Diplomarbeit, 2005
160 Seiten, Note: 2,3
1. Einführung
1.1 Einleitung und Aufbau der Arbeit
1.2 Thema der Arbeit - Problemstellung
1.3 Allgemeines
1.3.1 Finanzsektor
1.3.2 Instrumente der Unternehmensfinanzierung
2. Kreditfinanzierung
2.1 Definition
2.2 Marktentwicklung und Marktsituation
2.2.1 Historisch
2.2.2 Aktuell
2.3 Marktteilnehmer
2.3.1 Kreditinstitute
2.3.1.1 Banken
2.3.1.2 Förderbanken
2.3.1.3 Bürgschaftsbanken
2.3.2 Unternehmen
2.4 Finanzierungsprozess
2.4.1 Mittelherkunft und Mittelbereitstellung
2.4.2 Internes und Externes Rating
2.4.3 Kosten
2.4.4 Investitionsinstrumente
2.5 Rechtlicher Rahmen der Kreditfinanzierung
2.5.1 Bankenrecht
2.5.2 Steuerrecht
2.6 Vor- und Nachteile der Kreditfinanzierung
2.6.1 Vorteile
2.6.2 Nachteile
3. Private Equity Finanzierung
3.1 Definition
3.2 Marktentwicklung und Marktsituation
3.2.1 Historisch
3.2.2 Aktuell
3.3 Marktteilnehmer
3.3.1 Kapitalgeber - Investoren
3.3.1.1 Banken
3.3.1.2 Pensionskassen
3.3.1.3 Versicherungen
3.3.1.4 Private Investoren
3.3.1.5 Unternehmen als Kapitalgeber
3.3.1.6 Funds of Private Equity-Funds
3.3.1.7 Staat – Staatliche Institutionen
3.3.2 Intermediäre
3.3.2.1 Private Equity-Gesellschaften
3.3.2.2 Funds of Private Equity-Funds als Intermediäre
3.3.3 Kapitalnehmer – Unternehmen
3.4 Die Wertschöpfungskette der Private Equity-Finanzierung
3.4.1 Fund Raising
3.4.2 Deal Flow
3.4.3 Due Dilligence und Valuation
3.4.4 Deal-Structuring
3.4.5 Monitoring
3.4.6 Exit / Desinvestition
3.5 Kapitalherkunft und Mittelzufluss in Deutschland
3.6 Einzahlungen, Gebühren, Ausschüttungen, Gewinn- und Verlustverteilung
3.6.1 Suchkosten
3.6.2 Einzahlungen
3.6.3 Gebühren
3.6.4 Ausschüttungen, Gewinn- und Verlustverteilung
3.7 Finanzierungsphasen
3.7.1 Gründungsphase – Early Stage
3.7.2 Expansionsphase – Expansion Stage
3.7.3 Reifephase – Late Stage
3.8 Rechtlicher Rahmen der Private Equity-Finanzierung
3.8.1 Rechtsformen für Private Equity-Fonds
3.8.2 Steuerrecht für Private Equity-Fonds
3.9 Vor- und Nachteile der Private Equity-Finanzierung
3.9.1 Vorteile
3.9.2 Nachteile
4. Transformationsfunktion
4.1 Definition
4.2 Wirkungsweise der Transformationsfunktion
4.2.1 Kreditsektor
4.2.2 Private Equity-Sektor
4.2.3 Mögliche Formen der Transformationsfunktion
5. Wahrnehmung der Transformationsfunktionen durch den Kreditsektor
5.1 Grundlagen – Bankencontrolling
5.1.1 Risikomanagement
5.1.2 Risikobegriff,–maße und -messung
5.1.3 Risikosteuerung und Risikotransfer
5.2 Rechtliche Bedingungen
5.2.1 Maßnahmen auf europäischer Ebene
5.2.2 Maßnahmen auf nationaler Ebene – Deutschland
5.2.2.1 Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin
5.2.2.2 Bankensektor
5.2.2.2.1 Basel II
5.2.2.2.2 KWG
5.2.2.2.3 Solvabilitätsverordnung SolvV und Liquiditätsverordnung LiqV
5.2.2.2.4 Finanzkonglomerate-Richtlinie
5.3 Folgen für die Transformationsfunktionen im Kreditsektor
5.3.1 Liquiditätstransformationsfunktion im Kreditsektor
5.3.1.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen
5.3.1.2 Fazit Liquiditätstransformation
5.3.2 Losgrößen- und Mengentransformationsfunktion im Kreditsektor
5.3.2.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen
5.3.2.2 Fazit Losgrößen- und Mengentransformation
5.3.3 Fristentransformationsfunktion im Kreditsektor
5.3.3.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen
5.3.3.2 Fazit Fristentransformation
5.3.4 Räumliche Transformationsfunktion im Kreditsektor
5.3.4.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen
5.3.4.2 Fazit Räumliche Transformation
5.3.5 Informationstransformationsfunktion im Kreditsektor
5.3.5.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen
5.3.5.2 Fazit Informationstransformation
5.3.6 Risikotransformationsfunktion im Kreditsektor
5.3.6.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen
5.3.6.2 Fazit Risikotransformation
5.4 Fazit im Kreditsektor
6. Wahrnehmung der Transformationsfunktion durch den Private Equity Sektor
6.1 Rechtliche Bedingungen
