Bachelorarbeit, 2017
67 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Methodik
3. Stigma – Eine Begriffserklärung
4. Sexarbeit in Deutschland
5. Die rechtliche Situation der SexarbeiterInnen: Status Quo und Kritik
6. Die Stigmata der Sexarbeit
6.1 Sexarbeit als Zwangsarbeit/Ausbeutung
6.2 Sexarbeit als Herrschaftsverhältnis
6.3 Sexarbeit ist keine Arbeit
6.4 Sexarbeit ist pervers
6.5 Der „Freier“
6.6 Warum Frauen Sexarbeiterinnen werden
6.7 Hygiene
6.8 Gewaltpotenzial
6.9 Drogen
6.10 Das „Luststigma“
7. „RapeCulture“
8. Die Folgen
9. Schluss
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die vielfältigen Stigmata, die die Sexarbeit umgeben, zu identifizieren und zu hinterfragen, um einen gesellschaftlichen Diskurs zur Entstigmatisierung anzustoßen.
6.7 Hygiene
„Überhaupt ist Hygiene und Sauberkeit das A und O bei der Arbeit!“
Die Fokussierung auf Verunreinigung, die der Autor in den Interviews gestoßen ist, spielt eine tragende Rolle. Allein der Umstand, dass der Kondomgebrauch im neuen ProstG zu einer gesetzlichen Pflicht gemacht wurde, impliziert die Annahme der Verunreinigung der Sexarbeiterin durch ihre Arbeit, etwa in Form des männlichen Samens bzw. durch die männliche Penetration selbst. Der Beruf der Sexarbeiterinnen ist stark mit dem Stigma Schmutz behaftet, weshalb Hygiene in der Sexarbeit heute, insbesondere nach dem neu verabschiedeten ProstG, eine wichtige Rolle spielt.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische und gesellschaftliche Umkämpftheit des Rechts auf sexuelle Selbstbestimmung in Deutschland ein und verortet die Stigmatisierung von Sexarbeit im heteronormativen Patriarchat.
2. Methodik: Das Kapitel beschreibt den diskursanalytischen Ansatz der Arbeit, der sich auf die Analyse von Medienberichten, Fachliteratur und Zeitzeugenstimmen stützt, um gesellschaftliche Wissensstränge zu untersuchen.
3. Stigma – Eine Begriffserklärung: Hier wird der Stigmabegriff theoretisch fundiert, insbesondere unter Rückgriff auf Erving Goffman, und dessen Wirkung als Ausschlussmechanismus in modernen Gesellschaften erläutert.
4. Sexarbeit in Deutschland: Dieses Kapitel thematisiert die mangelnde Datenlage und die schwierige Erfassbarkeit der Sexbranche aufgrund von Dunkelziffern und der Notwendigkeit zur Anonymität.
5. Die rechtliche Situation der SexarbeiterInnen: Status Quo und Kritik: Die rechtliche Entwicklung von der Sittenwidrigkeit hin zum Prostitutionsgesetz wird kritisch analysiert, wobei besonders die Auswirkungen der Neuregelungen und Anmeldepflichten beleuchtet werden.
6. Die Stigmata der Sexarbeit: Das Kernkapitel untersucht detailliert verschiedene Vorurteile und Stigmatisierungen, wie Ausbeutungsvorwürfe, Hygiene-Konstruktionen, Kriminalitätszuschreibungen und die Moralvorstellungen rund um den „Freier“.
7. „RapeCulture“: Es wird die gesellschaftliche Konstruktion der „RapeCulture“ beleuchtet, die sexuelle Gewalt bagatellisiert und insbesondere SexarbeiterInnen für Übergriffe mitverantwortlich macht.
8. Die Folgen: Dieses Kapitel zieht ein Fazit zu den psychischen und sozialen Konsequenzen der Stigmatisierung, wie mangelndes Selbstwertgefühl und die Erschwerung des Ausstiegs aus dem Gewerbe.
9. Schluss: Der Schluss fasst die Notwendigkeit zusammen, die Wahrnehmung von Sexarbeit zu dekonstruieren und professionelle Handlungsansätze in der Sozialen Arbeit zu fördern, um Diskriminierung abzubauen.
Sexarbeit, Stigmatisierung, Diskursanalyse, Selbstbestimmung, Prostitutionsgesetz, Empowerment, RapeCulture, Geschlechterverhältnisse, Prostitution, gesellschaftliche Normen, Soziale Arbeit, Hygiene, Ausbeutung, Kriminalisierung, Diskriminierung.
Die Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Stigmata, die mit Sexarbeit verbunden sind, und analysiert, wie diese Vorurteile die Lebensrealität von SexarbeiterInnen prägen und diskriminierend wirken.
Zentrale Themen sind die rechtliche Lage in Deutschland, die mediale Darstellung von Sexarbeit, die moralische Bewertung von SexarbeiterInnen und „Freiern“ sowie psychologische Aspekte der Stigmatisierung.
Ziel ist es, die bestehenden Stigmata anhand von Quellen und empirischen Ansätzen zu belegen und zu hinterfragen, um einen Beitrag zur Entstigmatisierung und Empowerment von SexarbeiterInnen zu leisten.
Die Arbeit nutzt eine diskursanalytische Methode, um Wissensstränge und gesellschaftliche Deutungsmuster zu identifizieren, die in Medien und Politik gegenüber Sexarbeit existieren.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Stigmathemen, wie Zwangsarbeit, Hygienevorstellungen, Kriminalität und Moral sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen durch das Prostitutionsgesetz.
Begriffe wie Empowerment, Stigma, gesellschaftliche Selbstbestimmung, diskursive Deutungsmuster und patriarchale Herrschaftsverhältnisse sind essenziell für die Arbeit.
Der Autor steht den Neuregelungen, insbesondere der Anmeldepflicht und der Kondompflicht, kritisch gegenüber, da diese Maßnahmen die SexarbeiterInnen weiter stigmatisieren und kriminalisieren könnten.
Die Hygiene-Debatte wird als Konstrukt aufgezeigt, das dazu dient, SexarbeiterInnen als „unrein“ abzugrenzen und die Arbeit moralisch abzuwerten, anstatt rein gesundheitliche Aspekte zu thematisieren.
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