Bachelorarbeit, 2018
48 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Die soziale Arbeitsteilung, die Gesellschaft und ihre Moral
2.1 Die soziale Arbeitsteilung
2.1.1 Die soziale Arbeitsteilung: Ursache und Funktion
2.1.2 Die pathologischen Formen der Arbeitsteilung
2.2 Die Solidarität und die zwei Gesellschaftstypen
2.2.1 Die mechanische Solidarität und die Götter
2.2.2 Die organische Solidarität und der Kult des Individuums
2.3 Die Moral und ihre Elemente
2.3.1 Erstes Element: Geist der Disziplin
2.3.2 Zweites Element: Anschluss an die soziale Gruppe
2.3.3 Drittes Element: Die Autonomie des Willens
3 Sozialisation nach Durkheim Reproduktion, Stabilisierung und Erneuerung der Gesellschaft und ihrer Moral
3.1 Die Funktion der Erziehung
3.2 Die Methode und die Ziele der Erziehung
3.3 Die Moralerziehung
3.3.1 Die Schule und die Disziplin
3.3.2 Der Unterricht und die Autonomie des Willens
3.3.3 Der Anschluss an die soziale Gruppe und die Schulwelt
3.4 Die Moralerziehung als Grundlage einer solidarischen, modernen Gesellschaft
4 Individuelle Freiheit und gesellschaftlicher Zwang
4.1 Der gesellschaftliche Zwang
4.2 Der gesellschaftliche Zusammenhalt
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die soziologische Theorie Emile Durkheims im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen individueller Autonomie und gesellschaftlicher Abhängigkeit, mit dem Ziel zu klären, ob soziale Arbeitsteilung einen gerechten Ausgleich zwischen individuellen und gesellschaftlichen Interessen ermöglichen kann.
2.1.1 Die soziale Arbeitsteilung: Ursache und Funktion
Durkheim beschreibt die Arbeitsteilung als soziale Differenzierung, die die Grundlage des Zusammenhalts einer modernen Gesellschaft bildet (vgl. Müller in Kaesler, 2006). Für ihn ist Arbeitsteilung nicht nur ein Mittel zur Steigerung der Produktivität, welches für ihn eine Art glückliches Nebenprodukt darstellt oder zur Ausbeutung, welche für ihn einen Verfall der Moral zur Folge hat, sondern die grundlegende Form des sozialen Zusammenlebens einer modernen Gesellschaft (vgl. Durkheim, 2016). Ihre „[....] bedeutsamste Wirkung [....]“ ist nicht „[....] dass sie den Ertrag der geteilten Funktionen erhöht, sondern dass sie sie voneinander abhängig macht“ (Durkheim, 2016, S. 107). Denn „Ihre Rolle [....] besteht nicht darin, die bestehenden Gesellschaften zu verschönern und zu verbessern, sondern Gesellschaft erst zu ermöglichen“(ebd.). Dennoch sieht auch Durkheim bedingt durch die Arbeitsteilung, eine Steigerung der Produktivität einer Gesellschaft, denn durch die Spezialisierung, kann sich jedes Individuum besser an die spezifischen Voraussetzungen seiner Funktion anpassen (vgl. Durkheim, 2016).
Mehrere Funktionen können für Durkheim nur „[....] Dilettantismus [….]“ bedeuten, denn man kann sich mit mehreren Funktionen nicht so intensiv auseinander setzen wie mit einer (Durkheim, 1984, S. 376). Die zunehmende Ausdifferenzierung der gesellschaftlichen Aufgaben entwickelt also demzufolge eine größere Abhängigkeit unter den einzelnen Gesellschaftsmitgliedern, da wir auf die Fähigkeiten anderer angewiesen sind, um an den Früchten dieser Fähigkeiten teilzuhaben (vgl. Durkheim, 2016). „Die Arbeitsteilung stellt nicht Individuen einander gegenüber, sondern soziale Funktionen“ (Durkheim, 1984, S. 478). Was aber veranlasst eine Gesellschaft dazu, sich arbeitsteilig immer weiter funktionell auszudifferenzieren? In der Ökonomie wurde dies hauptsächlich utilitaristisch5 beschrieben (ebd.). Dies weist Durkheim zurück.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Paradoxon ein, dass das Individuum in einer arbeitsteiligen Gesellschaft zwar autonomer wird, aber gleichzeitig eine höhere Abhängigkeit von der Gesellschaft erfährt.
