Magisterarbeit, 2003
202 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Quellen
1.2.1 Zensus
1.2.2 Extranjería-Bestand
1.2.3 Filiaciones-Bestand
1.2.4 Weitere unveröffentlichte Quellen
2. Theoretischer Hintergrund: Migrationsforschung
2.1 Klassifikation von Migration
2.2 Gründe für Migration
2.3 Migrationssysteme
2.4 Assimilation und Integration
2.5 Individuelle und kollektive Folgen von Migration
2.6 Historische Migrationsforschung
2.7 Zusammenfassung
3. Historischer Hintergrund: Migration in Deutschland und Mexiko
3.1 Auswanderung in Deutschland
3.2 Einwanderung und Präsenz von Deutschen in Mexiko
3.3 Ideologische und gesetzliche Rahmenbedingungen der Migration
3.3.1 Rahmenbedingungen der Emigration im Deutschen Reich
3.3.1.1 Deutsche Staatsangehörigkeit
3.3.1.2 Auswanderungspolitik
3.3.1.3 Deutschtumspolitik
3.3.2 Rahmenbedingungen der Immigration in Mexiko
3.3.2.1 Mexikanisches Staatsangehörigkeitsrecht
3.3.2.2 Immigrationsgesetzgebung
3.3.2.3 Mexikanischer Nationalismus und mestizaje-Ideologie
3.4 Zusammenfassung
4. Einwanderung und soziales Profil von Deutschen in Puebla
4.1 Quantitative Auswertung
4.1.1 Anzahl von Deutschen in Puebla
4.1.2 Einreise
4.1.3 Herkunft und Geburtsorte
4.1.4 Berufe und Arbeitgeber
4.1.5 Familienstruktur
4.1.6 Religionszugehörigkeit
4.1.7 Sprachverhalten
4.1.8 Wohnsituation
4.1.9 Einbürgerungen
4.2 Zusammenfassung
5. Entwicklung der „Deutschen Kolonie“ in Puebla
5.1 Organisierung der Deutschen in Puebla
5.1.1 Deutsche Schule von Puebla
5.1.2 Deutsches Haus und Deutscher Verein
5.1.3 Stahlhelm - Bund der Frontsoldaten
5.2 Einfluss der historischen Ereignisse auf die Deutschen in Puebla
5.2.1 Mexikanische Revolution: Der „Fall Covadonga“
5.2.2 Erster Weltkrieg: Propaganda für die Heimat
5.2.3 Weimarer Republik: Politische Polarisierung und „Flaggenfrage“
5.2.4 Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg: Der „Stützpunkt“ der NSDAP in Puebla
5.3 Zusammenfassung
6. Schlussbemerkung: Migration, Integration und Ethnizität von deutschen Einwanderern in Puebla
Die vorliegende Arbeit untersucht die soziale, kulturelle und ökonomische Zusammensetzung sowie die Entwicklung der deutschen Einwanderergruppe in der mexikanischen Provinzhauptstadt Puebla zwischen 1910 und 1945. Dabei wird analysiert, inwieweit sich diese kleine, städtisch geprägte Gemeinschaft etablierte, ihre deutsche Identität bewahrte und wie sie auf die politischen Ereignisse in Mexiko und Deutschland reagierte, um schließlich das Verhältnis zur mexikanischen Mehrheitsgesellschaft und den Prozess ihrer Integration oder Desintegration zu beleuchten.
3.1 Auswanderung in Deutschland
Die deutsche Massenauswanderung nach Übersee war Ausdruck der umfassenden wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen der „demographischen Revolution“ und des Industrialisierungsprozesses in Deutschland während des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sie umfasste fast sechs Millionen Auswanderer, die in mehreren Phasen Deutschland verließen, um zum allergrößten Teil in die USA einzuwandern. Den Höhepunkt erreichte diese Auswanderungsbewegung zwischen 1880 und 1893; ab 1895 wandelte sie sich zunehmend in eine Binnenwanderung, als es der wachsenden deutschen Wirtschaft gelang, den größten Teil dieser Bevölkerungsbewegung aufzufangen. Sie führte sogar zu einer verstärkten Einwanderung nach Deutschland, ohne dass jedoch die Auswanderungsbewegung vollständig zum Erliegen gekommen wäre.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an der bisher kaum untersuchten deutschen Gemeinschaft in der mexikanischen Provinzstadt Puebla und grenzt den Untersuchungszeitraum von 1910 bis 1945 ab.
