Bachelorarbeit, 2018
58 Seiten, Note: 12 Punkte
1 Secondhand oder die Entstehung einer internationalen Wertschöpfungskette
2 Globale Produktionsketten: Theorie der Wertschöpfungsketten von Altkleidern
3 Wertschöpfungsketten im globalen Kontext
3.1 Der Handel mit Altkleidern und der rechtliche Rahmen der Wiederverwertung
3.2 Die globale Vernetzung durch Altkleider am Beispiel Afrika
4 Struktur und Zielsetzung karitativer Verbände
5 Methodik
6 Wertschöpfungskettenanalyse der DRK
6.1 Geschichte und Verbindung der verschiedenen AkteurInnen
6.2 Maßnahmen zum sicheren Umgang mit Altkleidern
7 Gesamtdarstellung: Wertschöpfungskette anhand der DRK
7.1 Wertschöpfungskette des DRK Ladens und die internen Arbeitsprozesse
7.2 Wertschöpfungskette der Sortierfirma und die Arbeitsprozesse
8 Fazit: Ergebnis der Analyse
9 Ausblick für den Exportmarkt Afrika
Die Arbeit untersucht die komplexen globalen Wertschöpfungsketten von Altkleidern am konkreten Beispiel eines DRK-Kleiderladens in Deutschland und beleuchtet deren sozioökonomische Auswirkungen sowie die Verflechtungen mit dem Exportmarkt Afrika. Dabei wird analysiert, wie in den verschiedenen Stadien des Altkleiderkreislaufs Werte generiert werden und welche Rolle karitative Verbände in diesem System spielen.
1 Secondhand oder die Entstehung einer internationalen Wertschöpfungskette
Schon der vor 5300 Jahren in den Südtiroler Alpen verstorbene „Ötzi“ trug einen Patchworkmantel. Entweder trug er diesen aus kulturellen Gründen, vielleicht jedoch auch, weil er das Beste aus Secondhand-Ware schneiderte, was sich in den kalten Gefilden als wärmend herausstellte (vgl. Holdinghausen 2015, S. 11). In diesem Sinne, „as long as clothes have existed, they have been borrowed, exchanged and swapped“ (Brooks 2012, S. 60). Bereits zwischen dem ersten und fünften Jahrhundert wurden im alten Ägypten getragene Kleidungsstücke dazu verwendet, kaputte Puppen auszustopfen (vgl. Hancock 2016, S. 9).
In Zeiten der fortgeschrittenen Globalisierung scheinen sich die Mechanismen verändert zu haben. Die Secondhand-Industrie schafft einen Weg, der es der/dem KäuferIn potentiell ermöglicht, Umwelt- und soziale Probleme zu reduzieren, da keine neue Ware für den Komfort hergestellt werden muss (vgl. ebd., S. 11) – zumindest entsteht vorerst dieser Eindruck.
Doch welche Faktoren haben dazu geführt, in unserer Gesellschaft dieses Bewusstsein zu schaffen, welches einen immer größer werdenden Absatzmarkt schafft, obwohl eigentlich die abgegebenen Kleidungsstücke aus Spenden bestehen? Im Gegensatz zur öffentlichen Meinung, werden diese Spenden nur im geringen Maße karitativen Zwecken überlassen. Dahinter steckt jedoch ein ganzes Netzwerk, das ökonomisch funktioniert. Auf Deutschland bezogen bedeutet dies eine enorme Veränderung der Bedingungen seit den ersten Nachkriegsjahren. Damals noch selbst ein Importeur von Altkleidern, steigt der Verbrauch an Neukleidern seitdem drastisch an (vgl. Hütz-Adams 1995, S. 13). Deutschland ist mittlerweile einer der weltweiten Spitzenreiter im Verbrauch von neuen Textilien. Einerseits kristallisiert sich dafür als Grund das steigende Kapital heraus, andererseits gilt der eigene Konsum als Möglichkeit, die Altkleider danach abgeben zu können (vgl. ebd. 1995, S. 14ff.).
