Bachelorarbeit, 2018
41 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. J. R. R. Tolkien und die altnordische Sagenwelt
3. Eddische Einflüsse in der Middle-earth
3.1. Konkreta
3.1.1. Orte
3.1.2. Mythologische Wesen
3.1.3. Charaktere
3.1.4. Götter
3.2. Konzepte
3.2.1. Der „verfluchte“ Ring
3.2.2. Zahlensymbolik
3.2.3. Runen
4. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der altnordischen Eddas sowie der Vǫlsunga saga auf J. R. R. Tolkiens fiktive Welt „Middle-earth“. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Tolkien Berührungspunkte mit diesen Sagenstoffen hatte und welche konkreten sowie konzeptuellen Elemente er in sein Werk integrierte.
3.1.1.1. Miðgarðr
Die vermeintlich prominenteste Parallele trägt der Schauplatz Tolkiens bekanntester Romane, The Hobbit und The Lord of the Rings, bereits in seinem Namen, denn die Welt der Menschen wird in der altnordischen Literatur in aller Regel als miðgarðr bezeichnet. Dieses wird oftmals als „Mittelerde“, in der englischen Literatur auch als „Middle-earth“ übersetzt, wobei es sich jedoch um eine recht freie Übersetzung handelt, denn das altnordische Wort miðgarðr lässt sich in zwei Bestandteile zerlegen: Nämlich zum einen in mið, was auch gemeinhin korrekt als Mitte oder Mittel übersetzt wird, und zum anderen in garðr, welches jedoch nicht direkt „Erde“ bedeutet, sondern eher einen umfriedeten Ort bezeichnet. Eine genauere Übersetzung für miðgarðr wäre somit etwas wie „mittlere Umfriedung“, welche im eddischen Kontext auch durchaus sinnvoll erscheint, denn in der Gylfaginning heißt es, die Erde sei kreisförmig und in ihrer Mitte läge miðgarðr, umgeben von einem Wall aus den Wimpern des Riesen Ymir. Auch Tolkien scheint sich dieser eigentlichen Bedeutung des Wortes garðr bewusst zu sein, denn er verwendet es als Namensbestandteil des Ortes Isengard, welcher ebenfalls von einer Mauer umgeben ist. Es erscheint daher wahrscheinlicher, dass der Anglist Tolkien die Bezeichnung für seine Welt vom Mittelenglischen middel-erde bzw. middel-erthe ableitet, worauf sich außerdem auch aus seinen Briefen schließen lässt. Zwar mag, wie Tolkien in diesen Briefen selbst ausführt, die altenglische Form dieser Bezeichnung, nämlich middangeard, auf das altnordische miðgarðr zurückgehen, doch der eigentliche Einfluss stammt hier somit aus dem Mittelenglischen.
1. Einleitung: Einführung in das Genre der Fantasy und Darlegung der Forschungsfrage bezüglich des Einflusses der Eddas auf J. R. R. Tolkiens Werk.
2. J. R. R. Tolkien und die altnordische Sagenwelt: Kurze Biografie des Autors, die seine intensive Beschäftigung mit der altnordischen Philologie und Literatur belegt.
3. Eddische Einflüsse in der Middle-earth: Hauptteil der Arbeit, der direkte und indirekte Anleihen bei Orten, Wesen, Göttern und Konzepten analysiert.
3.1. Konkreta: Untersuchung der Übernahme realer Entsprechungen aus dem Edda-Stoff, darunter Orte, mythologische Wesen, Charaktere und Göttergestalten.
3.1.1. Orte: Analyse von Schauplätzen wie Mittelerde und Düsterwald (Mirkwood) auf ihre Entlehnung aus der nordischen Mythologie.
3.1.2. Mythologische Wesen: Gegenüberstellung von Zwergen, Elben, Riesen und anderen Kreaturen aus den Eddas und Tolkiens Legendarium.
3.1.3. Charaktere: Vergleich spezifischer Identitäten und Heldenarchetypen, insbesondere mit Blick auf Drachentöter wie Sigurðr und dessen tolkiensche Spiegelbilder.
3.1.4. Götter: Untersuchung der Rollenverteilung und Charakteristika göttlicher Wesen, insbesondere Óðinns Einfluss auf Manwë und Gandalf.
3.2. Konzepte: Analyse abstrakter Motive wie der Ring-Symbolik, Numerologie und der Funktion von Runen.
3.2.1. Der „verfluchte“ Ring: Vergleich zwischen dem Andvaranaut und dem Einen Ring in Bezug auf ihre verheerenden Wirkungen.
3.2.2. Zahlensymbolik: Betrachtung der Bedeutung der Zahl Neun in der altnordischen Literatur im Vergleich zu Tolkiens Werk.
3.2.3. Runen: Analyse der Verwendung von Runen als magische Zeichen versus rein schriftliche Markierungen in Mittelerde.
4. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion, inwieweit die Eddas als primäre Inspirationsquelle für Tolkien dienen können.
J. R. R. Tolkien, Mittelerde, Edda, Nordische Mythologie, Vǫlsunga saga, Óðinn, Gandalf, Drachentöter, Ring-Symbolik, Runen, Zwerge, Elben, Mythologische Wesen, Literarischer Einfluss, Philologie.
Die Bachelorarbeit untersucht die Verbindung zwischen den altnordischen Eddas sowie der Vǫlsunga saga und J. R. R. Tolkiens fiktiver Welt „Middle-earth“.
Die Arbeit behandelt die Übernahme konkreter Elemente (Orte, Wesen, Charaktere) und konzeptueller Motive (Ring-Symbolik, Zahlensymbolik, Runen) aus der nordischen Mythologie.
Es soll analysiert werden, inwieweit Tolkien mit den Sagenstoffen in Berührung kam und wie diese sein Werk beeinflusst haben.
Es handelt sich um eine komparative Literaturanalyse, bei der Tolkiens Primärwerke mit eddischen Quellen verglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in konkrete Entsprechungen wie Orte und mythologische Wesen sowie abstrakte Konzepte, die Tolkiens Weltbild prägen.
Die Arbeit fokussiert auf Begriffe wie Nordische Mythologie, Literarischer Einfluss, Drachentöter-Motiv und Tolkien-Exegese.
Tolkien selbst bezeichnete Gandalf als „Odinic wanderer“. Beide teilen das Merkmal des wandernden Weisen, tragen einen Hut, einen Mantel und sind in Fluchtszenarien auf Adler angewiesen.
Wie im Edda-Stoff, wo die Neun eine spezifisch germanische magische Zahl darstellt, nutzt Tolkien diese zur Strukturierung seines Ringsystems (Ringgeister, Verteilung der Machtringe).
Ja, die Arbeit zeigt zahlreiche Parallelen auf, etwa den Drachenkampf, das zerbrochene Schwert und das Schicksal des Protagonisten, das auf den Einfluss der Vǫlsunga saga hindeutet.
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