Bachelorarbeit, 2017
116 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffliche und Theoretische Grundlagen
2.1. Stereoskopie
2.2. Geschichtliche Einordnung und heutiger Stand des 3D-Films
2.3. Theorie und Technik des 3D-Films
2.4. „Voll im Film sein“ - Stand der Immersionsforschung
2.4.1. Involvement
2.4.2. Immersion
2.4.3. Presence
2.5. Immersion nach Voss
2.5.1. Die Einfühlungstheorie nach Lipps
2.5.2. Fiktionale Immersion als Weltensprung
2.5.3. Immersion und das Imaginäre
3. Forschungsfrage und Formulierung der Hypothesen
4. Methoden
4.1. Filmanalyse
4.1.1. Inhaltsangabe und Filmstilistik
4.1.2. Filmanalytische Ansätze
4.1.3. Auswahl der Sequenzen
4.1.4. Sequenzanalysen
4.1.4.1. Sequenz „Kennenlernen von Omi“
4.1.4.2. Sequenz „Streit und Versöhnung“
4.2. Eyetracking-Experiment
4.2.1. Voraussetzungen optischer Wahrnehmung
4.2.2. Definition und Entwicklung des Eyetracking-Verfahrens
4.2.3. Versuchsaufbau und Durchführung
4.3. Befragung
4.3.1. Arten der Befragung
4.3.2. Grundgesamtheit und Stichprobenauswahl
4.3.3. Fragebogenkonzipierung
4.3.4. Durchführung
5. Ergebnisse und Interpretation
5.1. Eyetracking-Experiment
5.2. Befragung
6. Beantwortung der Forschungsfrage
7. Fazit, Reflexion und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern der Einsatz stereoskopischer Effekte in dem Liebesdrama „Love“ (2015) von Gaspar Noé das Rezeptionsverhalten und den emotionalen Zustand des Zuschauers beeinflusst. Ziel ist es, kognitive und emotionale Unterschiede zwischen der 3D- und der 2D-Version des Films empirisch zu erfassen.
2.1. Stereoskopie
Der Begriff Stereoskopie leitet sich aus den griechischen Begriffen „stereos“ (Raum, räumlich) und „skopeo“ (betrachten) ab und meint „[d]ie Gesamtheit der Verfahren zur Aufnahme und Wiedergabe raumgetreuer Bilder“ (zu Hüningen 2012, o.S.). Gelegentlich tauchen auch die Begriffe „Raumfilm“, „stereoskopischer Film“ oder „plastischer Film“ auf (Steinmetz 2011, S. 70). Obwohl sich in der Fachliteratur die Begriffe „Stereoskopie“ und „3D“ ihrer Bedeutung nach nicht ganz decken, werden beide Begriffe synonym verwendet.1 Der Unterschied zum zweidimensionalen Bild ist die hinzugefügte Tiefenebene, die dem Zuschauer im Kino das Sehen eines dreidimensionalen Bildes ermöglicht und „sich somit eine neue Räumlichkeit des Films und eine veränderte Positionierung des Zuschauers zum Dargestellten“ ergibt (Jockenhövel 2014, S. 68).
Für die Aufnahme eines stereoskopischen Filmes sind zwei Kameras erforderlich, die in leichtem Abstand zueinander das Geschehen aufzeichnen (interokulare Distanz) und somit die Tiefe des Raumes bestimmen (vgl. Jockenhövel 2014, S. 68). Mittels spezieller Brillen2 werden die auf der Leinwand projizierten Halbbilder dem Zuschauer so vermittelt, dass er das Bild als dreidimensional wahrnimmt. Bei der negativen Disparität (oder auch negative Parallaxe) entsteht der Eindruck, dass der Gegenstand/die Person im Kinosaal schwebt. Bei der positiven Parallaxe hingegen hat es den Eindruck, als spiele sich das Geschehen hinter der Leinwand ab. Jockenhövel ist der Meinung, dass das stereoskopische Filmbild „uns mit einer komplexen, visuellen Welt konfrontier[t]“ und so „immersives Potenzial aufweisen“ kann (Jockenhövel 2014, S. 193). Von Immersion wird gesprochen, wenn die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu einem Großteil absorbiert wird.3 Im Folgenden werden die Theorie und Technik sowie die Geschichte der Stereoskopie beschrieben.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Bedeutung und den aktuellen Stand der Stereoskopie ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Wirkungsunterschiede zwischen 2D- und 3D-Versionen von „Love“.
2. Begriffliche und Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die technischen Aspekte der Stereoskopie, die Geschichte des 3D-Films sowie die psychologischen Konstrukte der Immersion nach verschiedenen Ästhetikansätzen.
3. Forschungsfrage und Formulierung der Hypothesen: Hier werden die zentralen Annahmen über den Einfluss der 3D-Technik auf kognitive Reize, Immersion und Blickverhalten formuliert und in vier Hypothesen operationalisiert.
4. Methoden: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, bestehend aus Filmanalyse, einem Eyetracking-Experiment zur Blickverlaufsmessung und einer ergänzenden Befragung der Probanden.
5. Ergebnisse und Interpretation: Die erhobenen Daten aus dem Eyetracking und der Befragung werden ausgewertet, interpretiert und hinsichtlich der aufgestellten Hypothesen analysiert.
6. Beantwortung der Forschungsfrage: Die empirischen Ergebnisse werden zusammengeführt, um zu klären, inwiefern kognitive und emotionale Unterschiede durch die 3D-Rezeption induziert werden.
7. Fazit, Reflexion und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Limitationen (z. B. Einfluss der 3D-Brille) und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten.
Stereoskopie, 3D-Film, Immersion, Filmanalyse, Eyetracking, Wirkungsanalyse, Rezeption, Presence, Involvement, Gaspar Noé, Love, Blickverlauf, experimentelle Psychologie, Medienforschung, Wahrnehmung.
Die Arbeit untersucht die kognitiven und emotionalen Wirkungen stereoskopischer Kinofilme auf den Zuschauer am Beispiel des Films „Love“.
Zentrale Themen sind die Geschichte und Technik des 3D-Kinos, die wissenschaftliche Immersionsforschung sowie die empirische Analyse von Rezeptionsprozessen.
Das Ziel ist es, Unterschiede im Erleben (Immersion, emotionale Teilhabe, Realitätsempfinden) zwischen der 2D- und 3D-Version desselben Films zu identifizieren.
Die Arbeit nutzt eine Triangulation aus Filmanalyse, einem Eyetracking-Experiment und einer schriftlichen Befragung zur Validierung der Hypothesen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Herleitung und die anschließende empirische Untersuchung inklusive Auswertung der Blickdaten und Fragebögen.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Stereoskopie, Immersion, Eyetracking, Medienwirkung und Filmanalyse definieren.
Nein, die Hypothese einer stärkeren Immersion konnte in dieser Studie nicht bestätigt werden, was unter anderem auf die störende Wirkung der Eyetracking-Brille zurückgeführt wird.
Spiegelungen dienen laut Filmanalyse als wichtiges stilistisches Mittel, um neue Tiefenebenen zu schaffen und die Distanz zwischen den Protagonisten zu verdeutlichen.
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