Bachelorarbeit, 2018
75 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung und Fragestellung
Begriffe - Definitionen
2 Das Jugendamt
2.1 Bezirksjugendamt Köln-Nippes
2.2 Gesetzliche Grundlagen
2.3 Abteilungen und Zuständigkeiten
2.3.1 Allgemeiner-Sozialer-Dienst
2.3.2 Interkultureller-Dienst
2.3.3 Gefährdungsmeldungs-Sofort-Dienst
2.3.4 Wirtschaftliche-Jugendhilfe
2.3.5 Sozialraumorientierte Jugendhilfe der Stadt Köln – Sozialraumteam
2.4 Zwischenfazit
3 Gemeinwesenarbeit / Sozialraumorientierung
3.1 Geschichtlicher Hintergrund
3.2 Micro-, Meso-, Makroebene in Bezug auf Sozialraumorientierung
3.3 Betrachtung des physischen Raum
3.4 Gemeinwesenarbeit
3.5 Sozialraumorientierte Arbeit
3.6 Die fünf zentralen Handlungsprinzipien nach Hinte
3.6.1 Orientierung an Interesse und Wille, in Abgrenzung zum Wunsch
3.6.2 Unterstützung von Eigeninitiative und Selbsthilfe
3.6.3 Orientierung an den Ressourcen der Menschen und des Sozialraums
3.6.4 Zielgruppen- und bereichsübergreifend angelegte Aktivitäten
3.6.5 Kooperation und Koordination
3.7 Fallspezifische-, fallübergreifende- und fallunspezifische Arbeit
3.8 Zwischenfazit
4 Sozialraumorientierte Angebotsentwicklung der Stadt Köln
4.1 Prinzipien des Instituts für Stadtteilbezogene Soziale Arbeit (ISSAB)
4.2 Rahmenkonzept der Stadt Köln
4.2.1 Hintergrund
4.2.2 Die Grundidee des Rahmenkonzepts
4.2.3 „Lebenswerte Veedel - Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln“
4.3 Korrelation des Rahmenkonzepts mit den Handlungsprinzipien Hintes
4.3.1 Wunsch und Wille
4.3.2 Eigeninitiative und Selbsthilfe
4.3.3 Orientierung an den Ressourcen der Menschen und des Sozialraums
4.3.4 Zielgruppen- und bereichsübergreifend angelegte Aktivitäten
4.3.5 Kooperation und Koordination
4.4 Zwischenfazit
5 Praxisbeispiel - Angebotsentwicklungen Köln-Nippes
5.1 Angebotsentwicklung – Vorgaben der Stadt Köln
5.2 Das Angebot „Müttertreff“
5.2.1 Zielgruppe erreichen
5.2.2 Handlungsziele des Angebots
5.2.3 Angebotsinhalt
5.2.4 Zeitrahmen des Angebots
5.3 Korrelation und Etablierung des Projekts
5.4 Methoden und Schlüsselkompetenzen
5.5 Das Angebot / Projekt heute
5.6 Zwischenfazit
6 Kritische Betrachtung
7 Fazit / Beantwortung der Fragestellung
Die Arbeit untersucht, wie theoretische Ansätze der Sozialraumorientierung, speziell bezogen auf die fünf Handlungsprinzipien nach Hinte, in die praktische Angebotsentwicklung und -etablierung des Bezirksjugendamtes Köln-Nippes integriert werden. Ziel ist es, anhand des Praxisbeispiels „Müttertreff“ zu evaluieren, ob und wie diese Implementierung erfolgreich umgesetzt werden kann, um Empfehlungen für eine zukunftsweisende Jugendhilfe zu geben.
3.6.1 Orientierung an Interesse und Wille, in Abgrenzung zum Wunsch
„Ausgangspunkt jeglicher Arbeit sind der Wille/die Interessen der leistungsberechtigten Menschen (in Abgrenzung zu Wünschen oder naiv definierten Bedarfen)“. (Hinte, 2009, S. 23)
In der sozialräumlichen Arbeit geht Hinte davon aus das der Wille der Menschen eine wesentliche Kraftquelle für Aktivitäten zur eigenen Gestaltung des Lebens und/oder des Wohnumfeldes ist. Eine Wunsch-Haltung dagegen ist Hinte zufolge immer gekennzeichnet durch den Mangel an eigener Tätigkeit sowie eine erbetene, angefragte und/oder geforderte Aktivität, die von anderen erwartet wird. Der Wille ist eine Haltung zu einer aus sich selbst heraus an den Tag gelegte Aktivität so Hinte, um ein eigenes angestrebtes Ziels zu erreichen bzw. erreichen zu wollen. Nach Hinte muss darauf geachtet werden das die häufig vorfindbaren Vorstellungen von dem was die Menschen „wollen sollen“ nicht den Blick darauf verstellt was die Menschen selbst definieren. Verfällt der Sozialarbeiter in die Rolle des „Wunscherfüllenden“ und gefallen sich Fachkräfte darin Wünschen von Hilfesuchenden nachzukommen, so verhindern sie nicht nur eigene Aktivität des Hilfesuchenden, sondern verstärken somit eine passive Erwartungshaltung auf optimale Betreuung und wohlfahrtstaatlicher Zuwendung. Zudem sind Sozialarbeiter mit dieser Erwartungshaltung und den sich daraus ergebenden Aufgaben auch häufig überfordert meint Hinte. (vgl. Hinte & Treeß, 2011, S. 45ff)
Hinte geht davon aus das der Wille des Menschen eben dieser antreibende Motor für aktive Gestaltung des eigenen Lebens bzw. des Wohnumfeldes darstellt, aber nur der möglichst präzise formulierte Wille ein wirkliches Fundament für eine Co-Produktion einer entsprechenden Leistung ist. Welche konkreten Schritte zur Unterstützung erbracht werden und in welchem Umfang ergibt sich aus den eigenen Ressourcen der Menschen. Jedoch nur ein kooperativer Prozess ist Gegenstand des daraus folgenden Kontrakts (verbindliche Vereinbarung). Hinte verweist darauf, dass es mehrere Anläufe und einen offenen Blick auf die höchst individuelle Situation des einzelnen Menschen bedarf, um den häufig verborgenen und manchmal schwer formulierbaren Willen zu erkennen.
