Bachelorarbeit, 2016
45 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik und Problemstellung
1.2 Problemstellung
2 Grundlagen
2.1 Venture Capital
2.1.1 Definition von Venture Capital
2.1.2 Abgrenzung zum Begriff des Private Equity
2.2 Geschichte des Venture Capital in Deutschland
2.3 Aktuelle und historische Entwicklungen
2.4 Phasen der VC-Investitionen
2.4.1 Seed Stage
2.4.2 Early Stage
2.4.3 Later Stage
2.5 Arten von Venture Capital Gebern
2.5.1 Industrielle Investoren
2.5.2 Private Investoren
2.5.3 Institutionelle Investoren
2.5.4 Sonstige Unterstützer
2.6 Gesellschaftsformen und Gesetzliche Begebenheiten
2.6.1 GmbH
2.6.2 UG
2.6.3 LTD
2.6.4 Personengesellschaften
2.6.5 Rechtsformen in den USA
3 Der Venture Capital Markt
3.1 Entwicklung des Venture Capital Marktes
3.1.1 Der Markt in Deutschland seit 2013
3.1.2 Der Markt in Großbritannien
3.1.3 Vergleich mit den US-Markt
3.1.4 Sonstige weltweite Entwicklung
3.2 Staatlicher Einfluss
3.2.1 Deutschland
3.2.2 Großbritannien
3.3 Probleme im deutschen Markt
3.3.1 Exit und IPO
3.3.2 Ausfallquoten im Vergleich
4 Verbesserung Maßnahmen im Venture Capital-Markt
4.1 EIS Maßnahme als Verbesserung
4.1.1 Enterprise Investment Scheme
4.1.2 Seed Enterprise Investment Scheme
4.2 Vergleich mit Deutschland
4.3 Anwendung in Deutschland
5 Strukturelle Veränderungen im deutschen Markt
5.1 EIS Maßnahmen in Deutschland und andere Verbesserungen
5.1.1 Verlustvortrag
5.1.2 Besteuerung von Veräußerungsgewinn
5.1.3 Anrechnungsfähigkeit
5.1.4 Planbarkeit der Steuerlast
6 Fazit
Die Arbeit analysiert die strukturellen Probleme und Schwächen des deutschen Venture Capital-Marktes im Vergleich zum britischen und amerikanischen Markt. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch steuerliche und gesetzliche Anpassungen – insbesondere orientiert an britischen Vorbildern wie dem Enterprise Investment Scheme (EIS) – die Rahmenbedingungen für Investoren verbessert werden können, um langfristig Wohlstand und Innovationskraft in Deutschland zu sichern.
2.1.1 Definition von Venture Capital
Venture Capital ist ein Begriff, welcher aus den Vereinigten Staaten von Amerika stammt und mit den Begriffen „Wagniskapital“ oder „Risikokapital“ übersetzt wird. Das Wort „Risiko“ beschreibt dabei schon in etwa die Vorgehensweise der Kapitalgeber. Venture Capital wird in der Regel in Unternehmen investiert, bei welchen ein hohes Ausfallrisiko der Investitionen besteht, also bei sehr jungen Unternehmen, welche sich noch nicht am Markt etabliert haben. Diese Unternehmen besitzen oftmals keine hohe Kreditwürdigkeit und können sich deshalb nicht über die klassische Form der Fremdfinanzierung nämlich dem Bankkredit finanzieren bzw. ist diese Finanzierung mit sehr hohen Zinskosten aufgrund des erhöhten Risikos verbunden.
Zu diesem Zwecke nutzen die Unternehmen das sog. Venture Capital, um sich zu etablieren und um somit die gewünschte Geschäftsidee umzusetzen. Anders als bei herkömmlichen Unternehmen, die von Personen gegründet werden, die einen erheblichen Anteil Eigenkapital mitbringen, werden Start-ups von meist jungen Menschen gegründet, die kaum eigenes Geld mitbringen. Das junge Alter hat zur Folge, dass sie ihre Ideen oftmals nur mit fremder Hilfe umsetzen können und auch oftmals ein erheblicher Kapitalbedarf vorhanden ist. Dieser Kapitalbedarf wird von den Venture Capital-Gebern erfüllt, welche sich von dem erhöhten Risiko, eine erhöhte Investitionsrendite erhoffen oder auf der Suche nach Synergieeffekten sind.
