Bachelorarbeit, 2018
56 Seiten, Note: 1,3
Vorwort und Danksagung
I. Einleitung
II. Hauptteil
2.1 Zugänge zum Lehrerberuf im historischen Kontext und die „ersten“ Quereinsteigenden
2.2 Wer darf Lehrer werden und wer wird Lehrer?
2.2.1 Das Lehrerausbildungsgesetz NRW (LABG)
2.2.2 Wie reproduziert sich die Lehrerschaft?
2.3 Die Lehrerversorgung: Quantitäten und Bedarfe
2.3.1 Die Lehrerbedarfsprognosen 2014 bis 2030 der KMK und der „Schüler-Boom“
2.3.2 Maßnahmen zur Sicherung der Unterrichtsversorgung
2.4 Der Quer- bzw. Seiteneinstieg
2.4.1 Die gesetzliche Legitimation in Nordrhein-Westfalen
2.4.2 Die Unterscheidung zwischen Quer- und Seiteneinstieg
2.4.3 Berufswahlmotive für den Quereinstieg
2.4.4 Die Qualifizierung der Quereinsteigenden
2.5 Der Lehrerberuf und der Professionalisierungsdiskurs
2.5.1 Gibt es Alternativen zur grundständigen Lehramtsausbildung?
2.5.2 Der Lehrerberuf als Profession
III. Schluss
Diese Bachelorarbeit untersucht die pädagogische Professionalität im Kontext der Reproduktion schulischer Bildungseliten und analysiert kritisch die aktuellen Herausforderungen und Lösungsstrategien bei der Lehrerbedarfsdeckung durch Quer- und Seiteneinstiegsprogramme.
2.1 Zugänge zum Lehrerberuf im historischen Kontext und die „ersten“ Quereinsteigenden
„Wer den Knoten nicht kennt, der kann ihn auch nicht lösen.“ (Aristoteles, Metaphysik, Buch III, Kap. 1.)
Gemäß diesem aristotelischen Zitats beleuchtet das folgende Kapitel auszugsweise die Geschichte und die Entwicklung des Lehrerberufs. Dies ist nötig, um den Lehrerberuf in seiner historisch gewordenen Form zu verstehen und die Steuerungsmechanismen der Lehrerquantitäten sowie Zugänge zum Lehramt in der Geschichte aufzutun. Zusätzlich sollen erste Hinweise auf Quereinsteiger in der Historie des Lehrerberufs herausgestellt werden. Der Schwerpunkt dieses Kapitels liegt auf der historischen Entwicklung des Lehrerberufs ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert.
Kemnitz (2011) hält fest, dass die Entstehung des Lehrerberufs mit der Entwicklung des modernen Schulsystems eng verbunden ist, weil hier eine eigenständige und sozial anerkannte Lehrertätigkeit entstehen konnte. Erst durch den Beginn der Institutionalisierung des staatlichen Schulwesen und der Etablierung der „niederen“ und „höheren“ Schulen entstanden die verschiedenen Berufsstände im Lehrerberuf, die mit ihren jeweiligen Zugangsvoraussetzungen und Prüfungsordnungen, noch heute in den Lehrämtern zu finden sind (vgl. Thierack 2002, 50).
I. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung zur Reproduktion schulischer Bildungseliten vor und verknüpft sie mit der aktuellen Debatte um Lehrermangel und Quereinstieg.
II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung, die normativen Grundlagen der Lehrerausbildung, die Lehrerbedarfsprognosen und die theoretischen Konzepte von Professionalität im Lehrerberuf.
III. Schluss: Der Schlussteil fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und plädiert für eine stärkere Subjektorientierung in der Bildungspolitik.
Lehrerberuf, Pädagogische Professionalität, Bildungseliten, Quereinstieg, Seiteneinstieg, Lehrermangel, Lehrerbedarfsprognose, Professionalisierungsdiskurs, Lehramtsausbildung, Soziale Herkunft, Lehrerversorgung, Schulsystem, Subjektbildung, Qualifizierung, Inklusion
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Professionalität und der Frage, wie schulische Bildungseliten reproduziert werden, insbesondere vor dem Hintergrund des aktuellen Lehrkräftemangels.
Die zentralen Themen umfassen historische Zugänge zum Lehrerberuf, die soziale Zusammensetzung der Lehrerschaft, die Diskrepanz zwischen Lehrerbedarf und -angebot sowie die Professionalisierungstheorie.
Das Ziel ist es, die Legitimierung von Quer- und Seiteneinstiegsprogrammen kritisch zu hinterfragen und zu diskutieren, wie pädagogische Professionalität in einem sich wandelnden Bildungssystem gewahrt werden kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und den Vergleich von verschiedenen Bildungsstudien sowie Prognosedaten zur Lehrerversorgung.
Im Hauptteil werden neben historischen Rückbezügen auch das Lehrerausbildungsgesetz NRW, die Lehrerbedarfsprognosen der KMK und der Bertelsmann-Stiftung sowie Ansätze zur Professionalisierung nach Oevermann detailliert analysiert.
Die wichtigsten Begriffe sind Lehrerberuf, Pädagogische Professionalität, Lehrermangel, Quereinstieg, Seiteneinstieg und Bildungseliten.
In NRW unterscheiden sich diese primär durch ihren Status: Der Quereinstieg führt in der Regel in einen Vorbereitungsdienst, während der Seiteneinstieg eine direkte Einstellung in den Schuldienst mit berufsbegleitender Qualifizierung bedeutet.
Die soziale Herkunft beeinflusst den Habitus von Lehrkräften, was wiederum Auswirkungen auf die Interaktion mit Schülern aus unterschiedlichen sozialen Schichten und somit auf die Reproduktion sozialer Ungleichheit im Bildungssystem haben kann.
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