6.1.1 Maßnahmen auf EU-Ebene
6.1.2 Maßnahmen auf nationaler Ebene – Deutschland
6.1.2.1 Bankengesetze
6.1.2.2 Steuergesetze
6.1.2.3 Investmentmodernisierungsgesetz
6.1.2.4 Versicherungsgesetze
6.1.2.4.1 Solvency II
6.1.2.4.2 Versicherungsaufsichtsgesetz VAG
6.1.2.4.3 Anlageverordnung (AnlV)
6.1.2.4.4 Folgen für Versicherungsunternehmen
6.2 Folgen für die Transformationsfunktionen im Private Equity-Sektor
6.2.1 Liquiditätstransformationsfunktion im PE-Sektor
6.2.1.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen
6.2.1.2 Fazit Liquiditätstransformation
6.2.2 Losgrößen- und Mengentransformationsfunktion im PE-Sektor
6.2.2.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen
6.2.2.2 Fazit Losgrößen- und Mengentransformation
6.2.3 Fristentransformationsfunktion im PE-Sektor
6.2.3.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen
6.2.3.2 Fazit Fristentransformation
6.2.4 Räumliche Transformationsfunktion im PE-Sektor
6.2.4.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen
6.2.4.2 Fazit Räumliche Transformation
6.2.5 Informationstransformationsfunktion im PE-Sektor
6.2.5.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen
6.2.5.2 Fazit Informationstransformation
6.2.6 Risikotransformationsfunktion im PE-Sektor
6.2.6.1 Mögliche Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen
6.2.6.2 Fazit Risikotransformation
6.3 Fazit im Private Equity-Sektor
7. Alternativen und Veränderungen der Unternehmensfinanzierung
7.1 Zielgruppen
7.2 Eigenfinanzierung
7.3 Fremdfinanzierung
7.3.1 Einlagenfinanzierung
7.3.2 Mezzanine- oder Hybridfinanzierungen
7.3.3 Private Equity-Vermittlung und –Beteiligungen durch Banken
7.3.4 Kreditfabriken
7.3.5 Leasing-Modelle
7.3.6 Factoring
7.3.7 Forderungsverbriefung
7.3.8 Anleihefinanzierung
8. Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern die zunehmende Bedeutung von Private Equity die klassische Transformationsfunktion im Finanzsektor beeinflusst. Vor dem Hintergrund regulatorischer Veränderungen, insbesondere durch Basel II und Solvency II, wird analysiert, wie Banken und Private-Equity-Gesellschaften ihre Rolle bei der Vermittlung von Kapital verändern müssen, um auch künftig Finanzierungen in einem sich wandelnden regulatorischen Umfeld zu ermöglichen.
3.1 Definition
(a) Dem Wortlaut nach besteht Private Equity aus zwei Wortteilen: (1) Private, die in diesem Sinne verwendete Bezeichnung für vor- bzw. ausserbörslich und (2) Equity dem Rechtsbegriff aus dem angloamerikanischen Sprachraum für Eigenkapital. Private Equity ist eine Finanzierungsform mit Eigenkapitalcharakter – somit eine alternative Finanzierungsart gegenüber der klassischen Bankenfinanzierung die bankübliche Sicherheiten benötigt – deren eingesetzte Finanzmittel Unternehmensrisiko tragen und durch ein langfristiges partnerschaftliches Verhältnis bestimmt sind.
(b) Diese werden für nichtbörsennotierte innovative Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial in einer entscheidenden Phase der Unternehmensentwicklung durch spezialisierte Finanzintermediäre (Privatpersonen, sog. „Business Angels“, PE-Gesellschaften oder Dachfonds wie Fund of Funds-Gesellschaften; im Folgenden werden nur Gesellschaften betrachtet) vermittelt. Die Gründe für die Vermittlungstätigkeit liegen in der Existenz von Informationsunterschieden. PE-Gesellschaften gründen im Rahmen ihrer Tätigkeit in der Regel mehrere PE-Fonds. Diese werden meist in der rechtlichen Form der Limited Partnership geführt: Investoren übernehmen darin die Rolle des Limited Partners, d.h. sie sind nicht geschäftsführend und haften daher maximal bis zur getätigten Einlagenhöhe. Im Falle eines wesentlichen Engagements für den Fonds können Investoren auch als bevorzugte Sponsoren fungieren. Die geschäftsführende Gesellschaft haftet in ihrer Funktion als General Partner voll. Als rechtliche Beteiligungsformen werden in Deutschland in der Regel GmbH & Co. KG, GmbH & Co. KGaA oder AG gewählt.
