Examensarbeit, 2005
91 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. ADOLF HITLERS IDEOLOGIE VON EINER ERZIEHUNG DER JUGEND
3. DIE BEDEUTUNG DES SPORTS IM NATIONALSOZIALISMUS
3.1 Leibeserziehung als höchstes Erziehungsgut
3.2 Die XI. Olympischen Spiele in Berlin 1936
4. SCHULE IM DRITTEN REICH
4.1 Die einzelnen Schulformen
4.2 Das Höhere Schulwesen
4.2.1 Veränderungen im höheren Schulwesen in der Zeit des Nationalsozialismus
4.3 Veränderungen der Leibeserziehung in der Höheren Schule
4.3.1 Der Lehrermangel und die Ausbildung neuer Lehrkräfte
4.3.2 Zielstellung und Inhalt der Leibeserziehung
4.3.2.1 Das Schwimmen
4.3.2.2 Das Fußballspiel
4.3.2.3 Das Boxen
4.3.3 Schulische Leibeserziehung im Zweiten Weltkrieg
5. DIE HITLERJUGEND
5.1 Die historische Entwicklung der Hitlerjugend
5.2 Organisation und Aufbau der HJ
5.3 Die Arbeit der Hitlerjugend
5.4 Inhaltliche Betrachtung der Leibeserziehung in der Hitlerjugend
5.4 Veränderung der Leibeserziehung in der Hitlerjugend im Zweiten Weltkrieg
6. SCHULE UND HITLERJUGEND
6.1 Die Beziehung zwischen Schule und Hitlerjugend
6.2 Die Leibeserziehung an der höheren Schule und in der Hitlerjugend im Vergleich
7. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit untersucht die Rolle und Bedeutung des Sports während der Zeit des Nationalsozialismus, mit einem besonderen Fokus auf die körperliche Erziehung männlicher Jugendlicher. Ziel der Arbeit ist es, die politischen Zielsetzungen und Mittel der Leibeserziehung in den beiden zentralen Erziehungsinstitutionen, der höheren Jungenschule und der Hitlerjugend, zu analysieren und deren Konkurrenz- sowie Ergänzungsverhältnis zu beleuchten.
3.1 LEIBESERZIEHUNG ALS HÖCHSTES ERZIEHUNGSGUT
Sport kann unterschiedliche Bedeutung sowohl für das Individuum, als auch für die Gemeinschaft haben. Heutzutage ist Sport für die meisten Menschen ein Ausgleich zum täglichen Berufsalltag. Sie treiben Sport, um fit und gesund zu bleiben und weil sie daran Spaß haben. Der Vielfalt der Sportarten ist dabei keine Grenze gesetzt und es kommen jeden Tag neue Betätigungsfelder hinzu. Doch wie verhält es sich in der Zeit des Nationalsozialismus? Wird der Sport auch hier vorrangig zur Freizeitgestaltung genutzt?
Schon früh betont Adolf Hitler, welche Bedeutung der Sport im Dritten Reich einzunehmen hat. So schreibt er, wie schon im vorherigen Kapitel erwähnt worden ist, in seinem Buch „Mein Kampf“, dass kein einziger Tag vergehen dürfe, an dem der Mensch nicht wenigstens eine Stunde vormittags und eine Stunde nachmittags seinen Körper durch jede Art von Sport trainiert. Auf mehreren Seiten redet Hitler in seinem Buch von allgemeinen Voraussetzungen geistiger Leistungsfähigkeit und stellt dabei die rassische Qualität und den gesunden kraftvollen Körper in den Vordergrund. Er ist der Auffassung, dass man einen gesunden Geist nur in einem gesunden Körper finden könne. Hierin greift er eine alte griechische Philosophie wieder auf. Demzufolge müsse sich ein Staat in erster Linie um die körperliche Ausbildung seiner Bewohner kümmern und erst in zweiter Linie um die geistige. Ein körperlich gesunder Mensch, mit einem festen Charakter, Entschlussfreudigkeit und Willenskraft sei für die Volksgemeinschaft wertvoller als ein geistreicher Schwächling. Der Staat habe dafür Sorge zu tragen, den jungen Körper von frühester Kindheit an zu trainieren, um ihn für das spätere Leben zu formen. Sport sei aber nicht nur dazu da den Einzelnen stark zu machen, er soll außerdem jeden abhärten. Jeder muss lernen auch Ungerechtigkeit zu ertragen (vgl. Joch 1976, S. 25f, nach Hitler 1941, S. 451ff).
1. EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die historische Ausgangslage ein, benennt die Forschungsfrage zur Bedeutung des Sports im Nationalsozialismus und stellt die methodische Vorgehensweise sowie den Forschungsstand dar.
2. ADOLF HITLERS IDEOLOGIE VON EINER ERZIEHUNG DER JUGEND: Das Kapitel analysiert Hitlers pädagogische Maximen, insbesondere aus "Mein Kampf", und verdeutlicht die Abkehr von einer individualistischen hin zu einer völkisch-rassischen Erziehung.
3. DIE BEDEUTUNG DES SPORTS IM NATIONALSOZIALISMUS: Hier wird die Instrumentalisierung des Sports als politisches Mittel im Sinne der "Kultur der Kraft" untersucht, inklusive der Rolle der Olympischen Spiele 1936.
4. SCHULE IM DRITTEN REICH: Dieses Kapitel beschreibt die Umgestaltung des Schulsystems, die Schülerauslese nach rassischen Kriterien und die politische Neuausrichtung der Unterrichtsinhalte.
5. DIE HITLERJUGEND: Das Kapitel widmet sich der historischen Entwicklung, dem Aufbau, der totalitären Zielsetzung und den Erziehungsmethoden der Hitlerjugend als zentralem Erziehungsorgan des NS-Staates.
6. SCHULE UND HITLERJUGEND: Hier wird das konfliktreiche Spannungsfeld zwischen der Schule als staatlichem Organ und der Hitlerjugend als parteigebundener Jugendorganisation sowie deren Vergleich in der Leibeserziehung analysiert.
7. SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Fazit bestätigt, dass die Hitlerjugend im Bereich der körperlichen Erziehung die wichtigste Erziehungsmacht wurde und die Schule in diesem Sektor zur Bedeutungslosigkeit degradiert wurde.
Nationalsozialismus, Leibeserziehung, Hitlerjugend, Schule, NS-Schulpolitik, politische Erziehung, körperliche Ertüchtigung, Wehrertüchtigung, Rassenideologie, Volksgemeinschaft, Sport, Boxen, Fußball, Schülerauslese, Führerprinzip
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die politischen Zielsetzungen der Leibeserziehung im nationalsozialistischen Höheren Schulwesen sowie in der Hitlerjugend.
Zentral sind die ideologischen Grundlagen, die organisatorische Gleichschaltung von Schule und Jugendorganisationen, die Politisierung sportlicher Inhalte und die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf diese Erziehungsinstitutionen.
Es soll geklärt werden, ob und in welchem Ausmaß die Hitlerjugend die schulische Leibeserziehung verdrängt hat und zur bedeutendsten Erziehungsmacht in diesem Bereich aufstieg.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung historischer Quellen wie amtlicher Erlasse, Richtlinien und zeitgenössischer pädagogischer Schriften sowie der Untersuchung von Lehrplänen.
Der Hauptteil analysiert Hitlers Erziehungsideologie, die Bedeutung des Sports als Politikum, die Umgestaltung des Schulsystems und des Turnunterrichts sowie die historische Entwicklung und Arbeitsweise der Hitlerjugend.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "Volksgemeinschaft", "Wehrhaftigkeit", "Rassebewusstsein", "Führertum" sowie die Instrumentalisierung von Sportarten wie Boxen und Fußball für wehrpolitische Zwecke.
Boxen wurde als "Krönung" der Leibeserziehung angesehen, da es besonders geeignet war, Angriffsgeist, Entschlusskraft und körperliche Härte bei männlichen Jugendlichen zu schulen.
Konflikte entstanden primär durch die zeitliche Doppelbelastung der Jugendlichen, Kompetenzstreitigkeiten bezüglich der Erziehungshoheit und den totalitären Anspruch der Hitlerjugend, die Schulerziehung inhaltlich zu dominieren.
Der Krieg führte zu massiven personellen und räumlichen Einschränkungen, die den Turnunterricht in der Schule nahezu zum Erliegen brachten, während in der Hitlerjugend die Wehrertüchtigungslager weiter intensiviert wurden.
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