Bachelorarbeit, 2018
41 Seiten, Note: 3,0
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Einleitung
2. Die Person Hans Jonas: Umweltschutz und Nachhaltigkeit in der Geschichte
3. Das Prinzip Verantwortung
3.1 Definition von Verantwortung
3.2 Ursachenanalyse: Veränderung im Handeln des Menschen
3.3 Begründung: Pflicht zur Existenzerhaltung
4. Erweiterung des kategorischen Imperativs: Gesinnungsethik und Verantwortungsethik
4.1 Begründungssätze der Umweltethik
4.2 Kant als Umweltethiker
4.3 Probleme des ökologischen Imperativs
5. Der Erfolg des Prinzips Verantwortung
6. Problemlage und Ausblick des Verantwortungsbegriffs
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Durchsetzungskraft der Verantwortungsethik von Hans Jonas im Kontext des technologischen Fortschritts und aktueller ökologischer Herausforderungen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich das Konzept des "Prinzips Verantwortung" trotz philosophischer Begründungsschwierigkeiten in umweltethischen Diskursen etablieren konnte und ob es eine sinnvolle Erweiterung oder Ergänzung zu klassischen moralphilosophischen Ansätzen, wie denen von Immanuel Kant, darstellt.
1. Einleitung
„Handle so, daß die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“
Die Menschheit lebt ein offenes Fortschrittsdenken. Große Weltunternehmen handeln für ihre eigenen Profitinteressen und gegen soziale oder ökologische Richtwerte. So ist die Lösung zur Endlagerung von Atommüll bis heute nicht endgültig geregelt. Aktuelle Diskurse über die Luftverschmutzung durch Dieselfahrzeuge polarisieren in den Medien und nach dem Austritt der USA aus dem Klimaschutzabkommen scheinen die Werte der ökologischen Aufklärung ins Nichts zu verlaufen. In diesem Zusammenhang bildet der Begriff „Verantwortung“ eine große Bedeutung, wie es Hans Jonas 1979 in seinem ökologischen Imperativ vorstellt, denn die „technische Intervention des Menschen“ verdeutlicht die Verletzlichkeit der Natur und stellt den Menschen somit in Verantwortung für „die gesamte Biosphäre des Planeten, [...] weil wir Macht darüber haben“.
Mit seinem Spätwerk „Das Prinzip Verantwortung“ förderte Hans Jonas die ethischen Diskurse der achtziger Jahre. Zu jener Zeit galt das Buch als ein „philosophischer Bestseller“. Fast 40 Jahre nach Erstveröffentlichung richtet sich Jonas’ Zukunftsvision mehr denn je auf unsere heutige Gesellschaft. Angelegt an die Allgemeingültigkeit des kategorischen Imperativs verdeutlicht Jonas ein naturbewusstes Handeln, in dem er eine Ethik für die technologisierte Zivilisation entwirft. Jedoch ist die vorgebrachte Technikfeindlichkeit unserer modernen Risikogesellschaft fremd: „So sehr wurde [die Risikogesellschaft] zur Selbstverständlichkeit, dass jede Fragwürdigkeit verschwinden konnte und eine konturlose Fraglosigkeit kaum einen Anknüpfungspunkt mehr zuzulassen scheint [...]. Damalige Normativität gilt als falsifiziert durch heutige Normalität.“ Dahin gehend liegt es nahe, eine Untersuchung der Verantwortungsethik von Hans Jonas anzustreben, sowie zu überprüfen, ob seine Ethik die fortgeschrittene technologisierte Zivilisation trifft und seinem Anspruch den Handlungsbereich der Ethik um eine zeitliche Komponente zu erweitern, gerecht wird.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Fortschrittsglaubens und der ökologischen Risiken ein, wobei das Prinzip Verantwortung von Hans Jonas als Antwort auf die veränderte menschliche Macht durch moderne Technik vorgestellt wird.
2. Die Person Hans Jonas: Umweltschutz und Nachhaltigkeit in der Geschichte: Das Kapitel bietet eine biografische Einordnung von Hans Jonas und beleuchtet die historische Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs sowie der Umweltschutzbewegung.
3. Das Prinzip Verantwortung: Hier wird der Kern der Theorie von Jonas analysiert, insbesondere die Definition von Verantwortung, die Ursachenanalyse moderner Gefahren und die Begründung der Pflicht zur Existenzerhaltung.
4. Erweiterung des kategorischen Imperativs: Gesinnungsethik und Verantwortungsethik: Dieses Kapitel vergleicht Jonas' Ansatz kritisch mit den Ethiken von Kant und Max Weber und untersucht die Begründungssätze der Umweltethik sowie Probleme des ökologischen Imperativs.
5. Der Erfolg des Prinzips Verantwortung: Das Kapitel analysiert, warum das Prinzip trotz theoretischer Einwände einen weitreichenden Erfolg in der öffentlichen und politischen Wahrnehmung erzielen konnte.
6. Problemlage und Ausblick des Verantwortungsbegriffs: Hier wird das soziologische Phänomen der Verantwortungsdiffusion untersucht und in den aktuellen Kontext der globalisierten Welt und politischer Umweltdiskurse gestellt.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die anhaltende Relevanz der Jonas'schen Kritik für die heutige Risikogesellschaft.
Hans Jonas, Prinzip Verantwortung, Umweltethik, Ökologischer Imperativ, Nachhaltigkeit, Anthropozentrik, Biozentrik, Kant, Ethik, Verantwortungsethik, Technikethik, Risikogesellschaft, Verantwortungsdiffusion, Folgenabschätzung, Handlungsverantwortung.
Die Arbeit analysiert die Verantwortungsethik von Hans Jonas und deren Bedeutung für den ökologischen Schutz in Zeiten moderner Technologie.
Die zentralen Themen sind das Prinzip Verantwortung, die Gegenüberstellung von Jonas' Ethik zu Kant, sowie die Herausforderungen des Umweltschutzes in der modernen Gesellschaft.
Das Ziel ist es zu untersuchen, warum das Prinzip Verantwortung trotz Kritik erfolgreich in den Diskurs eingehen konnte und ob Jonas' Ethik eine sinnvolle Ergänzung darstellt.
Es wird eine philosophische Analyse und ein systematischer Vergleich ethischer Theorien angewandt, ergänzt durch eine Auseinandersetzung mit aktuellen ökologischen Diskursen.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des Prinzips Verantwortung, dessen Begründung, ein Vergleich mit Kant sowie soziologische Phänomene wie die Verantwortungsdiffusion beleuchtet.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Verantwortung, ökologischer Imperativ, Nachhaltigkeit, biozentrische Ethik und die kritische Würdigung der Arbeit von Hans Jonas.
Die Heuristik der Furcht ist für Jonas ein notwendiges Mittel, um bei der Unvorhersehbarkeit neuer Technologien stets die schlechtere Prognose zu wählen und somit das Überleben der Menschheit abzusichern.
Verantwortungsdiffusion bezeichnet das soziologische Phänomen, dass in Gruppen oder komplexen Systemen die empfundene persönliche Verantwortung sinkt, was Jonas' Ziel der aktiven, individuellen Verantwortung entgegensteht.
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