Bachelorarbeit, 2013
35 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Analyse des Gegenstandes
2.1 Bewegungsspiel
2.2 Sportspiel
2.3 Bewegungsspiel und Sportspiel im Vergleich
3 Didaktische Analyse der Sportspielvermittlung
3.1 Allgemeine didaktische Konzepte
3.1.1 Das Sportartenkonzept
3.1.2 Das Erfahrungsorientierte Konzept
3.2 Niedersächsisches Kerncurriculum
3.2.1 Struktur – und Kompetenzerwerb
3.2.2 Erfahrungs- und Lernfeld „Spielen“
4 Sportspielvermittlungskonzepte
4.1 Spielgemäßes Konzept
4.2 Genetisches Konzept
4.3 Integrative Sportspielvermittlung
4.4 Tactical-Games-Teaching
5 Analyse der sportspieldidaktischen Konzepte
5.1 Die Forschungsmethode: Hermeneutik
5.2 Vergleich der sportspieldidaktischen Konzepte
5.3 Bewertung der Spielfähigkeit in Sportspielvermittlungskonzepten
6 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht verschiedene sportspieldidaktische Konzepte zur Einführung von Sportspielen im Schulsport, mit dem Ziel, eine methodische Empfehlung auszusprechen, die sowohl allgemeine als auch spezielle Spielfähigkeiten gemäß den Anforderungen des niedersächsischen Kerncurriculums fördert und Motivationsverlust bei Schülern durch Überforderung verhindert.
4.2 Genetisches Konzept
Dietrich (1984) entwickelte auf der Grundlage des Spielreihenkonzepts das genetische Konzept, da er die Ausbildung einer allgemeinen Spielfähigkeit im Spielreihenkonzept vermisste. Diese konnte das Spielreihenkonzept nicht bieten, da dort der Wechsel der Spielformen durch den Lehrer vorgegeben wurde (vgl. Loibl, 2006, S. 19). Zusätzlich zur allgemeinen Spielfähigkeit wird durch dieses Konzept auch die spezielle Spielfähigkeit gelernt und weiterentwickelt.
„Denn wenn im Wechsel von Denken, Sprechen und Handeln Spielsituationen analysiert, neue Spielverläufe vorstrukturiert und Handlungsalternativen erwogen werden, dann werden die für gelingendes Spielen notwendigen kognitiven Muster ausgearbeitet und bewusster verfügbar“ (Dietrich, 1984, S. 19)
Weitere Befürworter des genetischen Konzepts sind u.a. Loibl und Wagenschein. Wagenschein (1991) hat in seinem Buch „Verstehen lehren“ ein Essay „[z]um Problem des [g]enetischen Lehrens“ verfasst und legt drei Prinzipien zu Grunde: genetisch Lehren, sokratisch Lehren, exemplarisch Lehren.
Genetisch Lehren bedeutet, dass die Lernenden selbstständig an einem Problem arbeiten und versuchen einen Lösungsweg zu finden (vgl. Wichmann, 2008, S. 89). Beim sokratischen Lehren liegt das Augenmerk auf der Förderung der Selbstständigkeit. Sollten Fragen oder Probleme auftreten, werden diese zurückgegeben und der Lehrende unterstützt und steuert indirekt die Lösung des Problems (vgl. Loibl, 2006, S. 19). Das exemplarische Lehren gehört zwingend mit zu diesen Prinzipien, da die Lernenden durch das genetisch-sokratische Vorgehen in exemplarischen Themengebieten grundlegende Kenntnisse gewinnen (a.a.O., S. 20). Nach Wagenschein ist das genetische Prinzip in der oben dargestellten Dreiheit das Führende. Daher gilt das genetischen Lehren als Oberbegriff (Wagenschein, 1991, S. 75).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Motivationsverlusts bei Schülern während des Sportunterrichts ein und formuliert die Frage nach der geeigneten Methodik für die Sportspielvermittlung.
2 Analyse des Gegenstandes: Dieses Kapitel definiert und differenziert die Begriffe Bewegungsspiel und Sportspiel sowie deren Vergleich.
3 Didaktische Analyse der Sportspielvermittlung: Hier werden übergeordnete didaktische Konzepte sowie die Vorgaben des niedersächsischen Kerncurriculums für das Lernfeld „Spielen“ erläutert.
4 Sportspielvermittlungskonzepte: In diesem Teil werden vier spezifische Vermittlungskonzepte – spielgemäß, genetisch, integrativ und Tactical-Games-Teaching – detailliert vorgestellt.
5 Analyse der sportspieldidaktischen Konzepte: Dieses Kapitel vergleicht die Konzepte methodisch mittels Hermeneutik und bewertet diese hinsichtlich der Spielfähigkeit.
6 Fazit: Die Zusammenfassung schließt mit der Empfehlung, das genetische Konzept für den Schulsport als am geeignetsten zu wählen, um sowohl allgemeine als auch spezielle Spielfähigkeiten zu entwickeln.
Sportspielvermittlung, Schulsport, Spielfähigkeit, Sportspieldidaktik, Spielgemäßes Konzept, Genetisches Konzept, Integrative Sportspielvermittlung, Tactical-Games-Teaching, Kerncurriculum, Bewegungspädagogik, Sportspiel, Sportunterricht, Motivation, Didaktische Reduktion, Hermeneutik.
Die Arbeit befasst sich mit dem Vergleich verschiedener didaktischer Konzepte zur Einführung von Sportspielen im Schulsport, um Lehrern eine methodische Orientierung zu geben.
Die zentralen Felder sind die Differenzierung von Bewegungs- und Sportspielen, didaktische Anforderungen des Kerncurriculums sowie die Analyse vier spezifischer Vermittlungskonzepte.
Das Ziel ist es zu ermitteln, welches didaktische Konzept für den Schulsport am besten geeignet ist, um sowohl die allgemeine als auch die spezielle Spielfähigkeit bei Schülern erfolgreich zu fördern.
Der Autor verwendet die qualitative, inhaltsanalytische Hermeneutik, um Konzepte zu deuten und zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Vorstellung der vier Konzepte (spielgemäß, genetisch, integrativ, Tactical-Games-Teaching) und deren vergleichende Analyse.
Die wichtigsten Begriffe sind Spielfähigkeit, Schulsport, Sportspielvermittlung, Kompetenzerwerb und genetisches Konzept.
Es wird als am geeignetsten bewertet, da es als einziges der analysierten Konzepte sowohl die allgemeine als auch die spezielle Spielfähigkeit vermittelt und die Schüler aktiv in die Unterrichtsgestaltung einbezieht.
Das spielgemäße Konzept setzt auf deduktive Wissensvermittlung durch den Lehrer und Technikorientierung, während das genetische Konzept induktiv und schülerzentriert arbeitet, um Probleme eigenständig zu lösen.
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