Masterarbeit, 2018
98 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Rahmenbedingungen
3.1 Was soll der Sachunterricht leisten und welche Aufgaben hat er zu erfüllen?
3.2 Begründung und Ziele der historischen Perspektive im Sachunterricht
3.3 Holocaust und Nationalsozialismus in den Bestimmungen der Lehr-, Rahmenplänen und Kerncurricula der Bundesländer für den Heimat-und Sachunterricht an Grundschulen
4. Begründung einer unterrichtlichen Behandlung von Nationalsozialismus in der Grundschule
4.1.Werden Kinder bereits im Grundschulalter mit den Themen Holocaust und Nationalsozialismus konfrontiert und welchen Platz nehmen sie in ihrer Lebenswelt ein?
4.2 Warum ist das Thema gerade jetzt hochaktuell?
4.3 Antisemitismus in der Grundschule?
4.4 Exkurs: Forschung von Andra Becher über die Vorstellungskonzepte von Kindern über Nationalsozialismus und Holocaust
5. Risiken und Herausforderungen
5.1 Der scheinbar fehlende Zugang
5.2 Tod und Gewalt als emotionale Belastung für Kinder
5.3 Keine reine Opfergeschichte
5.4 Zur Komplexität des Themas
6. Chancen der frühen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus oder dem Holocaust in der Grundschule
7. Welche Kompetenzen können ausgebildet oder gefördert werden?
8. Methodisch-Theoretischer Ansatz: Wie vermittelt man die Themen Nationalsozialismus oder Holocaust kindgerecht und kompetenzorientiert?
8.1 Grundlegendes zur Vorgehensweise und zum Aufbau der Unterrichtseinheit
8.1.1 Wann kann und sollte das Thema eingeleitet werden?
8.1.2 Die Einführungs- und Erarbeitungsphase nach den „Schritten historischen Denkens nach Bergmann“
8.1.3 Der Abschluss
8.2 Zentrale Inhalte und grundlegende Verstehensprozesse
8.3 Fach – und Themenspezifische Methoden
8.3.1 Der Geschichtsraum als offener und vertrauter Raum zugleich
8.3.2 Eigenständiges Lernen und Handlungsorientierung
8.3.3 Identifikationsfiguren als Zugang
8.3.4 Perspektivenübernahme und Perspektivenwechsel
8.4 Quellen, Material und Lernorte
8.4.1 Grundlegendes zur Materialauswahl
8.4.2 Historische Kinderbelletristik
8.4.3 Erzählungen von Zeitzeugen (Oral History)
8.4.4 Außerschulische Lernorte
9. Erfahrungen aus der Schulpraxis
10. Zusammenfassung
11. Fazit
12. Anhang
Die Arbeit untersucht, ob und mit welcher Begründung eine unterrichtliche Behandlung des Nationalsozialismus und des Holocausts bereits in der Grundschule sinnvoll und verantwortbar ist. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie eine kindgerechte, kompetenzorientierte Vermittlung dieser sensiblen Themen gestaltet werden kann, um Prävention gegen Antisemitismus, Rassismus und Vorurteile zu leisten, ohne die Kinder emotional oder kognitiv zu überfordern.
4.2 Warum ist das Thema gerade jetzt hochaktuell?
Der Unterrichtsgegenstand Nationalsozialismus oder Holocaust im Sachunterricht der Grundschulen wird nicht erst seit den letzten Jahren thematisiert, sondern ist im deutschen Raum seit spätestens Mitte der Neunziger Jahre in Diskussion. Dennoch zeigen sowohl die momentanen Entwicklungen in der Technik, als auch in der Wirtschaft und Politik, dass das Thema vor allem im Jahre 2018 mehr als aktuell ist und neue Strömungen die Ausgangsituation beeinflussen.
Obwohl Einwanderung in Deutschland noch nie ein Fremdwort war, betreffen die multikulturellen Einflüsse spätestens seit der Zuwanderung ab 2015 von jährlich zehntausenden Flüchtlingen aus Nicht-EU Ländern, mehrere Bereiche in unserer Gesellschaft. Nicht nur in den Medien werden die aktuellen Entwicklungen seit den letzten drei Jahren immer wieder thematisiert, sie finden somit auch verstärkt Einzug in deutsche Wohnzimmer und führen zu Diskussionen, die auch an Kindern nicht vorbeigehen. Zusätzlich ist der Zulauf rechtsextremer Gruppen und nationalistischer Parteien nicht mehr nur noch in den Medien präsent. Allmählich gehen diese immer mehr in das alltägliche Leben über und kommen in Internetforen, Magazinen, öffentlichen Schmierereien oder einfach nur durch Kommentare von Menschen, die Ihre Meinung dazu äußern möchten zum Ausdruck. Die heterogenen Umwelteinflüsse wie die nie dagewesene Medienpräsenz in Zusammenhang mit den politischen Ereignissen und den Einstellungen der Eltern, die dadurch immer stärker zum Ausdruck kommen, werden auch von Kindern wahrgenommen und verändern die Bedingungen für ihr Aufwachsen. Gerade Kindern fehlt es noch an unmittelbaren Erfahrungen, weshalb sie diese vielmehr und in zunehmenden Maße aus den Medien und dem Umfeld entnehmen.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert judenfeindliche Vorfälle an deutschen Schulen als Ausgangspunkt für die Überlegung, ob bereits in der Grundschule eine Thematisierung von Nationalsozialismus und Holocaust zur Prävention möglich ist.
