Masterarbeit, 2011
134 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
3. Fragestellung und Hypothesen
4. Methodisches Vorgehen
4.1 Konzeptionalisierung
4.1.1 Operationalisierung von Fragmentierung
4.1.2 Entwicklung des Fragebogens
4.1.3 Pretest
4.2 Datengrundlage
4.3 Analyseverfahren
5. Ergebnisse
5.1 Beschreibung der Stichprobe
5.2 Clusterlösungen: Sieben Teilöffentlichkeiten
5.3 Fragmentierungsgrad der Teilöffentlichkeiten
5.4 Einflussfaktoren für Fragmentierung
5.5 Fragmentierung und Partizipation
6. Zusammenfassung
7. Diskussion und Ausblick
Die vorliegende Masterarbeit untersucht empirisch, ob die deutsche Öffentlichkeit in Zeiten des gesellschaftlichen und medialen Wandels in voneinander abgeschottete Teilöffentlichkeiten zerfällt. Ziel der Arbeit ist es zu prüfen, ob sich die Gesellschaft in Gruppen mit unterschiedlichen politischen Themen- und Themendeutungsrelevanzen aufteilt und ob diese Gruppen über eine gemeinsame Kommunikationsbasis verfügen oder durch mangelndes Wissen über andere Standpunkte fragmentiert sind.
1. Einleitung
Bürgerbeteiligung ist wieder in. Vor allem seit der Debatte um das Stuttgarter Bahnhofsprojekt „Stuttgart 21“ wird der Ruf nach mehr direktdemokratischen Beteiligungsmöglichkeiten auch bundesweit immer lauter. Im Juli 2010 forderten 76 Prozent der Deutschen laut einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD mehr bundesweite Volksentscheide (ARD-DeutschlandTrend 2010). In einer neueren Studie kommt das Meinungsforschungsinstituts TNS-Emnid zu einem ähnlichen Ergebnis: 81 Prozent der Bevölkerung sprechen sich für mehr politische Beteiligungsmöglichkeiten aus (Bertelsmann-Stiftung 2011).
Jüngstes Beispiel dafür, wie sehr sich die Menschen eine andere Art von Politik wünschen, ist der Einzug der Piratenpartei in den Berliner Landtag, die mit ebendieser Forderung nach mehr Transparenz und Beteiligung angetreten waren. Der Feuilleton kennt mittlerweile sogar einen Begriff für den von der Politik empörten Bürger. Als „Wutbürger“ will er es sich nicht mehr gefallen lassen, dass politische Entscheidungen angeblich über seinen Kopf hinweg getroffen werden. Er will eigentlich nichts anderes als das, was den Kern einer jeden Demokratie ausmacht: Politik soll offen sein, an den Willensbildungsprozess der Bürger gebunden (vgl. Gerhards 1998: 25). Denn in einer Demokratie sind politische Entscheidungen „zustimmungsabhängig und deshalb auch öffentlich begründungs- und rechenschaftspflichtig“ (Sarcinelli 2009: 57).
Ohne Öffentlichkeit der Meinungs- und Willensbildung ist Politik nicht wahrnehmbar. Ist sie nicht wahrnehmbar, kann man Entscheidungen nicht nachvollziehen oder beurteilen. Damit wären politische Entscheidungen im demokratischen Sinne nicht legitim. Oder kurz gesagt: Ohne Öffentlichkeit keine Demokratie.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den aktuellen gesellschaftlichen Wunsch nach stärkerer Bürgerbeteiligung und führt in die theoretische Problematik der Öffentlichkeit als Voraussetzung für demokratische Legitimität und gesellschaftliche Integration ein.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Öffentlichkeit, beschreibt deren normative Funktionen und diskutiert die soziologische Debatte um den sozialen Wandel sowie die medienwissenschaftliche Befürchtung einer fragmentierenden Öffentlichkeit.
3. Fragestellung und Hypothesen: Hier werden auf Basis der theoretischen Vorüberlegungen die zentrale Forschungsfrage nach der Existenz von Teilöffentlichkeiten sowie verschiedene Hypothesen zum Fragmentierungsgrad und dessen Einflussfaktoren formuliert.
4. Methodisches Vorgehen: Das Kapitel erläutert das Design der Online-Befragung, die Operationalisierung der Schlüsselkonzepte – insbesondere des Fragmentierungsindexes – sowie die angewandten statistischen Analyseverfahren wie die Clusteranalyse.
5. Ergebnisse: Der Hauptteil präsentiert die empirischen Befunde, inklusive der Beschreibung der Stichprobe, der Identifikation von sieben Teilöffentlichkeiten und der statistischen Auswertung der Fragmentierungsgrade sowie deren Einflussfaktoren.
6. Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Studie zusammen und bietet eine tabellarische Übersicht der identifizierten Teilöffentlichkeiten und deren spezifische Merkmale.
7. Diskussion und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion der Ergebnisse, bewertet die Pluralität der Gesellschaft gegenüber der Fragmentierungsthese und diskutiert die methodischen Limitationen sowie Anknüpfungspunkte für zukünftige Forschung.
Fragmentierung, Öffentlichkeit, Integration, Desintegration, Themenrelevanz, Themendeutung, politische Partizipation, Online-Befragung, Clusteranalyse, Demokratie, Mediennutzung, politische Einstellung, politisches Interesse, Wertorientierung, soziale Desintegration.
Die Arbeit untersucht, ob die deutsche Gesellschaft in voneinander isolierte Teilöffentlichkeiten zerfällt und ob dies zu einer Desintegration führt, die demokratische Entscheidungsprozesse gefährden könnte.
Im Zentrum stehen die Wahrnehmung und Bewertung politischer Sachthemen (wie Steuersenkungen, Energiewende, Vorratsdatenspeicherung, Frauenquote und Arbeitnehmerfreizügigkeit) sowie das Ausmaß des Informationswissens der Bürger über konkurrierende Standpunkte.
Die zentrale Frage ist, ob die Gesellschaft aus Teilöffentlichkeiten besteht, die sich in ihren Themenrelevanzen unterscheiden, und ob diese Gruppen über eine gemeinsame Kommunikationsbasis verfügen oder gegenseitig "blind" für die Argumente der anderen sind.
Die Studie nutzt einen selbst entwickelten, standardisierten Online-Fragebogen und wertet die erhobenen Daten mittels einer hierarchischen Clusteranalyse aus, um verschiedene Teilgruppen zu identifizieren.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Beschreibung der Stichprobe, die Identifikation von sieben Clustern (Teilöffentlichkeiten), die Berechnung und Analyse des Fragmentierungsgrades und die Untersuchung von Faktoren, die diesen Grad beeinflussen.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Fragmentierung, Öffentlichkeit, Themenrelevanz, Integration, Clusteranalyse und politische Partizipation charakterisiert.
Ja, die statistische Analyse zeigt, dass sich die Befragten in sieben distinkte Gruppen mit jeweils spezifischen Themenpräferenzen und Positionsmustern einteilen lassen.
Nein, die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Gesellschaft nicht fragmentiert ist, da die Mitglieder der verschiedenen Gruppen über eine hinreichende Kenntnis der Argumente anderer Teilöffentlichkeiten verfügen.
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