Bachelorarbeit, 2010
56 Seiten, Note: 1,7
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. Zusammenfassung
2. Thesen
3. Einleitung
4. Was ist Autorität?
4.1. Grundstruktur der Autorität nach Bochenski
4.1.1. Gebiet, Subjekt und Träger der Autorität
4.1.2. Eigenschaften der Autorität im Allgemeinen
4.2. Missbrauch der Autorität
4.3. Arten der Autorität
4.3.1. Epistemische Autorität
4.3.2 Deontische Autorität
4.3.3. Arten der deontischen Autorität
5. Was ist Macht?
6. Anwendung der Struktur von Bochenski auf den Begriff der Macht
6.1. Grundstruktur der Macht
6.1.1. Gebiet, Subjekt und Träger der Macht
6.1.2. Die Eigenschaften der Macht
6.2. Arten der Macht
6.2.1. Epistemische Macht
6.2.2. Die Bedeutung der deontischen Macht
6.2.3. Arten der deontischen Macht
6.3. Missbrauch der Macht
7. Herrschaft
8. Ergebnis
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit besteht in der Entwicklung einer logischen Struktur für den Machtbegriff. Ausgehend von der Definition der Autorität nach Bochenski und unter Einbeziehung soziologischer Machtdefinitionen (insb. nach Max Weber) wird untersucht, inwiefern sich der Autoritätsbegriff als Grundlage für den Machtbegriff eignet und wie dieser um die Komponente der Durchsetzungsfähigkeit erweitert werden muss.
6.2.1. Epistemische Macht
Die Annahme, dass Wissen Macht sei, geht unter anderen auf Francis Bacon zurück. Dieser stellte bereits fest, das die Wege der Macht und die des Wissens eng beieinanderliegen, dass es sich sogar um denselben Weg handeln könnte. Erlangt der Mensch Erkenntnisse, also Wissen über Zusammenhänge und Ursachen in der Natur, so erlangt er auch eine gewisse Macht. Erlangt er Wissen über die Natur, so auch über die Natur des Menschen. Bacon spricht hier auch von einer zunehmenden Selbstbeherrschung der Menschheit. Für ihn ist diese Beherrschung auch ein Schlüsselphänomen politischer Macht.
Die Existenz einer epistemischen Macht als Macht des Wissens darf hier also auch angenommen werden. Dabei wird es sich um eine stabile Struktur mit wenig Dynamik handeln und dem Begriff der epistemischen Autorität sehr nahe stehen. Wirkt epistemische Macht an einer Stelle, so geht diese auch direkt auf das Bestehen einer epistemische Autorität zurück. Die Erklärung von Bochenski zur epistemischen Autorität bildet hier nicht nur die Grundlage, sondern ist direkt übertragbar.
Eine direkte Machtauswirkung in diesem Bereich wird zum Beispiel durch Lobbyarbeit in der Politik deutlich. Auch das Kanalisieren von Informationen durch Medienschaffende kann als eine direkte Auswirkung der Wissensmacht gedeutet werden. Durch die Anwendung der Mittel, die einem durch eine epistemische Autorität gegeben sind, kann eine Vielzahl von Personen beeinflusst und somit auch politisch gelenkt werden. Das Wirken der Macht ist hier eher manipulativ, oft nicht direkt ersichtlich und somit auch schwer zu identifizieren. Doch wann genau kommt nun einer Person eine epistemische Macht zu? Unter Bezugnahme auf den Satz A.3 ergibt sich folgender Satz: Satz E.1: T hat epistemische Macht über S im Gebiet G genau dann, wenn T prinzipiell jeden Satz, der zum Gebiet G gehört mit Behauptung gegenüber S mitteilen kann, dies gegenüber S durchzusetzen vermag und S dies anerkennt.
Was ist Autorität?: Dieses Kapitel führt in Bochenskis logische Struktur der Autorität ein, definiert sie als triadische Relation und unterscheidet zwischen epistemischer und deontischer Autorität.
Was ist Macht?: Hier werden die zentralen Thesen der Arbeit vorgestellt und die Notwendigkeit begründet, den Machtbegriff auf Basis der Bochenski-Struktur und Webers Definition zu erweitern.
Anwendung der Struktur von Bochenski auf den Begriff der Macht: In diesem Hauptteil wird die logische Struktur der Autorität auf den Machtbegriff übertragen, um Gemeinsamkeiten zu extrahieren und das Durchsetzungsvermögen als essentielles Unterscheidungsmerkmal zu identifizieren.
Herrschaft: Das abschließende Kapitel erweitert das bisher erarbeitete Gefüge um den Begriff der Herrschaft, der als direkte Ausführung oder Anwendung von Macht interpretiert wird.
Ergebnis: Es wird bestätigt, dass der Autoritätsbegriff eine solide Grundlage für den Machtbegriff bietet und eine hierarchische Ordnung der drei Begriffe Autorität, Macht und Herrschaft logisch herleitbar ist.
Autorität, Macht, Herrschaft, Bochenski, Max Weber, epistemische Macht, deontische Macht, logische Struktur, Sanktions-Macht, Solidaritäts-Macht, Triadische Relation, Wissensmacht, Durchsetzungsvermögen, Soziale Beziehung
Die Arbeit untersucht, ob der von Bochenski entwickelte logische Autoritätsbegriff als Basis dienen kann, um dem soziologisch geprägten Machtbegriff eine formale logische Struktur zu verleihen.
Die zentralen Themen sind die logische Definition von Autorität und Macht, deren Unterteilung in epistemische und deontische Arten sowie die Abgrenzung zum Herrschaftsbegriff.
Ziel ist es, eine logische Grundstruktur für den Begriff der Macht zu entwickeln, indem der Autoritätsbegriff um die Komponente der Durchsetzungsfähigkeit ergänzt wird.
Die Arbeit nutzt die formale logische Strukturanalyse nach J.M. Bochenski und wendet diese auf den Machtbegriff an, unterstützt durch soziologische Definitionen von Max Weber.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung des Autoritätsbegriffs, dessen Anwendung auf die Macht, die detaillierte Analyse der deontischen und epistemischen Macht sowie die Untersuchung von Machtmissbrauch.
Autorität, Macht, Herrschaft, Bochenski, deontische Macht, epistemische Macht, Durchsetzungsvermögen.
Der entscheidende Unterschied liegt im Element der Durchsetzungsfähigkeit (Dominanz) des Machthabers gegenüber dem Subjekt, das bei der Autorität in dieser Form nicht zwingend erforderlich ist.
Die Arbeit schlägt eine begriffliche Hierarchie vor: Autorität bildet die Grundlage für Macht, während Herrschaft die direkte Anwendung oder Ausführung von Macht darstellt.
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