Fachbuch, 2019
97 Seiten
1 Einleitung
2 Definitionen
2.1 Definition von Armut
2.2 Definition von Kinderarmut
3 Konsequenzen von Kinderarmut
3.1 Folgen von Armut undmultiple Deprivation
4 Vererbung von Armut
4.1 Definition des Begriffes „soziale Vererbung“
5 Welche Aufgabe hat Soziale Arbeit?
5.1 Was heißt Armutsprävention?
5.2 Präventionsmaßnahmen gegen Kinderarmut am Beispiel Neustadt an der Weinstraße
6 Schlussbetrachtung und Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Phänomen der sozialen Vererbung von Kinderarmut in Deutschland und analysiert kritisch die Möglichkeiten und Grenzen der Sozialen Arbeit im Bereich der Prävention, insbesondere am praktischen Beispiel der Stadt Neustadt an der Weinstraße.
3.1.2 Auswirkungen auf die Wohnsituation der Kinder
Arme Menschen wohnen oft in sogenannten „Sozialvierteln“. Dies sind meist Hochhäuserblocks, in denen vor allem Menschen wohnen, welche von staatlicher Hilfe leben, zur Rubrik Arm gehören und sich andere Wohnungen nur schwer leisten können. In diesen Stadtteilen herrscht oft ein ähnliches Denken, was zu einheitlichen Verhaltensweisen unter den Bewohnern führt. Kindern, welche in diesen Vierteln aufwachsen und von früh an diese Denk- und Verhaltensweisen vermittelt bekommen, fällt es schwer, im späteren Leben aus diesen Stadteilen und der Armut herauszukommen. (vgl. Hradil, 2014, S. 27; vgl. Lutz, 2012, S. 17f., vgl. Kohler-Gehrig, 2016, S. 14 & 36f) Zu dieser Denkweise gehört häufig die Annahme, an der eigenen Situation nichts ändern zu können. Diesem Denken liegen meist dahingehende negative Erfahrungen zugrunde. Es besteht ein Ohnmachtsgefühl. Auch gibt es Menschen, welche der Meinung sind, wenn der Staat ihnen Geld zahlt, warum sollten sie dann dafür arbeiten gehen. Vielleicht haben sie nicht besonders viel Geld, jedoch lässt sich damit auskommen. (vgl. Kohler-Gehrig, 2016, S. 43) Diese, oft als soziale Brennpunkte bezeichneten Viertel entstehen in der Regel dadurch, dass die Menschen, welche besser verdienen, wegziehen und immer mehr arme Menschen zuziehen.
In Folge davon kommt es dazu, dass fast nur noch Menschen in dem Viertel leben, deren Lebenswelten sich stark gleichen. Es entsteht also eine Ansammlung armer Menschen, welche eine eigene Gemeinschaft bilden und sich vor dem Rest der Gesellschaft verschließen, was zur Stigmatisierung des Viertels und seiner Bewohner führt. Soziale Brennpunkte entstehen meist in alten Stadtvierteln oder in Wohnhäuserblocks, welche am Stadtrand liegen. (vgl. Gerull, 2011, S. 124) In diesen Stadtgebieten entsteht so eine Ansammlung an bestimmten sozialen Gruppen, deren Mitglieder sich durch Punkte wie Armut, Religion oder soziales Milieu ähneln. Manchmal sind es nur einzelne Punkte, welche sich gleichen, aber meiust gibt es mehrere Berührungspunkte. Dabei kommt es oft dazu, dass die Bewohner eines Stadtviertels nur noch untereinander in sozialen Kontakt treten und sich vor der Außenwelt abschotten, es entsteht eine Art Parallelgesellschaft.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Situation der Kinderarmut in Deutschland, erläutert die Relevanz der Thematik und formuliert die zentralen Fragestellungen sowie das Ziel der vorliegenden Bachelorarbeit.
2 Definitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begrifflichkeiten wie Armut, Kinderarmut, deren Messmethoden (Median, Lebenslagenansatz) sowie die aktuelle statistische Lage in Deutschland definiert und erläutert.
3 Konsequenzen von Kinderarmut: Das Kapitel analysiert die weitreichenden Auswirkungen von Armut auf verschiedene Lebensbereiche von Kindern, darunter die materielle Versorgung, die Wohnsituation, soziale Teilhabe, Gesundheit und Bildung.
4 Vererbung von Armut: Hier wird der Begriff der sozialen Vererbung theoretisch hergeleitet und anhand von Modellen wie der Armutsspirale und dem Teufelskreis der Armut verdeutlicht, um die generationenübergreifende Reproduktion von Armut aufzuzeigen.
5 Welche Aufgabe hat Soziale Arbeit?: Dieses Kapitel untersucht die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Armutsprävention, diskutiert theoretische Ansätze und analysiert anhand eines Experteninterviews die konkrete praktische Arbeit am Beispiel der Spiel- und Lernstube in Neustadt an der Weinstraße.
6 Schlussbetrachtung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, beantwortet die eingangs gestellten Forschungsfragen und gibt einen Ausblick auf notwendige politische und gesellschaftliche Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarmut.
Kinderarmut, Soziale Arbeit, Soziale Vererbung, relative Armut, Armutsprävention, multiple Deprivation, Lebenslagenansatz, soziale Ungleichheit, Armutsspirale, Teufelskreis der Armut, Bildungsarmut, Sozialviertel, Resilienz, soziale Teilhabe, Kinder- und Jugendhilfe.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von in Armut aufwachsenden Kindern in Deutschland und untersucht, wie Soziale Arbeit dazu beitragen kann, die daraus resultierenden Folgen zu mindern.
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Messung von Kinderarmut, deren Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung in verschiedenen Lebenslagen sowie Mechanismen der sozialen Vererbung.
Ziel ist es, einen Einblick in die kinderbezogene Armutsprävention der Stadt Neustadt an der Weinstraße zu geben und durch die Analyse von Stärken und Schwachstellen Möglichkeiten zur Optimierung aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse sowie einem qualitativen Experteninterview mit Mitarbeitern einer Caritas-Einrichtung.
Der Hauptteil analysiert die Folgen von Kinderarmut auf Gesundheit, Bildung und Wohnen sowie theoretische Erklärungsmodelle zur generationenübergreifenden Verfestigung von Armut.
Wichtige Begriffe sind Kinderarmut, soziale Vererbung, Armutsprävention, Resilienz und Soziale Arbeit.
Der Begriff dient dazu, die generationenübergreifende Weitergabe von Lebensbedingungen und Habitus zu erklären, wird jedoch im Fazit kritisch als "Verfestigung von Armut" hinterfragt.
Es dient als praxisnahes Fallbeispiel, an dem die Herausforderungen kommunaler Präventionsarbeit wie der Spiel- und Lernstube verdeutlicht werden.
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