Examensarbeit, 2017
74 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Familie, Keimzelle der Gesellschaft
2.1 Was ist Familie?
2.2 Familie und Kinderwunsch im Wandel der Zeit
2.3 Auswirkungen der gesellschaftlichen Entwicklung
2.3.1 Kinder sind „Kopfgeburten“
2.3.2 Steigende Kinderlosigkeit
2.3.3 Kinderwunsch und Heilserwartung
2.3.4 Gesellschaftliche Entwicklung zu Lasten der Kinder
3 Der unerfüllte Kinderwunsch
4 Mit der Kinderwunschbehandlung zum Wunschkind
4.1 Die künstliche Befruchtung: IVF und ICSI
4.2 Kryokonservierung und Gametenspende
5 Leihmutterschaft
5.1 Zum Begriff Leihmutter
5.2 Die Perspektive der Leihmutter
5.3 Die Perspektive der Wunscheltern
5.4 Die Perspektive der Kinder
6 Diskussion ausgewählter Aspekte
6.1 Verletzt Leihmutterschaft die Würde des Menschen?
6.2 Reproduktion als Lohnarbeit
6.3 Die Leihmutter als Stellvertreterin?
6.4 Gibt es ein Recht auf Kinder?
6.5 Umgang mit Kinderlosigkeit in der Bibel
7 Leihmutterschaft als Ausweg aus der Kinderlosigkeit?
Die Arbeit untersucht die Praktik der Leihmutterschaft als Antwort auf ungewollte Kinderlosigkeit und analysiert deren Eignung unter ethischen, gesellschaftlichen und psychologischen Gesichtspunkten.
5 Leihmutterschaft
Bekannt ist, dass es im Laufe der Geschichte zu allen Zeiten Unfruchtbarkeit gegeben hat. Um eine Familienlinie dennoch weiterführen zu können, gab es verschiedene Praktiken wie Polygynie, Scheidung und Wiederheirat oder Adoption. Gab es in einer Familie keine männlichen Nachkommen, konnten die Töchter eine Verwandtenehe eingehen, so blieb Besitz in der Familie. Mit der Christianisierung wurden diese Praktiken weitestgehend verboten. Monogamie wurde gestärkt, Polygynie abgewertet und nichteheliche Kinder von der Erbschaft ausgeschlossen. Eine Vaterschaft wurde auf blutsverwandte Nachkommen beschränkt und war fortan nicht mehr durch Adoption möglich. Verwandte konnten außerdem nur noch mit Erlaubnis der Kirche heiraten. Die neuen Verbote stellten Familien, die zudem mit hoher Kindersterblichkeit rechnen mussten, vor existentielle Herausforderungen und führten schrittweise zur Schwächung der Sippenverbände.
Unter einer Leihmutter wird in der heutigen Debatte eine Frau verstanden, die gegen Geld ein mit ihr nicht genetisch verwandtes, künstlich gezeugtes Kind austrägt und nach der Geburt den Wunscheltern übergibt. Sie ist „eine Frau, die stellvertretend für eine andere Frau ein Kind austrägt und ihr das Kind nach der Geburt überlässt […].“ Leihmutterschaft in ihrer heutigen Form ist erst durch die gesellschaftlichen Entwicklungen hin zur Zwei-Eltern-Familie, die Aufwertung des Kindes zum Wunschkind und die neuen reproduktionsmedizinischen Techniken möglich geworden.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Leihmutterschaft als Reaktion auf späten Kinderwunsch und reproduktionsmedizinische Möglichkeiten ein und skizziert den interdisziplinären Untersuchungsrahmen.
2 Familie, Keimzelle der Gesellschaft: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen und gesellschaftlichen Wandel des Familienbegriffs sowie die Faktoren, die heute den intensiven Wunsch nach einem „Wunschkind“ beeinflussen.
3 Der unerfüllte Kinderwunsch: Es wird untersucht, was ungewollte Kinderlosigkeit für betroffene Paare psychisch bedeutet und welche Rolle körperliche sowie gesellschaftliche Faktoren dabei spielen.
4 Mit der Kinderwunschbehandlung zum Wunschkind: Das Kapitel stellt die medizinischen Verfahren wie IVF, ICSI und Kryokonservierung dar, die die technische Basis für moderne Formen der Leihmutterschaft bilden.
5 Leihmutterschaft: Hier werden die Definitionen, die Perspektiven der beteiligten Parteien (Leihmutter, Wunscheltern, Kinder) und die rechtliche Situation analysiert.
6 Diskussion ausgewählter Aspekte: Das Kapitel reflektiert kritisch Fragen zur Menschenwürde, der Kommerzialisierung von Reproduktion als „Lohnarbeit“ sowie die theologische Auseinandersetzung mit Unfruchtbarkeit.
7 Leihmutterschaft als Ausweg aus der Kinderlosigkeit?: Das Fazit wägt die Risiken des Reproduktionstourismus und die ethischen Bedenken gegen den Wunsch nach individueller Familiengründung ab.
Leihmutterschaft, Kinderlosigkeit, Reproduktionsmedizin, Wunschkind, Menschenwürde, Familie, Reproduktionstourismus, Eizellspende, Elternschaft, Ethik, Kindeswohl, Kinderwunsch, Kommerzialisierung, Selbstbestimmung, Stellvertretung
Die Arbeit analysiert die Praxis der Leihmutterschaft und hinterfragt, inwiefern sie eine ethisch vertretbare und geeignete Lösung für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch darstellt.
Die Themen umfassen den gesellschaftlichen Wandel von Familie, die technischen Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin, die psychologischen Folgen für alle Beteiligten sowie ethische und rechtliche Rahmenbedingungen.
Das Hauptziel ist die Untersuchung der Frage, ob Leihmutterschaft ein geeigneter Ausweg aus der Kinderlosigkeit ist, unter Berücksichtigung moralischer und interdisziplinärer Perspektiven.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer, psychologischer, theologischer und rechtswissenschaftlicher Diskurse sowie einer Auswertung relevanter Fachliteratur und Medienquellen.
Der Hauptteil behandelt die Entstehung des Kinderwunsches, die Techniken der künstlichen Befruchtung, die verschiedenen Rollen in der Leihmutterschaft sowie die kritische Diskussion über Menschenwürde und Kommerzialisierung.
Zentrale Begriffe sind Leihmutterschaft, Kinderlosigkeit, Reproduktionsmedizin, Menschenwürde, Kindeswohl und Ethik.
Die Autorin nutzt biblische Narrative wie die von Sara und Hagar, um aufzuzeigen, wie bereits in der Antike mit dem Leid der Kinderlosigkeit und den daraus resultierenden eigenmächtigen (und oft problematischen) menschlichen Lösungsversuchen umgegangen wurde.
Es entsteht ein rechtliches und moralisches Dilemma, da einerseits das Kindeswohl (Recht auf Eltern) gewahrt werden soll, während andererseits die Praxis in Deutschland verboten ist, um die Ausbeutung von Frauen und eine Kommerzialisierung von Kindern zu verhindern.
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