Bachelorarbeit, 2018
63 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Begriffliche Einordnung
3. Merkmale kolonialer Systeme nach Franz Fanon
4. Der historisch materialistische Ansatz
5. Der Syrienkrieg als eine materielle Verdichtung von Kräfteverhältnissen
5.1 Historischer Kontext
5.2 Sozioökonomische Verhältnisse
5.3 Hegemonieprojekte im Syrienkonflikt
5.3.1 Die Assad-Regierung und die syrischen Rebellen
5.3.2 Regionale Akteure
5.3.3 Internationale Akteure
5.4 Eine strukturelle Zusammenfassung unterschiedlicher Interessen
6. Analyse der Herrschaftsverhältnisse auf koloniale Merkmale
6.1 Merkmal – binäres Herrschaftsverhältnis
6.2 Merkmal – Gewalt
6.3 Merkmal – Verdinglichung und widersprüchliches Werteverständnis
6.4 Merkmal – Volksbildung
6.5 Merkmal – kapitalistische Wechselwirkung
7. Fazit
Die Arbeit untersucht, inwieweit der Syrien-Konflikt durch moderne koloniale Strukturen bestimmt ist. Ziel ist es, die komplexen geopolitischen Interessen sowie die gesellschaftlichen Herrschaftsmechanismen zu entwirren und auf ihre treibenden Merkmale zu reduzieren, um ein tieferes Verständnis für die Dynamiken des Krieges zu gewinnen.
Merkmale kolonialer Systeme nach Franz Fanon
In seinem Hauptwerk Die Verdammten dieser Erde aus dem Jahr 1961 analysiert Franz Fanon die Strukturen des französischen Kolonialismus in Algerien und die gewaltvolle Phase der Dekolonisierung zwischen 1954 bis 1962. Im Folgenden werden die fanosche Darstellung kolonialer Strukturen sowie die Analyse eines Prozesses der Dekolonisierung aufgezeigt. Anschließend werden im Sinne Fanons die entscheidenden Merkmale kolonialer Strukturen herausgearbeitet.
Um die methodische Vorgehensweise Fanons besser verstehen zu können, hilft es sich vorab im Klaren darüber zu werden, warum Fanon häufig in seiner Analyse zwischen der Darstellung kolonialer Strukturen und dem dekolonialen Prozess wechselt. Denn nach Fanon ist die Dekolonisierung zwar ein „Programm absoluter Umwälzung“, doch befindet sie sich in einem determinierten Prozess des kolonialen Systems. „Die Notwendigkeit dieser Veränderung existiert im Rohzustand, übermächtig und zwingend, im Bewusstsein und im Leben der kolonialisierten Männer und Frauen“ (Fanon 1981: 29). Weiter lassen sich grundlegende Säulen des kolonialen Systems, wie die Gewalt oder die binäre Herrschaftslogik erst vollständig verstehen, wenn sie sich im ontologischen Prozess der Dekolonisierung entfalten.
Nach Fanon ist die Dekolonisierung immer ein „Phänomen der Gewalt“. Sie ist ein Prozess der absoluten Umwälzung. „Die Dekolonisierung ersetzt ganz einfach eine bestimmte ‚Art‘ Menschen durch eine andere ‚Art‘ von Menschen“ (Fanon 1981: 29). Weiter beschreibt Fanon die Dekolonisierung als historischen Prozess, in dem sich zwei antagonistische Kräfte gegenüberstehen, die sich in ihrem existentiellen Sein auf das koloniale System beziehen. Damit ist gemeint, dass Kolonialherr und Kolonialisierter sich zwar im Sinne einer manichäischen Unterscheidungslogik absolut widersprechen, sich jedoch gegenseitig bedingen. So stellt das koloniale System ein binäres Herrschaftsverhältnis auf, in dem der Kolonialherr den Kolonialisierten erschafft und der Kolonialisierte den Kolonialherren erschafft.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Komplexität des Syrien-Konflikts ein und stellt die Forschungsfrage nach modernen kolonialen Strukturen.
2. Begriffliche Einordnung: Dieser Abschnitt differenziert zentrale Begriffe wie Kolonialismus, Imperialismus und Herrschaft zur theoretischen Vorbereitung.
3. Merkmale kolonialer Systeme nach Franz Fanon: Es werden Fanons Kriterien für koloniale Herrschaft und der Prozess der Dekolonisierung als Grundlage der Analyse extrahiert.
4. Der historisch materialistische Ansatz: Dieser Teil beleuchtet die marxistische Perspektive zur Analyse gesellschaftlicher Kräftekonstellationen.
5. Der Syrienkrieg als eine materielle Verdichtung von Kräfteverhältnissen: Das Kapitel bietet eine historische und sozioökonomische Analyse des syrischen Kontextes und der beteiligten Akteure.
6. Analyse der Herrschaftsverhältnisse auf koloniale Merkmale: Hier erfolgt die praktische Anwendung der fanoschen Merkmale auf die identifizierten Machtstrukturen im Syrien-Konflikt.
7. Fazit: Die Arbeit resümiert die Ergebnisse der methodischen Analyse und diskutiert die Übertragbarkeit der theoretischen Konzepte.
Syrien-Konflikt, Franz Fanon, Kolonialismus, Historischer Materialismus, Herrschaftsverhältnis, Gewalt, Hegemonie, Dekolonisierung, Macht, Internationale Beziehungen, Assad-Regime, Interessenkonflikt, Identität, Sozioökonomie, Geopolitik.
Die Bachelorarbeit untersucht den Syrien-Konflikt unter der Perspektive, ob und inwiefern moderne koloniale Strukturen und Herrschaftsmechanismen das Kriegsgeschehen bestimmen.
Die zentralen Themen sind koloniale Theorie nach Franz Fanon, historischer Materialismus, die Rolle internationaler und regionaler Akteure sowie die Analyse von Herrschaftsverhältnissen.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Inwieweit ist der Konflikt in Syrien durch eine moderne Form kolonialer Strukturen bestimmt?“
Der Autor nutzt eine methodische Symbiose aus dem historisch-materialistischen Ansatz zur Darstellung materieller Interessen und der soziologischen Analyse mittels Fanons kolonialer Merkmale.
Der Hauptteil analysiert den historischen Kontext Syriens, die ökonomischen Verhältnisse, die Hegemonieprojekte der verschiedenen Akteure und prüft diese schließlich anhand der fünf von Fanon abgeleiteten kolonialen Merkmale.
Die wichtigsten Begriffe sind Syrien-Konflikt, Kolonialismus, Fanon, Hegemonie, Gewalt, Macht sowie internationale geopolitische Interessen.
Fanon überträgt die marxistische Ontologie der Arbeit auf den Gegenstand der Gewalt, wobei für den Kolonialisierten die „Arbeit am Tod des Kolonialherren“ eine identitätsbildende Funktion zur Zurückgewinnung der Menschlichkeit einnimmt.
Der Autor hinterfragt die Verteidigung westlicher Werte als häufige Legitimationsstrategie für machtpolitische Eingriffe („Regime Change“) und kontrastiert dies mit der realen, auf Interessen basierenden Außenpolitik der Akteure.
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