1 Einleitung und Fragestellung: Einführung in die Thematik der Sozialraumorientierung als vermeintlicher Königsweg der Jugendhilfe und Herleitung der Forschungsfrage anhand der Beobachtungen im Bezirksjugendamt Köln-Nippes.
2 Das Jugendamt: Beschreibung der institutionellen Strukturen, gesetzlichen Grundlagen und der spezifischen Abteilungen des Jugendamtes, insbesondere die zentrale Rolle des Sozialraumteams.
3 Gemeinwesenarbeit / Sozialraumorientierung: Theoretische Herleitung des Konzepts der Sozialraumorientierung, Darstellung der fünf Handlungsprinzipien nach Hinte und Abgrenzung der verschiedenen Ebenen der Sozialarbeit.
4 Sozialraumorientierte Angebotsentwicklung der Stadt Köln: Erläuterung des Rahmenkonzepts „Lebenswerte Veedel“ und Analyse der Korrelation zwischen den städtischen Vorgaben und den Handlungsprinzipien nach Hinte.
5 Praxisbeispiel - Angebotsentwicklungen Köln-Nippes: Konkrete Untersuchung des Projekts „Müttertreff“ hinsichtlich seiner Angebotsentwicklung, Zielgruppenerreichung und Korrelation zu den theoretischen Handlungsprinzipien.
6 Kritische Betrachtung: Reflexion über die strukturellen Herausforderungen, die Grenzen der Umsetzung der Handlungsprinzipien und die Bedeutung politischer Rahmenbedingungen auf der Makroebene.
7 Fazit / Beantwortung der Fragestellung: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage, Bewertung des Theorie-Praxis-Transfers und Ausblick auf die Zukunft der sozialraumorientierten Arbeit in Köln.
Sozialraumorientierung, Jugendamt, Hinte, Gemeinwesenarbeit, Angebotsentwicklung, Hilfe zur Erziehung, Sozialraumteam, Partizipation, Ressourcenorientierung, Prävention, Netzwerkarbeit, Müttertreff, Sozialraum, Integration, Empowerment.
Die Arbeit beleuchtet die Etablierung sozialraumorientierter Angebote innerhalb des Jugendamtes der Stadt Köln und setzt diese in Bezug zu den theoretischen Prinzipien von Prof. Dr. Wolfgang Hinte.
Die zentralen Felder umfassen die Sozialraumorientierung, die institutionellen Abläufe im Jugendamt, die Rolle von Sozialraumteams, die Arbeit mit Ressourcen sowie die praktische Angebotsentwicklung für Familien.
Die Forschungsfrage lautet: „Wie werden theoretische Ansätze der Sozialraumorientierung, konkret bezogen auf die Handlungsprinzipien nach Hinte, in praktische Angebotsentwicklung und -etablierung umgesetzt?“
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie die fallbasierte Untersuchung des Projekts „Müttertreff“ im Bezirksjugendamt Köln-Nippes, um die Umsetzung der theoretischen Prinzipien in der Praxis zu reflektieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Sozialraumorientierung (nach Hinte), eine Analyse des Rahmenkonzepts der Stadt Köln sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung des Praxisbeispiels „Müttertreff“.
Zentrale Begriffe sind Sozialraumorientierung, Handlungsprinzipien nach Hinte, Ressourcenorientierung, Prävention, Gemeinwesenarbeit sowie die Unterscheidung zwischen Konzept, Projekt und Angebot.
Es dient als Praxisbeispiel, an dem die Autorin aufzeigt, wie theoriegeleitete Angebotsentwicklung in einem echten Sozialraumgebiet umgesetzt wird und welche Erfolge bzw. Herausforderungen dabei entstehen.
Das Sozialraumteam wird als „Herzstück“ sozialraumorientierter Arbeit bezeichnet, da es die Kooperation zwischen öffentlichen und freien Trägern sowie die fallübergreifende Fallarbeit koordiniert.
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