Examensarbeit, 2018
65 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Bedingungs- und Klassenanalyse
3. Sachanalyse
3.1 Der Heldenbegriff als empty signifier
3.2 Entwicklung des Heldenbegriffs
3.3 Mittelalterliche Helden: Nibelungenlied und Iweinroman
4. Didaktische Vorüberlegungen
4.1 Bildungsplanbezug
4.2 Relevanz und Bedeutung der Unterrichtseinheit
4.3 Überlegungen zur Zugänglichkeit der ausgewählten Inhalte
5. Überblick über den Aufbau der Unterrichtseinheit
5.1 Tabellarische Übersicht der Unterrichtseinheit
6. Darstellung der Unterrichtsstunden
6.1 Konzeption und Reflexion der Unterrichtsstunde 1: Vorstellungen von Heldentum
6.2 Überblick über die Stunden 2 und 3: Themen und Figuren des Nibelungenlieds
6.3 Konzeption und Reflexion der Stunde 4: Hagen – Bösewicht oder missverstandener Held?
6.4 Überblick über die Stunden 5-7: Das Heldenkonzept des Epos, Iwein – Held des Romans, Talkshow zum Thema „Wahre Helden“
6.5 Konzeption und Reflexion der Stunde 8: Alte und neue Helden
7. Fazit
Die Arbeit zielt darauf ab, den Heldenbegriff analytisch und reflexiv mit Schülerinnen und Schülern der siebten Klasse zu erschließen, indem mittelalterliche Heldenkonzeptionen erarbeitet und ihre Relevanz für das zeitgenössische Verständnis von Heldentum herausgestellt werden.
3.1 Der Heldenbegriff als empty signifier
Held ist ein Wort, das schillernd klingt, uns mit reichlich Pathos entgegentritt und in uns zahlreiche Vorstellungen weckt, von großen Taten und Tugenden, von Exorbitanz und Gewalt, von Ruhm, Ehre, Leid, Tod usw. Hinter dem Wort Held steht ein Begriff, der viel verspricht und gleichzeitig schwer greifbar ist, ein sprachliches Zeichen, das sich nicht „durch einen definiten Inhalt ausfüllen lässt, andererseits aber als regulative Idee unentbehrlich ist.“5 Der Begriff des Helden ist ein sogenannter empty signifier erster Güte – eine Art Platzhalter für einen sich dauernd wandelnden gesellschaftlich-kulturellen Diskurs, der trotz seiner inhaltlichen Redundanz über zeitliche und räumliche Grenzen hinweg als ‚Transportvesikel‘ von damit einhergehendem Enthusiasmus und als eine Art gemeinschaftlicher Ausgangs- und Orientierungspunkt dienen kann, auf den man sich verständigen und beziehen kann. Trotz bzw. gerade durch seine maximale Offenheit erzeugt der Begriff Held ein Gefühl der Einigkeit und des Verstehens. Auch wenn vielleicht niemand ganz genau sagen kann, was einen Helden eigentlich ausmacht, weiß jeder etwas mit dem Begriff anzufangen, fühlt sich durch ihn angesprochen und verbindet mit ihm die Ahnung einer inhaltlichen Fülle.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Heldenbegriffs in einer postheroischen Gesellschaft und begründet die Notwendigkeit, sich im Deutschunterricht mit literarischen Heldenentwürfen auseinanderzusetzen.
2. Bedingungs- und Klassenanalyse: Dieses Kapitel beschreibt die spezifischen Rahmenbedingungen der Lerngruppe 7x, einschließlich ihrer kognitiven und sozialen Voraussetzungen, die für die Planung der Unterrichtseinheit maßgeblich sind.
3. Sachanalyse: Hier erfolgt eine fachliche Fundierung des Heldenbegriffs, seiner Herkunft und Entwicklung sowie der spezifischen Heldenkonzepte des Nibelungenlieds und des Artusromans.
4. Didaktische Vorüberlegungen: Das Kapitel verknüpft die fachlichen Inhalte mit den curricularen Anforderungen des Bildungsplans und reflektiert die pädagogische Bedeutung sowie Methoden zur Erleichterung der inhaltlichen Zugänglichkeit.
5. Überblick über den Aufbau der Unterrichtseinheit: Es wird die Struktur der achtstündigen Einheit dargelegt, inklusive der übergeordneten Lernziele und einer tabellarischen Übersicht des zeitlichen Ablaufs.
6. Darstellung der Unterrichtsstunden: Dieser Teil bietet eine detaillierte Konzeption und Reflexion ausgewählter Schlüsselstunden (1, 4 und 8) sowie einen Überblick über die weiteren Unterrichtsstunden.
7. Fazit: Das Fazit resümiert den Erfolg der Unterrichtseinheit hinsichtlich der gesetzten Lernziele und reflektiert kritisch die Umsetzung sowie das Potenzial für zukünftige Unterrichtsplanungen.
Held, Heldentum, Nibelungenlied, Iweinroman, Mittelalter, Heldenbegriff, Literaturdidaktik, Heldenepos, Ritterideal, Popkultur, postheroische Gesellschaft, Deutschunterricht, Identitätsbildung, Heldenkonzeption, Identifikation
Die Arbeit dokumentiert und reflektiert eine Unterrichtseinheit für die siebte Klasse, die sich kritisch mit dem Begriff des Helden und verschiedenen Heldenkonzeptionen auseinandersetzt.
Zentrale Themen sind das Heldenbild des Mittelalters anhand von Epen und Romanen, der Wandel des Begriffs, die Rezeption in der heutigen Popkultur sowie die Frage nach modernen Vorbildern.
Das Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern ein differenziertes Verständnis des Heldenbegriffs zu vermitteln und sie zu einer kritischen Reflexion über Identifikationsangebote zu befähigen.
Es kommen literaturdidaktische Ansätze zur Anwendung, insbesondere die aspektorientierte Textanalyse und produktionsorientierte Verfahren wie Talkshows oder die Erstellung von Heldenplakaten.
Im Hauptteil werden neben einer theoretischen Sachanalyse die didaktischen Vorüberlegungen, der konkrete Aufbau der Unterrichtseinheit sowie die detaillierte Darstellung und Reflexion einzelner Unterrichtsstunden ausgeführt.
Zu den zentralen Begriffen zählen Held, Heldentum, Nibelungenlied, Literaturdidaktik, Heldenkonzeption und die Übertragbarkeit auf die moderne Lebenswelt.
Hagen ist eine kontroverse Figur, da er einerseits als Bösewicht wahrgenommen wird, aber innerhalb des heroischen Regelgefüges des Nibelungenlieds Eigenschaften zeigt, die ihn als Helden legitimieren.
Während der epische Held (z.B. Siegfried) oft als übermächtiger, in seinem Handeln finaler Kämpfer auftritt, ist der Romanheld (z.B. Iwein) fehlbar, entwicklungsfähig und orientiert sich an moralischen Werten.
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