Magisterarbeit, 2005
93 Seiten, Note: gut
Einleitung
Die Quellen
Der Seeräuberkrieg
Das Wesen der Piraterie
Der kurze Feldzug
Die clementia gegenüber den Seeräubern
Der Mithridatische Krieg
Vorbereitungen
Pompeius‘ Vormarsch
Pompeius‘ Verhalten nach Mithridates‘ Flucht
Die Gewinnung Armeniens
„Auf Alexanders Spuren“
Die Neuordnung des Ostens
Das Verhältnis zu Parthien
Pontos und Bithynia
Syrien
Kilikien
Paphlagonien
Galatien
Kappadokien
Kommagene
Judäa
Ziele und Prinzip der Neugliederung
Schlußbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht die militärischen und politischen Strategien des Pompeius bei der Sicherung und Neuordnung des römischen Ostens im 1. Jahrhundert v. Chr., mit besonderem Fokus auf der Bekämpfung der Piraterie und der Auseinandersetzung mit Mithridates.
Das Wesen der Piraterie
Eine Bedrohung durch Seeräuber bestand seit der Mitte des 2. Jahrhunderts. Allerdings beschreibt die inkriminierende Vokabel „Seeräuber“ nicht ganz das, was die Bevölkerung Kleinasiens damals über diese Tätigkeit dachte. Schließlich gehörte der Menschenfang zum einträglichen Gewerbe der Küstenbewohner, und das Römische Reich war ein guter Kunde, so daß man allgemein nicht einsah, was daran so unanständig sein sollte, auch wenn geraubt und gemordet wurde: „[...]Bereits bestiegen auch Männer von Vermögen und vornehmer Abkunft, die als klug und einsichtsvoll angesehen wurden, die Piratenschiffe und beteiligten sich an dem Handwerk, das eine Art Ruhm und Ehre einbrachte.“[...]
Es darf aus der Teilnahme von Männern „von Vermögen und vornehmer Abkunft“ nicht geschlossen werden, daß die Piraterie in der öffentlichen Wahrnehmung des Römischen Reiches und der anderen mediterranen Staaten den Charakter des Achtbaren, wenn nicht gar Legitimen erlangt habe. Mit der Zunahme des Seehandels hatten sich rudimentär zwischenstaatliche Normen herausgebildet, die zumindest teilweise den rein privat betriebenen Seeraub unter Strafe stellten.
Einleitung: Beschreibt die politische Instabilität und den Transformationsbedarf des Römischen Reiches im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. aufgrund der territorialen Expansion.
Die Quellen: Analysiert die antiken Autoren wie Cicero, Strabon, Appian und Josephus hinsichtlich ihrer Perspektiven und politischen Absichten bezüglich Pompeius.
Der Seeräuberkrieg: Erörtert die Notwendigkeit und Umsetzung eines umfassenden militärischen Vorgehens gegen die piratischen Bedrohungen und die anschließende Resozialisierung der Piraten.
Der Mithridatische Krieg: Untersucht die diplomatischen und militärischen Vorbereitungen sowie die Durchführung des Feldzuges und die strategische Neuausrichtung durch Pompeius.
Die Neuordnung des Ostens: Detailanalyse der administrativen und territorialen Konsolidierung durch Klientelstaaten und Provinzen, unter anderem in Syrien, Judäa und Kleinasien.
Schlußbemerkung: Fazit über Pompeius’ Konzept einer dosierten Machtanwendung und seine Vorbildfunktion für die spätere römische Reichspolitik.
Pompeius, Römische Republik, Kleinasien, Mithridates, Seeräuberkrieg, Imperium, Klientelstaaten, Urbanisierung, Provinzialverwaltung, Herrschaftssicherung, Militärstrategie, Antiochia, Judäa, Bithynia, Diplomatie.
Die Arbeit analysiert die Strategien des Pompeius zur Herrschaftssicherung im Osten des Römischen Reiches im 1. Jahrhundert v. Chr.
Im Zentrum stehen die Bekämpfung der Piraterie, der Mithridatische Krieg sowie die langfristige politische und administrative Neuordnung der Region.
Es soll untersucht werden, wie Pompeius militärische Siege in dauerhafte politisch-strukturelle Veränderungen für das Römische Reich ummünzte.
Die Untersuchung basiert auf einer tiefgehenden Analyse antiker Quellenautoren, um die Handlungsmaximen und den politischen Kontext von Pompeius' Wirken zu rekonstruieren.
Der Hauptteil behandelt die detaillierte Umsetzung von Pompeius' Strategien, von der Piratenbekämpfung über die diplomatischen Manöver gegenüber verschiedenen Königen bis hin zur Gründung neuer Städte.
Wichtige Begriffe sind Imperium, Klientelwesen, Provinzialisierung, Urbanisierung und pragmatische Machtpolitik.
Pompeius betrat das Allerheiligste, was als Hoheitsakt und Demonstration der neuen römischen Suprematie zu verstehen war, bewahrte jedoch den Tempelschatz, um die Stabilität der künftigen klientelstaatlichen Ordnung nicht durch Raub zu gefährden.
Pompeius bevorzugte eine pragmatische Konsolidierung des bereits Erreichten und die weitere territoriale Expansion, anstatt sich in einer unsicheren und langwierigen Verfolgungsjagd aufzureiben.
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