisierung von Gewalt".
Die Rasa-Theorie dient als indisches ästhetisches Konzept, das hilft, die Verbindung zwischen künstlerischer Produktion und rezipientenseitigem Genuss ganzheitlich zu erklären.
Es beschreibt den Widerspruch, dass ästhetisch ansprechende Kunstwerke oft hässliche Inhalte thematisieren, was die Frage aufwirft, ob Schönheit ein notwendiger Maßstab für ästhetischen Wert ist.
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