2. Forschungsstand: Dieser Abschnitt beleuchtet die historische Debatte über das Thema Holocaust in der Grundschule, ausgehend von Adornos Postulat der „Erziehung nach Auschwitz“ bis hin zu neueren empirischen Studien.
3. Rahmenbedingungen: Es wird untersucht, welche Rolle die historische Perspektive im Sachunterricht spielt und inwiefern Lehrpläne und Kerncurricula der Bundesländer eine unterrichtliche Befassung mit NS-Themen vorsehen oder ermöglichen.
4. Begründung einer unterrichtlichen Behandlung von Nationalsozialismus in der Grundschule: Das Kapitel begründet die Relevanz der Thematik, indem es die außerschulische Lebenswelt von Kindern, deren Vorwissen und die Aktualität gesellschaftlicher Prozesse analysiert.
5. Risiken und Herausforderungen: Hier werden Bedenken wie emotionale Überforderung, die Gefahr der Traumatisierung und der scheinbar fehlende Zugang zum Thema kritisch diskutiert.
6. Chancen der frühen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus oder dem Holocaust in der Grundschule: Es werden die Potenziale aufgezeigt, durch eine sensible Behandlung Vorurteilen entgegenzuwirken und demokratische Werte wie Solidarität und Empathie zu fördern.
7. Welche Kompetenzen können ausgebildet oder gefördert werden?: Das Kapitel definiert konkrete Kompetenzziele (Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen), die durch eine unterrichtliche Auseinandersetzung angestrebt werden können.
8. Methodisch-Theoretischer Ansatz: Wie vermittelt man die Themen Nationalsozialismus oder Holocaust kindgerecht und kompetenzorientiert?: Dieser umfangreiche Teil bietet praktische Anleitungen für Lehrkräfte, von der Vorgehensweise nach Bergmann bis zur Auswahl von Quellen, Medien und außerschulischen Lernorten.
9. Erfahrungen aus der Schulpraxis: Anhand von veröffentlichten Fallbeispielen wird veranschaulicht, wie erfolgreiche Unterrichtsprojekte zum Thema in der Grundschule bereits umgesetzt wurden.
10. Zusammenfassung: Die zentralen Argumente und Ergebnisse der Arbeit werden zusammenfassend rekapituliert.
11. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Verantwortung der Lehrkräfte und die Notwendigkeit, Kinder durch frühzeitige Aufklärung gegen undemokratische Tendenzen zu immunisieren.
Nationalsozialismus, Holocaust, Sachunterricht, Grundschule, Historisches Lernen, Antisemitismus, Judenverfolgung, Erziehung nach Auschwitz, Geschichtsbewusstsein, Holocaust Education, Vorurteilsprävention, Multiperspektivität, Zeitzeugen, Medienkompetenz, Kindgerechtigkeit
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Notwendigkeiten einer unterrichtlichen Behandlung des Nationalsozialismus und des Holocausts bereits in der Grundschule, um präventiv gegen Antisemitismus und Fremdenhass zu wirken.
Die zentralen Themen sind historisches Lernen im Grundschulalter, die Analyse des kindlichen Vorwissens und der Medienwelt sowie die Entwicklung didaktischer Konzepte für einen verantwortungsvollen Umgang mit NS-Geschichte.
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, wie diese sensiblen historischen Themen kindgerecht und kompetenzorientiert vermittelt werden können, ohne die Kinder emotional zu überfordern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auseinandersetzung mit geschichtsdidaktischer Fachliteratur, der Analyse von Lehrplänen und der Auswertung empirischer Studien sowie vorliegender unterrichtspraktischer Erfahrungsberichte.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Rahmenbedingungen, die Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken sowie die praktische, methodische Umsetzung des historischen Lernens im Unterricht.
Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Holocaust, Sachunterricht, historisches Lernen, Vorurteilsprävention und Multiperspektivität.
Der „Geschichtsraum“ wird als zentrales methodisches Instrument empfohlen, um Kindern einen vertrauten und offenen Rahmen zu bieten, in dem sie sich selbstständig und nach eigenen Interessen mit historischen Themen auseinandersetzen können.
Die Autorin betont, dass die Initiative zur Thematisierung meist bei der Lehrkraft liegt, die eine große Verantwortung trägt, ihre eigenen Einstellungen zu reflektieren und einen behutsamen, reflektierten Zugang für die Schülerinnen und Schüler zu schaffen.
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