2 Die soziale Arbeitsteilung, die Gesellschaft und ihre Moral: Dieses Kapitel erläutert, wie Arbeitsteilung als fundamentale Form des sozialen Zusammenlebens fungiert und unterscheidet dabei zwischen mechanischer Solidarität (Gleichheit) und organischer Solidarität (Differenzierung).
3 Sozialisation nach Durkheim Reproduktion, Stabilisierung und Erneuerung der Gesellschaft und ihrer Moral: Der Fokus liegt hier auf der Erziehung als Mittel zur methodischen Sozialisation, wobei insbesondere die Moralerziehung in der Schule als zentrales Element zur Festigung gesellschaftlicher Normen untersucht wird.
4 Individuelle Freiheit und gesellschaftlicher Zwang: Hier findet eine kritische Reflexion statt, ob Durkheims Theorie den Einzelnen unterdrückt oder ob die gesellschaftlichen Reglementierungen notwendige Bedingungen für echte individuelle Entfaltung sind.
5 Fazit: Das Fazit resümiert, dass Durkheims Theorie einen theoretischen Rahmen bietet, um individuelle und gesellschaftliche Interessen durch eine moralisch fundierte Arbeitsteilung in Einklang zu bringen, wenngleich moderne Herausforderungen wie die Digitalisierung die praktische Umsetzung erschweren.
Emile Durkheim, Soziale Arbeitsteilung, Sozialisation, Moralerziehung, Solidarität, Organische Solidarität, Mechanische Solidarität, Anomie, Individualisierung, Kollektivbewusstsein, Gesellschaftstheorie, Erziehungswissenschaft, Utilitarismus, Gesellschaftlicher Zwang, Persönlichkeitsentwicklung
Die Bachelorarbeit setzt sich mit der soziologischen Theorie von Emile Durkheim auseinander, insbesondere mit der Frage, wie die soziale Arbeitsteilung als Grundlage für den gesellschaftlichen Zusammenhalt dient und das Individuum in die Gesellschaft integriert.
Die zentralen Themen umfassen die Arbeitsteilung, die Unterscheidung zwischen mechanischer und organischer Solidarität, die Rolle der Moralerziehung und das Spannungsverhältnis zwischen individueller Freiheit und gesellschaftlichem Zwang.
Das Ziel ist die Untersuchung, ob die soziale Arbeitsteilung bei Durkheim einen gerechten Ausgleich zwischen individuellen Bedürfnissen und den Anforderungen der Gesellschaft ermöglichen kann.
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die Durkheims Hauptwerke sowie kritische Sekundärliteratur heranzieht, um seine soziologischen Konzepte systematisch aufzuarbeiten.
Der Hauptteil analysiert Durkheims Verständnis von Arbeitsteilung, definiert die Konzepte von Solidarität und Moral und detailliert die Rolle der Erziehung (insbesondere der Moralerziehung in der Schule) für die Stabilisierung der modernen Gesellschaft.
Wichtige Begriffe sind Arbeitsteilung, Sozialisation, Solidarität, Anomie, Kollektivbewusstsein und der Kult des Individuums.
Die Anomie beschreibt bei Durkheim einen Zustand, in dem die soziale Regulierung mit der schnellen gesellschaftlichen Entwicklung nicht Schritt halten kann; der Autor verknüpft dies mit aktuellen Herausforderungen durch die digitale Revolution.
Der Autor betont, dass Durkheim Erziehung nicht als rein individuelle Entwicklung, sondern als gesellschaftliche Notwendigkeit sieht, um das Individuum zur aktiven Teilhabe und zur Übernahme von Funktionen in einer arbeitsteiligen Welt zu befähigen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Durkheims Ansatz zwar einen theoretischen Idealzustand beschreibt, dieser aber angesichts zunehmender Diversität und Globalisierung in der modernen Erziehungswissenschaft neu interpretiert und angepasst werden muss.
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