Der Kapitalgeber fungiert hierbei aber nicht wie im klassischen Sinne als Fremdkapitalgeber, sondern als Eigenkapitalgeber. Für seine Investitionen, welche mit einem hohen Risiko verbunden ist, wird der Investor durch einen i.d.R. hohen Anteil am Unternehmen entschädigt und steigt sogar teilweise mit ins Management ein. Wie oben schon beschrieben, entsteht das hohe Risiko durch die frühe Phase des Unternehmens, eine Phase wo ggf. kein Umsatz erwirtschaftet wird. Fast alle Start-ups benötigen aktuell schon Kapital, bevor überhaupt ein eigentliches Produkt entstanden ist. Dies ist besonders im amerikanischen Markt der Fall, wo viele Start-ups hochkomplizierte technische Erneuerungen erfinden und mit Innovationen glänzen, welche jedoch zur Realisierung hohe Kapitalinvestitionen benötigen. Doch ist eine gute Idee alleine noch kein Kriterium, welches einen sicheren späteren Erfolg garantiert.
1 Einleitung: Einführung in die Problematik des deutschen Venture Capital-Marktes und Aufzeigen des Innovationsrückstands gegenüber den USA.
2 Grundlagen: Definition der Begriffe Venture Capital und Private Equity sowie historische Herleitung und Untersuchung der Akteure und Rechtsformen.
3 Der Venture Capital Markt: Detaillierte Marktanalyse und Vergleich der Dynamik in Deutschland, Großbritannien und den USA sowie Untersuchung staatlicher Einflüsse.
4 Verbesserung Maßnahmen im Venture Capital-Markt: Analyse der britischen EIS- und SEIS-Maßnahmen als mögliches Vorbild für den deutschen Markt.
5 Strukturelle Veränderungen im deutschen Markt: Konkrete steuerliche und regulative Vorschläge zur Reform des deutschen Marktes, basierend auf den britischen Erfahrungen.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Bestätigung, dass verbesserte Rahmenbedingungen entscheidend für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sind.
Venture Capital, Private Equity, Start-ups, Deutschland, Großbritannien, USA, Enterprise Investment Scheme, SEIS, Innovationsfinanzierung, Verlustvortrag, Kapitalmarkt, Risikokapital, Steuerrecht, Gründerszene, Wirtschaftswachstum
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der strukturellen Schwächen des deutschen Venture Capital-Marktes im internationalen Vergleich und der Entwicklung von Lösungsansätzen zur Stärkung der Investitionslandschaft.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte des Risikokapitals in Deutschland, eine vergleichende Analyse internationaler Märkte (USA/Großbritannien) sowie die steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für Start-up-Finanzierungen.
Das Ziel ist es, durch die Analyse erfolgreicher britischer Förderinstrumente wie dem "Enterprise Investment Scheme" konkrete Handlungsempfehlungen für den deutschen Gesetzgeber abzuleiten, um privates Kapital effizienter in junge Unternehmen zu lenken.
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse der Marktentwicklungen, statistische Vergleiche zwischen den Ländern sowie die Auswertung von Expertengesprächen mit Investmentbankern.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Venture Capitals, die Analyse der aktuellen Marktsituation, den Vergleich der staatlichen Eingriffe und die Erarbeitung von Reformvorschlägen.
Wesentliche Begriffe sind Venture Capital, Wagniskapital, Enterprise Investment Scheme, Steuerliche Rahmenbedingungen, Start-up-Finanzierung und Wettbewerbsfähigkeit.
Der HTGF dient als Beispiel für eine staatlich dominierte Finanzierungskultur, deren Unwirtschaftlichkeit und geringe Erfolgsquote der Autor kritisch hinterfragt, um die Notwendigkeit privaterer Anreizsysteme zu betonen.
Da der britische Markt durch transparente und investorenfreundliche Steuergesetzgebung (EIS/SEIS) signifikant höhere Investitionsvolumina bei Start-ups verzeichnet, sieht der Autor hier ein erprobtes Modell, das – angepasst an deutsches Recht – die hiesige Lücke schließen könnte.
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