Bachelorarbeit, 2018
38 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1. Die vertikale Fusion „1+n=1“
2.2. Rechtliche Grundlagen
3. Chancen und Risiken
3.1 Das Problem der doppelten Marginalisierung
3.2 Das Free Riding-Problem
3.2.1 Free Riding zwischen Händlern
3.2.2 Free Riding zwischen Herstellern
3.3 Das Commitment-Problem
4. Schlussfolgerungen
4.1. Gegenüberstellung von Chancen und Risiken
4.2 Beurteilung von Handlungsempfehlungen
5. Fazit und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die ökonomischen und wettbewerbspolitischen Auswirkungen vertikaler Unternehmensfusionen unter besonderer Berücksichtigung der Wohlfahrtsökonomik. Ziel ist es, anhand theoretischer Ansätze zu analysieren, ob sich allgemeingültige Empfehlungen für die Zulässigkeit solcher Zusammenschlüsse formulieren lassen oder ob eine individuelle Einzelfallprüfung zwingend erforderlich bleibt.
3.1 Das Problem der doppelten Marginalisierung
Das Problem der doppelten Marginalisierung entsteht, wenn ein Hersteller beim Verkauf seiner Waren zu den Grenzkosten noch einen Gewinnaufschlag berechnet (z.B.: die Grenzkosten des Herstellers pro Produkt betragen durchschnittlich 10 Euro, um Profite zu erwirtschaften verkauft er sein Produkt an den Händler für 15 Euro pro Stück) und auf der nächsten Stufe der Händler diese Produkte kauft und ebenfalls einen Gewinnaufschlag zu Profitzwecken erhebt (Kosten des Händlers beinhalten [neben anderen Kosten, die im Folgenden jedoch nicht weiter beachtet werden] die 15 Euro pro Stück, die er dem Hersteller bezahlt dazu berechnet der Händler einen Gewinnaufschlag von ebenfalls 5 Euro pro Stück, wodurch der Endpreis 20 Euro beträgt). Dies führt dazu, dass der Preis des Produktes für den Konsumenten weit über dem der Grenzkosten liegt. (Motta ,307f)
Das doppelte Marginalisierungs-Problem existiert jedoch nur unter der Annahme, dass Händler und Hersteller beide genug Marktmacht besitzen, um Preise oberhalb ihrer Grenzkosten setzen können, denn unter vollkommenem Wettbewerb könnten (bei gleichen Grenzkosten) keine großen Gewinnaufschläge realisiert werden ohne, dass die Nachfrage stark abnimmt und der Gewinn reduziert wird.
In der folgenden Abbildung werden die Gewinne ∏, Preise P und Produktionsmengen Q eines fusionierten Unternehmens (Abbildungsteil (a)) mit der Situation bei doppeltem Gewinnaufschlag (Abbildungsteil (b)) gegenüber gestellt, wenn Hersteller und Händler Monopolisten sind (also ein maximales Maß an Marktmacht besitzen).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass vertikale Fusionen sowohl Effizienzpotenziale bergen als auch den Wettbewerb durch Wohlfahrtsverluste gefährden können.
2. Grundlagen: Hier werden Definitionen zur vertikalen Fusion, Abgrenzungen zu horizontalen Fusionen sowie die relevanten rechtlichen Rahmenbedingungen des AEU-Vertrags dargelegt.
3. Chancen und Risiken: Dieses Kapitel analysiert detailliert die drei zentralen ökonomischen Probleme – doppelte Marginalisierung, Free-Riding und Commitment – und deren Auswirkungen auf die Marktstruktur.
4. Schlussfolgerungen: Eine systematische Gegenüberstellung verschiedener Marktkonstellationen zeigt, dass pauschale Aussagen zur Wettbewerbsschädigung kaum möglich sind und individuelle Prüfungen erfordern.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass jede vertikale Fusion individuell bewertet werden muss und verweist auf vertikale Kooperationen als Alternative zur Fusion.
Vertikale Fusion, Marktmacht, doppelte Marginalisierung, Free Riding, Commitment-Problem, Wohlfahrt, Konsumentenrente, Produzentenrente, Marktverschließung, Wettbewerbspolitik, AEU-Vertrag, Effizienzeffekte, Handelsempfehlungen, Industrielle Organisation.
Die Arbeit analysiert die Chancen und Risiken vertikaler Unternehmensfusionen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Wettbewerb, die Wohlfahrt sowie Produzenten- und Konsumentenrenten.
Die zentralen Themen umfassen die doppelte Marginalisierung, das Free-Riding-Problem sowie das Commitment-Problem in verschiedenen Marktkonstellationen.
Das Ziel ist es zu klären, ob sich allgemeingültige Handlungsempfehlungen für die wettbewerbspolitische Bewertung von vertikalen Fusionen ableiten lassen oder ob Einzelfallanalysen notwendig sind.
Die Arbeit nutzt eine theoretische ökonomische Analyse basierend auf Literatur von Motta, Glöckner, Carlton und Perloff, um verschiedene Fusionstypen wettbewerbspolitisch einzuordnen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die detaillierte Analyse der drei genannten ökonomischen Probleme und deren Gegenüberstellung in verschiedenen Marktszenarien.
Die wichtigsten Begriffe sind Vertikale Fusion, Marktmacht, Wohlfahrt, Marktverschließung und Wettbewerbspolitik.
Es beschreibt den ineffizienten Zustand, in dem sowohl der Hersteller als auch der Händler einen eigenen Gewinnaufschlag erheben, was den Endpreis für den Konsumenten unnötig in die Höhe treibt.
Es zeigt, dass ein Monopolist seine Marktmacht oft nicht voll ausspielen kann, da Händler befürchten, bei langfristigen Bindungen vom Hersteller opportunistisch ausgenutzt zu werden, was zu Vertragsschwierigkeiten führt.
Nein, Fusionen können sowohl wettbewerbsfördernd (durch Effizienzsteigerung) als auch wettbewerbsschädigend wirken; die Bewertung hängt stark vom Grad der Marktmacht der beteiligten Akteure ab.
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