1. Einführung: Das Kapitel erläutert die Problemstellung der Arbeit, welche die zukünftige Wahrnehmung der Transformationsfunktion bei wachsender Bedeutung von Private Equity umfasst.
2. Kreditfinanzierung: Es werden Grundlagen, Marktsituation, Teilnehmer und Prozesse der klassischen Kreditfinanzierung sowie deren rechtliche Rahmenbedingungen beleuchtet.
3. Private Equity Finanzierung: Dieses Kapitel definiert Private Equity, beschreibt die Marktteilnehmer, die Wertschöpfungskette, Finanzierungsphasen sowie rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen.
4. Transformationsfunktion: Hier erfolgt eine theoretische Definition und Beschreibung der Wirkungsweise von Transformationsfunktionen im Finanzsektor.
5. Wahrnehmung der Transformationsfunktionen durch den Kreditsektor: Die Analyse konzentriert sich auf die Folgen von Basel II und aufsichtsrechtlichen Maßnahmen für die Transformationsfunktionen innerhalb des Bankensektors.
6. Wahrnehmung der Transformationsfunktion durch den Private Equity Sektor: Untersucht werden die regulatorischen Bedingungen und deren Folgen für die Transformationsfunktionen im Private-Equity-Sektor.
7. Alternativen und Veränderungen der Unternehmensfinanzierung: Es werden Lösungsansätze und alternative Finanzierungsinstrumente wie Mezzanine-Kapital, Factoring und Leasing im Kontext des Wandels der Unternehmensfinanzierung diskutiert.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Finanzsektors unter dem Einfluss von Konsolidierung und Regulierung.
Private Equity, Kreditfinanzierung, Transformationsfunktion, Basel II, Solvency II, Banken, Risikomanagement, Rating, Eigenkapital, Finanzintermediäre, Unternehmensfinanzierung, Regulierung, Kapitalmarkt, KMU, Wertschöpfungskette.
Die Arbeit untersucht, wie sich die Transformationsfunktion bei der Unternehmensfinanzierung durch den Bankensektor einerseits und durch Private-Equity-Gesellschaften andererseits verändert, wenn die Bedeutung von Private Equity zunimmt und gleichzeitig neue regulatorische Anforderungen (insbesondere Basel II und Solvency II) greifen.
Zentrale Themen sind die Kreditfinanzierung als klassisches Instrument, die Private-Equity-Finanzierung als wachsende Alternative, die theoretische Einordnung von Transformationsfunktionen im Finanzsektor sowie die Auswirkungen von Bankenregulierung und Finanzmarktaufsicht.
Ziel der Untersuchung ist es, zu identifizieren, in welcher Weise künftig die Transformationsfunktion im Finanzsektor wahrgenommen werden kann, wenn Private Equity eine wesentlichere Rolle in der Unternehmensfinanzierung einnimmt und gleichzeitig strengere gesetzliche Rahmenbedingungen für Banken und Versicherungen gelten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Untersuchung der Prozesse in Banken und Private-Equity-Gesellschaften im Hinblick auf deren Transformationsleistungen unter veränderten rechtlichen Bedingungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Definition und Analyse der Kreditfinanzierung und Private-Equity-Finanzierung, die theoretische Herleitung der Transformationsfunktion sowie die explizite Untersuchung der Auswirkungen rechtlicher Bedingungen auf die Transformationsfunktionen in beiden Sektoren.
Neben Private Equity und Kreditfinanzierung stehen Begriffe wie Transformationsfunktion, Basel II, Risikomanagement, Rating und Eigenkapital im Fokus der Arbeit.
Der Autor argumentiert, dass die Einführung von Basel II aufgrund der notwendigen höheren Eigenkapitalunterlegung und der risikoorientierten Kreditvergabe insbesondere für KMU zu einer Verteuerung und potenziellen Verknappung von Krediten führen kann, was Investitionsvorhaben erschweren könnte.
Die etablierte Hausbankbeziehung wird als Chance für Unternehmen bewertet, um durch langfristige, partnerschaftliche Verhältnisse Informationsasymmetrien abzubauen und so im Rahmen der durch Basel II geforderten Risikoorientierung weiterhin Kredite zu erhalten.
Versicherungen treten zunehmend als institutionelle Investoren in Private-Equity-Fonds auf, da sie unter anderem zur Portfoliodiversifizierung und Renditesteigerung in Zeiten niedriger Zinsen beitragen. Ihre Aktivitäten werden jedoch künftig durch die Solvency II-Richtlinien stärker reguliert.
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