1 Secondhand oder die Entstehung einer internationalen Wertschöpfungskette: Dieses Kapitel bietet eine historische Einordnung des Handels mit gebrauchter Kleidung und skizziert die Entstehung globaler Wertschöpfungsketten.
2 Globale Produktionsketten: Theorie der Wertschöpfungsketten von Altkleidern: Hier werden theoretische Grundlagen wie das Konzept der "Global Value Chains" vorgestellt, um die komplexen Strukturen des internationalen Textilhandels analysierbar zu machen.
3 Wertschöpfungsketten im globalen Kontext: Dieses Kapitel beleuchtet den rechtlichen Rahmen der Wiederverwertung und die globale Vernetzung am Beispiel des Exportmarktes Afrika.
4 Struktur und Zielsetzung karitativer Verbände: Die Untersuchung konzentriert sich hier auf die Organisationen, die den Altkleiderhandel in Deutschland als nicht-gewinnorientierte Akteure maßgeblich gestalten.
5 Methodik: Der Autor erläutert das qualitative Forschungsdesign, inklusive der Wahl von Experteninterviews, zur Erfassung der Wertschöpfungsprozesse.
6 Wertschöpfungskettenanalyse der DRK: Dieses Kapitel liefert eine empirische Untersuchung der Abläufe innerhalb der DRK, basierend auf Interviews und Vor-Ort-Beobachtungen.
7 Gesamtdarstellung: Wertschöpfungskette anhand der DRK: Hier werden die spezifischen Arbeitsprozesse des DRK-Ladens sowie die nachgelagerten Sortierprozesse in einem Modell zusammengeführt.
8 Fazit: Ergebnis der Analyse: Die gewonnenen Erkenntnisse werden hier zusammenfassend bewertet und die ursprüngliche Forschungsfrage beantwortet.
9 Ausblick für den Exportmarkt Afrika: Abschließend wird der Einfluss des europäischen Altkleiderexports auf die sozioökonomische Situation in Afrika kritisch diskutiert.
Altkleider, Wertschöpfungskette, DRK, Secondhand, Globalisierung, Global Value Chains, Textilrecycling, Afrika, Export, Karitative Verbände, Nachhaltigkeit, Sortierprozess, Wiederverwertung, Kleiderspenden, Handel
Die Arbeit analysiert die globale Wertschöpfungskette von Altkleidern, von der Kleiderspende in Deutschland bis zur Vermarktung als Secondhand-Ware in Afrika, unter besonderer Berücksichtigung karitativer Akteure wie dem DRK.
Die Arbeit verknüpft Theorieansätze zu globalen Produktionsketten mit empirischen Einblicken in die praktische Arbeit von Kleiderläden und die Auswirkungen des Altkleiderexports auf globale Märkte.
Das Ziel ist es, den Entstehungsprozess von Werten innerhalb des Altkleiderkreislaufs transparent zu machen und zu klären, welche ökonomischen und sozialen Konsequenzen dieser Handel für Deutschland und die Zielländer in Afrika hat.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, das insbesondere auf Experteninterviews und Beobachtungen direkt vor Ort (z.B. im DRK-Laden und bei Sortierfirmen) basiert.
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Konzepte der "Global Value Chains" dargelegt als auch die konkrete Analyse der DRK-Strukturen durchgeführt, inklusive des Weges der Ware durch Sortier- und Handelsstufen.
Zentrale Begriffe sind Altkleider, Wertschöpfungskette, Globalisierung, Secondhand, karitative Verbände und die Auswirkungen auf den afrikanischen Markt.
Das DRK fungiert als zentraler Akteur, der Kleiderspenden sammelt und diese teilweise in eigenen Läden verwertet oder zur Sortierung an externe Firmen weitergibt, um die Erlöse für karitative Projekte zu nutzen.
Der Autor diskutiert kritisch zwischen den ökonomischen Chancen durch günstige Kleidung und der Gefahr, dass lokale Märkte durch den Import gebrauchter Kleidung beeinträchtigt werden könnten.
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