2. Theoretischer Hintergrund: Migrationsforschung: Dieses Kapitel erläutert zentrale Konzepte der Migrationsforschung, wie die Klassifikation von Migration, Ursachenmodelle (Push- und Pull-Faktoren) sowie Theorien zu Assimilation und Integration.
3. Historischer Hintergrund: Migration in Deutschland und Mexiko: Es werden die Auswanderungsbewegungen aus Deutschland sowie die gesetzlichen und ideologischen Rahmenbedingungen der Einwanderung in Mexiko im Kontext der Mexikanischen Revolution und der politischen Veränderungen in Deutschland dargestellt.
4. Einwanderung und soziales Profil von Deutschen in Puebla: Anhand quantitativer Daten aus dem mexikanischen Ausländerregister und Zensus werden die Herkunft, Berufsstruktur, Familienverhältnisse und das Integrationsverhalten der Deutschen in Puebla detailliert analysiert.
5. Entwicklung der „Deutschen Kolonie“ in Puebla: Dieses Kapitel behandelt die Gründung und Entwicklung deutscher Institutionen in Puebla (Schule, Vereine, politische Gruppen) und deren Reaktion auf historische Ereignisse wie Revolution, Weltkriege und den Nationalsozialismus.
6. Schlussbemerkung: Migration, Integration und Ethnizität von deutschen Einwanderern in Puebla: Die Schlussbemerkung resümiert die Ergebnisse, bewertet die Privilegiertheit der Migration und diskutiert die sozioökonomische Integration vor dem Hintergrund einer bewussten ethnischen Identitätswahrung.
Deutsche Einwanderer, Puebla, Mexiko, Migrationsforschung, 1910-1945, Assimilation, Integration, deutsche Gemeinschaft, Ausländerregister, Mexikanische Revolution, Deutschtumspolitik, Nationalsozialismus, soziale Struktur, Ethnie, Arbeitsmigration.
Die Arbeit analysiert die soziale, ökonomische und kulturelle Entwicklung einer kleinen Gruppe deutscher Einwanderer in der mexikanischen Stadt Puebla zwischen 1910 und 1945.
Die zentralen Themen umfassen die quantitative Auswertung von Einwanderungsdaten, die Organisation der deutschen Gemeinschaft in eigenen kulturellen Institutionen und das Verhältnis dieser Gruppe zur mexikanischen Mehrheitsgesellschaft.
Das Ziel ist es, die spezifische Entwicklung dieser lokalen deutschen Gemeinschaft zu rekonstruieren und zu prüfen, inwieweit diese von den allgemeinen Mustern der deutschen Einwanderung nach Mexiko abwich oder diese spiegelte.
Die Autorin stützt sich auf eine quantitative Auswertung von Primärquellen aus dem mexikanischen Ausländerregister (extranjería- und filiaciones-Bestände) sowie auf Archivmaterial und Interviews, eingebettet in einen migrationshistorischen theoretischen Rahmen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, den historischen Hintergrund der Migration in beiden Ländern, eine detaillierte quantitative Analyse der deutschen Gruppe in Puebla und eine Untersuchung der institutionellen Entwicklung dieser „Deutschen Kolonie“.
Die wichtigsten Schlagworte sind deutsche Einwanderer, Puebla, Migration, Assimilation, deutsche Institutionen, Nationalsozialismus und historische Migrationsforschung.
Die Schule war das wichtigste und dauerhafteste Zentrum der Identitätswahrung, diente aber ab den 1930er Jahren auch als deutschtumspolitisches Instrument, um kulturelle Einflüsse zu vermitteln und die Bindung zur Heimat zu stärken.
Während der Erste Weltkrieg vor allem zu patriotischer Propaganda führte, war der Zweite Weltkrieg durch den Kriegseintritt Mexikos und zunehmenden politischen Druck gekennzeichnet, was zur Desintegration und schließlich zur Auflösung der organisierten deutschen Gemeinschaft führte.
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