Bachelorarbeit, 2017
71 Seiten, Note: 2,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1 Einleitung
2 Argumentieren
3 Konzessives Argumentieren
4 Literale Prozeduren in Schülertexten
5 Fragestellung und Hypothesen
6 Forschungsdesign und Methodik
6.1 Teilnehmer*innen und Auswertungsmaterial
6.2 Auswertungsraster für konzessive Argumentationsstrukturen
7 Präsentation der Ergebnisse der Auswertung
8 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
9 Ausblick
10 Literaturverzeichnis
10.1 Sekundärliteratur
10.2 Onlineliteratur
12 Anhang
12.1 Schülertexte
12.2 Auswertungsraster für konzessive Argumentationsstrukturen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Qualität und Häufigkeit von konzessiven Argumentationsstrukturen in Texten von Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschülern. Ziel ist es, durch eine zweifache Erhebung Erkenntnisse über die argumentative Kompetenz zu gewinnen und mögliche Ansätze für eine gezielte schulische Förderung aufzuzeigen.
1 EINLEITUNG
„Argumentieren und Schreiben verlangen vom sprachlich Handelnden eine sozial-kommunikative Kompetenz, er benötigt also die Fähigkeit, den Erwartungshorizont des Adressaten zu antizipieren und den zu produzierenden Text an diese Erwartungen anzupassen.“ (Winkler 2002, S.141).
Argumentieren ist eine komplexe sprachliche Handlung, die vom Schreiber vielfältige Kompetenzen erfordert (Rezat 2011, S.50). Insbesondere die subjektive Perspektivenübernahme gilt als sehr anspruchsvoll. Ein Mittel der Perspektivenübernahme ist das konzessive Argumentieren. Bei dieser Art des Argumentierens versucht der Schreiber die Argumente seines Gegenübers zu antizipieren, sie zu verstehen, um sie anschließend in seiner Argumentation zu entkräften. Die Schwierigkeit des konzessiven Argumentierens liegt darin, dass der Schreiber einen virtuellen Dialog in seinen Text integrieren muss. Er muss also imstande sein, gleichzeitig konzeptionell-schriftlich und dialogisch-mündlich zu denken und dieses Vorgehen in seiner schriftlichen Argumentation umsetzen (Rezat 2011, S.50). Hinzu kommt, dass beim schriftlichen Argumentieren kein situativer Kontext vorhanden ist. Um also funktional konzessiv argumentieren zu können, muss der Schreiber einen situativen Kontext schaffen, die Argumente seines Gegenübers antizipieren und anschließend entkräften (Rezat 2011, S.51).
1 Einleitung: Einführung in die Thematik des Argumentierens und Definition der Zielsetzung der Arbeit sowie des konzessiven Argumentierens.
2 Argumentieren: Erläuterung der Grundlagen des Argumentierens als sprachliche Handlung und der dafür benötigten Kompetenzen.
3 Konzessives Argumentieren: Detaillierte Begriffsklärung der Konzession und Erläuterung der logischen Strukturen beim konzessiven Argumentieren.
4 Literale Prozeduren in Schülertexten: Definition von literalen Prozeduren und Abgrenzung zu allgemeinen Schreibprozeduren im schulischen Kontext.
5 Fragestellung und Hypothesen: Formulierung der zentralen Forschungsfragen sowie der Annahmen hinsichtlich der Lehr- und Lernbarkeit argumentativer Prozeduren.
6 Forschungsdesign und Methodik: Vorstellung der Probanden, des Auswertungsmaterials und der methodischen Vorgehensweise bei der Untersuchung.
7 Präsentation der Ergebnisse der Auswertung: Darstellung der quantitativen Befunde der Erhebungen anhand von Tabellen und Diagrammen.
8 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse: Kritische Analyse der Daten und Diskussion der Gründe für die gefundene Häufigkeit und Qualität der Argumentationsstrukturen.
9 Ausblick: Reflexion der Ergebnisse und Skizzierung von Möglichkeiten für weiterführende Forschungsansätze sowie Optimierung des Auswertungsrasters.
10 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundär- und Onlineliteratur.
12 Anhang: Bereitstellung der Original-Schülertexte und des verwendeten Auswertungsrasters.
Konzessives Argumentieren, Argumentationskompetenz, Oberstufe, Literale Prozeduren, Schülertexte, Perspektivenübernahme, Schreibfähigkeit, Textprozeduren, Deutschunterricht, Argumentationstheorie, Sprachliche Handlungen, Empirische Untersuchung, Schreibroutinen, Funktionalität, Schulische Schreibförderung.
Die Arbeit untersucht, ob und wie Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe in ihren Texten konzessiv argumentieren, also Gegenargumente in ihre eigene Argumentation einbinden.
Die zentralen Themen sind das konzessive Argumentieren, der Erwerb argumentativer Textkompetenzen, der Einsatz literaler Prozeduren und die Förderung dieser Fähigkeiten im Deutschunterricht.
Das Ziel ist die Erforschung der Qualität und Häufigkeit konzessiver Strukturen in Schülertexten über zwei Erhebungszeitpunkte hinweg, um Rückschlüsse auf Förderansätze ziehen zu können.
Es wird eine empirische Auswertung von Schülertexten durchgeführt, die auf einem bestehenden Auswertungsraster von Sara Rezat basiert, welches zwischen funktionalen und nicht funktionalen Strukturen unterscheidet.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung des Argumentierens, die methodische Beschreibung des Forschungsdesigns sowie die detaillierte Präsentation und Interpretation der Auswertungsergebnisse.
Wichtige Begriffe sind unter anderem konzessives Argumentieren, argumentative Textkompetenz, literale Prozeduren, Perspektivenübernahme und Schreibförderung.
Diese Unterscheidung ist entscheidend, da das bloße Vorkommen konzessiver Elemente keine Kompetenz beweist; erst die korrekte funktionale Einbindung in den Text zeigt eine entwickelte argumentative Fähigkeit.
Kategorie IV beschreibt die Einräumung ohne explizite Kodierung, kombiniert mit einer Gegenbehauptung, und bietet durch ihre Offenheit besonderen Raum für interpretative Analysen der Schülertexte.
Die Schwierigkeit liegt vor allem darin, dass Schülertexte im Vergleich zu Expertentexten oft eine geringere sprachliche Präzision aufweisen, was eine eindeutige Kategorisierung der Argumentationsstrukturen erschwert.
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