Fachbuch, 2019
58 Seiten
1 Einleitung
1.1 Einordnung des Dispositionseffekts im wissenschaftstheoretischen Kontext
1.2 Abgrenzung und Vorgang der Untersuchung des Dispositionseffekts
2 Der Dispositionseffekt im verhaltensorientierten Kontext
2.1 Charakterisierung des Dispositionseffekts im entscheidungstheoretischen Kontext
2.2 Die Irrationalität der rationalen Erklärungsansätze
2.3 Einordnung von Entscheidungen im Kontext des Dispositionseffekts
2.3.1 Die Prospect Theorie
2.3.2 Die Reget und Pride Theorie
2.3.3 Weitere Forschungsschwerpunkte
2.4 Einfluss von nicht monetären Anspruchsanpassungen auf den Dispositionseffekt
3 Methodik des Experiments
3.1 Hypothesenformulierung
3.2 Versuchsaufbau und Auswahl der experimentellen Variablen
3.3 Errechnung des Dispositionseffekts
3.4 Charakterisierung der experimentellen Variablen
3.5 Interne und externe Validität
4 Ergebnisse
4.1 Analyse des Datensatzes
4.2 Analyse des Dispositionseffekts
4.3 Hypothesentests
5 Diskussion
5.1 Beurteilung der Ergebnisse
5.2 Fazit und kritische Würdigung des Experiments
Diese Arbeit untersucht den sogenannten Dispositionseffekt bei Investitionsentscheidungen und analysiert, inwieweit nicht-monetäre Anspruchsanpassungen der Anleger einen Einfluss auf dieses spezifische Verhalten ausüben. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, ob durch die Modifikation von Handlungspräferenzen eine Erklärung für das in der Behavioral Finance bekannte Phänomen gefunden werden kann.
2.3.1 Die Prospect Theorie
Die Prospekt Theory (PT, dt. Neue Erwartungstheorie) wurde erstmal von (Tversky, et al., 1992) beschrieben und wenige Jahre später weiterentwickelt. Sie beruht auf der Beobachtung, dass durch subjektive Risikowahrnehmung Verluste ausgehend von einem Status Quo stärker gewichtet werden als gleichgroße Gewinne. Der ökonomische (rationale) Erwartungsnutzen wird nicht als Bewertungsmaßstab bei Entscheidungen zugrunde gelegt. Auch werden beispielsweise sichere, positive Auszahlungen gegenüber höheren, unsicheren präferiert (auch bei geringerem Erwartungsnutzen). Bei negativen Auszahlungen handeln Individuen dagegen umgekehrt. Außerdem werden kleine Wahrscheinlichkeiten überschätzt und große hingegen unterschätzt.
Für eine experimentelle Modellierung dieses Phänomens wird eine einfache Lotterie betrachtet.
Zustände eines Prospekts (dt. „Lotterie“) können positive (Gewinne) oder negative (Verluste) Abweichungen generieren, es herrscht also Risiko. Kern kann dieser Prozess dabei auf drei Elemente menschlichen Handelns zurückgeführt werden:
(1)Individuen bilden Referenzpunkte, von denen aus Handlungsalternativen in Bezug gesetzt werden können. Dies beruht auf der Erkenntnis, dass menschliche Wahrnehmung und Bewertung immer perspektivisch geschieht. Es werden somit keine absoluten Änderungen analysiert, sondern bezugsabhängige. Außerdem werden positive und negative Ausgänge voneinander separiert wahrgenommen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Dispositionseffekts ein und verortet das Thema im wissenschaftstheoretischen Kontext der Behavioral Finance.
2 Der Dispositionseffekt im verhaltensorientierten Kontext: Das Kapitel erläutert die theoretischen Erklärungsansätze für den Dispositionseffekt, insbesondere die Prospect-Theorie und die Regret and Pride Theorie, sowie die Rolle nicht-monetärer Faktoren.
3 Methodik des Experiments: Hier wird der experimentelle Aufbau der Portfolio-Simulation beschrieben, einschließlich der Hypothesenbildung und der methodischen Variablen.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Datenanalyse der durchgeführten Simulation sowie die Auswertung des Dispositionseffekts und der Hypothesentests.
5 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse kritisch bewertet und in den wissenschaftlichen Kontext eingeordnet, wobei auch Limitationen des experimentellen Designs erörtert werden.
Dispositionseffekt, Behavioral Finance, Investitionsentscheidung, Prospect-Theorie, Erwartungsnutzen, Referenzpunkt, Anlageverhalten, Portfolio-Simulation, Risikoaversion, Verlustaversion, Verhaltensanomalie, Finanzpsychologie, Anspruchsanpassung, Kapitalmarkt, rationale Erklärungsansätze
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Dispositionseffekts, bei dem Anleger dazu neigen, Gewinner-Aktien zu früh zu verkaufen und Verlierer-Aktien zu lange zu halten, und prüft dessen Abhängigkeit von individuellen Anspruchsanpassungen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Behavioral Finance, der psychologischen Entscheidungsfindung von Privatinvestoren und der empirischen Überprüfung mittels einer Portfolio-Simulation.
Das Ziel ist herauszufinden, ob durch die Manipulation von "erweiterten Ansprüchen" (wie Intensität und Aktivität bei der Entscheidungsfindung) ein messbarer Einfluss auf das dispositionale Verhalten von Investoren besteht.
Der Autor verwendet eine quantitative experimentelle Methode in Form einer auf Microsoft Excel basierenden Portfolio-Simulation, um das Anlageverhalten von Probanden zu erfassen und statistisch auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung bestehender Modelle wie der Prospect-Theorie und der Regret and Pride Theorie sowie in die methodische Beschreibung und Auswertung des durchgeführten Experiments.
Wichtige Begriffe sind Dispositionseffekt, Behavioral Finance, Referenzpunkt, Verlustaversion, Portfolio-Simulation und Anspruchsanpassung.
Die TG wurde angehalten, ihre klassischen sowie erweiterten Investitionsansprüche (Intensität und Aktivität) vor Beginn der Simulation zu formulieren und zu reflektieren, während die KG lediglich klassische Anforderungen äußerte.
Hypothese 1 (Einfluss erweiterter Ansprüche) konnte nicht verworfen werden, da ein beobachtbarer Unterschied zwischen den Gruppen existierte. Hypothese 2 (Einfluss geänderter Ansprüche auf dispositionales Verhalten) musste hingegen abgelehnt werden.
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