Bachelorarbeit, 2014
31 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Pränataldiagnostik – Was ist das?
2.1 Gesetzliche Regelungen
2.1.1 Schwangerschaftsabbruch nach §218 StGB
2.1.2 Schwangerschaftskonfliktgesetz
2.2 Methoden der Pränataldiagnostik
2.2.1 Nicht invasive Methoden
2.2.1.1 Ultraschalluntersuchung
2.2.1.2 Ersttrimester-Screening
2.2.1.3 Untersuchung des mütterlichen Blutes
2.2.2 Invasive Methoden
2.2.2.1 Amniozentese (Fruchtwasserentnahme)
2.2.2.2 Chorionzottenbiopsie (Punktion des Mutterkuchens)
2.2.2.3 Cordozentese (Nabelschnurpunktion)
3. Eltern in der Entscheidungsproblematik für oder gegen das Fortsetzen der Schwangerschaft nach einem auffälligen Befund
3.1 Mögliche Reaktionen nach einem auffälligen Befund
3.1.1 Die Angst vor dem Leben mit einem behinderten oder kranken Kind
3.1.2 Die Entscheidung für das Leben mit einem behinderten oder kranken Kind
3.1.3 Die Entscheidung für den Schwangerschaftsabbruch
3.2 Schwangerschaftsabbruch infolge von Pränataldiagnostik
4. Pränataldiagnostik – Ein ethisches Problem?
5. Resümee
Die Arbeit untersucht die Entscheidungsproblematik von Eltern, die nach pränataldiagnostischen Untersuchungen mit einem auffälligen Befund konfrontiert werden. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der psychischen Ausnahmesituation, der verschiedenen Entscheidungsprozesse sowie der ethischen Spannungsfelder, die durch das medizinisch machbare Spektrum und den Wunsch nach einem gesunden Kind entstehen.
3.1 Mögliche Reaktionen nach einem auffälligen Befund
Wie bereits erwähnt, nutzen die meisten Schwangeren pränataldiagnostische Maßnahmen als ein zusätzliches Angebot zur Bestätigung der gesunden Entwicklung ihres ungeborenen Kindes. In fast allen Fällen liefern die Untersuchungen negative Befunde, das bedeutet, es wurde beim Ungeborenen keine Abweichung festgestellt. Die Zeitspanne zwischen der Untersuchung und dem Erhalten des Befundes erleben viele Schwangere und ihre Partner als sehr belastend. Viele können und wollen in dieser Zeit der Ungewissheit noch keine enge emotionale Bindung zu ihrem Kind aufbauen, welches zuerst den „Qualitätscheck“ bestehen muss, um ganz angenommen zu werden.
Erst mit dem Erhalt des negativen Befundes und somit der vermeintlichen Gewissheit, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen, beginnt für viele die Schwangerschaft richtig und sie können sich auf ihr Kind freuen (vgl. Fosen-Schlichtinger 2002, S. 107). Doch viele Behinderungen und Krankheiten werden nicht durch die Pränataldiagnostik erfasst, entstehen unter Geburtskomplikationen oder erst im Laufe des Lebens durch Unfälle oder in Folge von Krankheiten, es gibt nie eine Garantie für das gesunde Kind. Auch dessen sollten sich die werdenden Eltern bewusst sein. Nur etwa 4,5 Prozent aller Behinderungen sind angeboren (vgl. Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V. 2011, S. 24). Pränataldiagnostik kann also keine Garantie bieten, dass ein Kind für den Rest seines Lebens von Behinderungen und Krankheiten verschont bleiben wird. „Die Auseinandersetzung mit Behinderung/Krankheit kann für jede/jeden früher oder später aktuell werden“ (Arz de Falco 1991, S. 82)
1. Einleitung: Beleuchtet den Wunsch nach einem gesunden Kind, die wachsende Bedeutung der Pränataldiagnostik sowie die daraus resultierende Herausforderung für Eltern und Beratungskräfte.
2. Pränataldiagnostik – Was ist das?: Definiert den Begriff, stellt gesetzliche Grundlagen wie den §218 StGB dar und erläutert die verschiedenen invasiven und nicht-invasiven Untersuchungsmethoden.
3. Eltern in der Entscheidungsproblematik für oder gegen das Fortsetzen der Schwangerschaft nach einem auffälligen Befund: Analysiert die emotionalen Reaktionen, die Beweggründe für verschiedene Lebensentscheidungen und die medizinische Praxis des Schwangerschaftsabbruchs nach einem Befund.
4. Pränataldiagnostik – Ein ethisches Problem?: Diskutiert die gesellschaftlichen Auswirkungen, den Druck zur Perfektion und die ethischen Dilemmata bei der Selektion ungeborenen Lebens.
5. Resümee: Fasst zusammen, dass die Pränataldiagnostik zur Routine geworden ist und das elterliche Vertrauen in das natürliche Schicksal durch ein „überwachtes“ Sicherheitsbedürfnis ersetzt hat.
Pränataldiagnostik, Schwangerschaftsabbruch, auffälliger Befund, Entscheidungsproblematik, genetische Untersuchung, selektive Abtreibung, Ethik, Behindertenberatung, Lebensplanung, reproduktive Gesundheit, Diagnostik, Schwangerschaftskonflikt, Chromosomenanomalie, medizinische Indikation, Elternschaft.
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen und ethischen Entscheidungssituation von Eltern, die nach vorgeburtlichen Untersuchungen (Pränataldiagnostik) die Nachricht erhalten, dass ihr Kind möglicherweise eine Behinderung oder Krankheit aufweist.
Die Schwerpunkte liegen auf den gesetzlichen Rahmenbedingungen, der Darstellung gängiger Untersuchungsmethoden, der psychologischen Belastungssituation der Eltern und der ethischen Debatte um Selektion und gesellschaftliche Normen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, in welch schwieriger und komplexer Entscheidungslage sich werdende Eltern befinden, wenn die Pränataldiagnostik einen auffälligen Befund liefert, und wie diese Prozesse wertungsfrei beleuchtet werden können.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung von Studien und gesetzlichen Dokumenten basiert.
Der Hauptteil behandelt die technischen Methoden (invasiv vs. nicht-invasiv), die rechtlichen Grundlagen (§218 StGB), die psychologische Dynamik zwischen dem Wunsch nach einem gesunden Kind und der Realität eines auffälligen Befundes sowie die ethische Einordnung.
Pränataldiagnostik, Entscheidungsproblematik, Schwangerschaftsabbruch, Ethik, Behinderung und elterliche Verantwortung sind die zentralen Begriffe.
Das Recht auf Nichtwissen beschreibt die Freiheit der Eltern, sich gegen eine Diagnose zu entscheiden, um das Kind ohne den Druck einer vorab festgestellten Behinderung anzunehmen, was einen wichtigen Kontrapunkt zum medizinischen Optimierungswillen darstellt.
Der Fetozid wird als medizinisch notwendiger, aber psychisch hoch belastender Schritt bei einem Schwangerschaftsabbruch in der fortgeschrittenen Schwangerschaft thematisiert, um das Überleben eines geschädigten Kindes nach der Geburt zu verhindern.
Es beschreibt den gesellschaftlichen Druck, durch Selektion nur "perfekte" oder "normgerechte" Kinder zu gebären, was behindertes Leben zunehmend als vermeidbares Defizit erscheinen lässt.
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