Bachelorarbeit, 2018
43 Seiten, Note: 2.7
1. Einleitung
2. Annährung an die Problematik
2.1. Der Terrorismus: Versuch einer Definition und historischer Rückblick
2.2. Die westliche Vorstellung vom Islam
2.3. Die westliche Sichtweise auf die Selbstmordattentäter
3. Christoph Peters’ Ein Zimmer im Haus des Krieges
3. 1. Ein Zimmer im Haus des Krieges - Inhalt und Sprache
3.2. Jochen Sawatzky - „[ein] verwirrte[r] junger Mann“
3.3. Die Darstellung der religiös motivierten Gewalt
3.4. Das Scheitern auf dem Weg zum Verstehen
4. John Updikes Terrorist
4.1. Terrorist – Form und Aufbau
4.2. Ahmad Ashmawy Mulloy - „Ein sympathischer Held“
4.3. Islamkritik und die Darstellung des islamistischen Fundamentalismus bei Updike
4.4. Die Kritik am „American Way of Life“
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Rezeption des islamistischen Selbstmordattentäters in der zeitgenössischen Literatur, wobei der Fokus auf den Romanen „Ein Zimmer im Haus des Krieges“ von Christoph Peters und „Terrorist“ von John Updike liegt. Ziel ist es zu analysieren, wie die Darstellung dieser Figuren durch westliche Stereotype und den politisierten Diskurs nach den Anschlägen vom 11. September geprägt ist.
3. 1. Ein Zimmer im Haus des Krieges - Inhalt und Sprache
Im Roman Ein Zimmer im Haus des Krieges werden zwei Figuren mit unterschiedlichen Biographien gegenübergestellt. Auf der einen Seite wird ein islamistisch radikalisierter Deutscher dargestellt, dessen Ziel ist, für den Gott zu sterben. Auf der anderen Seite steht ein deutscher Diplomat, der insgeheim in den 68er Jahren mit links-radikalisierter Gewalt sympathisiert hatte. Die Romanhandlung beginnt am frühen Morgen des 14. November im Jahr 1993. An diesem Tag versucht eine kleine Gruppe an einem touristischen Ort im ägyptischen Luxor einen Anschlag zu verüben. In der Gruppe befindet sich ein Deutscher, Jochen Sawatzky, der sich jetzt Abdallah nennt. „Abdallah“ bedeutet im Arabischen Diener oder Knecht Gottes. Der Protagonist ist, wie sich im Laufe der Romanhandlung herausstellt, eine in einigen Bereichen gescheiterte Persönlichkeit: „Sawatzkys Vergangenheit [ist] chaotisch: abgebrochenes Gymnasium, keine Berufsausbildung, Drogenhandel“. Aus Liebe zu einer Ägypterin lernt er den Islam kennen. Er konvertiert und plant mit einer terroristischen Gruppe einen Anschlag zu verüben. Auf dem Weg ins Niltal nach Luxor, dem vermeintlichen Anschlagsort, erinnert er sich an seine Mutter und an seine Geliebte. Dabei kommen auch seine Ängste zum Vorschein. Er breitet seinen Gebetsteppich aus und wendet sich nach Mekka. Mit dem Gebet versucht er seine Ängste zu überwinden: Sprich: „Er ist Gott, der Eine. / Gott, der Undurchdringliche. / Er zeugt nicht und war nicht gezeugt/ und da ist keiner der Ihm gleicht.“ Das sind die ersten Koran-Zitate im Text. Sawatzky rezitiert im weiteren Verlauf oftmals den Koran. Den Koran, den er von seiner Geliebten geschenkt bekam, bewahrt er in der Hosentasche auf. Als er das heilige Buch zum ersten Mal in die Hand genommen hat, fühlte er eine innere Ruhe. Diese Ruhe kehrt zu ihm immer wieder zurück, sobald er den Koran in die Hand nimmt. Der geplante Terroranschlag scheitert, da die Gruppe verraten wird. Sawatzky wird dabei verletzt. Die blutige Auseinandersetzung mit der ägyptischen Polizei überlebt er mit zwei anderen Terroristen. Er wird in ein Gefängnis an der Stadtgrenze gebracht, in dem er gefoltert und misshandelt wird. Hier muss er auf seinen Prozess, der vor einem Militärgericht stattfinden soll, warten.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der literarischen Darstellung von Terroristen im Kontext der Anschläge vom 11. September und Vorstellung der gewählten Romane.
2. Annährung an die Problematik: Historischer Rückblick auf den Terrorismus sowie Analyse des westlichen Islamverständnisses und der Wahrnehmung von Attentätern.
3. Christoph Peters’ Ein Zimmer im Haus des Krieges: Detaillierte Untersuchung des Romans hinsichtlich Inhalt, Sprache und der Charakterisierung von Jochen Sawatzky sowie der religiös motivierten Gewalt.
4. John Updikes Terrorist: Analyse des Romans „Terrorist“ mit Fokus auf Aufbau, Hauptfigur Ahmad, Islamkritik und der Darstellung der amerikanischen Gesellschaft.
5. Fazit: Zusammenfassender Vergleich der erzählerischen Strategien und Ergebnisse beider Romane hinsichtlich ihrer Darstellung des Islamismus.
Terrorismus, Islam, Selbstmordattentäter, Christoph Peters, John Updike, Radikalisierung, 9/11, Islamismus, Literatur, Identität, Stereotype, Fundamentalismus, American Way of Life, Homegrown-Terrorismus, Literaturanalyse
Die Arbeit analysiert, wie zeitgenössische literarische Werke den Typus des islamistischen Selbstmordattentäters darstellen und welche Narrative dabei im westlichen Diskurs verwendet werden.
Zentrale Themen sind die literarische Verarbeitung von Radikalisierungsprozessen, das westliche Bild des Islams nach dem 11. September 2001 und die Konstruktion von Identitäten in der Literatur.
Ziel ist es zu ergründen, ob die Literatur die im Westen verbreiteten Stereotype über den Islam bedient oder ob sie komplexe, differenzierte Perspektiven auf die Attentäter ermöglicht.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die die Romaninhalte mit soziologischen und politologischen Erkenntnissen zum Terrorismus verknüpft.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Romane „Ein Zimmer im Haus des Krieges“ und „Terrorist“ sowie dem Vergleich der Protagonisten Sawatzky und Ahmad.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Terrorismus, Islamismus, literarische Identitätskonstruktion, Radikalisierung und die Wahrnehmung des kulturell Fremden.
Während Sawatzky bei Peters als ein durch soziale Scheiter-Erfahrungen radikalisierter Konvertit dargestellt wird, ist Ahmad bei Updike ein in den USA aufgewachsener Jugendlicher, der durch religiöse Manipulation und Ablehnung der westlichen Konsumkultur radikalisiert wird.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass beide Autoren die westliche Welt als Perspektivlos und säkular leer darstellen, was eine der Grundlagen für die Hinwendung der Protagonisten zum radikalen Islamismus bildet.
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