Masterarbeit, 2017
86 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemdefinition
1.2 Methodische Vorgehensweise der Arbeit
2 Definition und Historische Betrachtung
2.1 Definition und Ziel der Richtlinie
2.2 Geschichte und Hintergründe der Richtlinie
2.2.1 Bisherige Regulierungsversuche des europäischen Hypothekarmarktes
2.2.2 Europäischer Verhaltenskodex für wohnwirtschaftliche Kredite
2.2.3 Umsetzung in Deutschland
2.3 Definitionen im klassischen Kreditgeschäft
2.3.1 Vertragspartner im Kreditgeschäft
2.3.2 Darlehensformen
2.3.3 Kreditwürdigkeit und Kreditfähigkeit
2.3.4 Kreditbesicherung
2.3.5 Vorvertragliche Informationen
3 Gesetzesänderungen durch die Wohnimmobilienkreditrichtlinie
3.1 Darlehensarten
3.1.1 Allgemein-Verbraucherdarlehen (AVD)
3.1.2 Immobiliar-Verbraucherdarlehen (IVD)
3.1.3 Unentgeltliche Finanzierungshilfen und Darlehensverträge
3.2 Vertragliche Pflichten
3.2.1 Gestaltung des Kreditvertrages
3.2.2 Widerrufsrecht und Bedenkzeit
3.2.3 Vorvertragliche Informationen
3.2.4 Gestaltung des effektiven Jahreszinses
3.2.5 Werbegestaltung
3.2.6 Kopplungs- und Bündelgeschäfte
3.2.7 Rechtsfolgen bei Formmängeln
3.3 Allgemeine Informationspflichten
3.3.1 Immobiliar-Verbraucherdarlehen
3.3.2 Überziehungsmöglichkeiten
3.4 Anforderungen an Darlehensvermittler
3.4.1 Unterscheidung zwischen Beratung und Vermittlung
3.4.2 Darlehensvermittlerbegriff
3.4.3 Vorvertragliche Pflichten
3.4.4 Gewerberechtliche Rahmenbedingungen
3.5 Beratungsleistungen
3.5.1 Vorvertragliche Pflichten
3.5.2 Beratungsanforderungen
3.5.3 Erläuterungspflicht bei Verbraucherdarlehen
3.6 Die neue Kreditwürdigkeitsprüfung
3.6.1 Prüfung bei Allgemein-Verbraucherdarlehen
3.6.2 Prüfung bei Immobiliar-Verbraucherdarlehen
3.6.3 Verstoß gegen die Pflicht zur Kreditwürdigkeitsprüfung
3.7 Informationenpflichten während des Vertragsverhältnisses
3.7.1 Fremdwährungsdarlehen als Immobiliar-Verbraucherdarlehen
3.7.2 Beabsichtigte vorzeitige Erfüllung
3.8 Vertragsauflösung
3.8.1 Kündigung durch den Darlehensgeber
3.8.2 Kündigung durch den Darlehensnehmer
3.8.3 Vorfälligkeitsentschädigung
4 Kritische Betrachtung und Auswirkungen
4.1 Auswirkungen auf das deutsche Kreditgeschäft
4.2 Erhöhung des Verbraucherschutzes
5 Ausblick und Nachbesserung des Gesetzgebers
6 Fazit
Die vorliegende Master-Thesis untersucht die Implementierung und Auswirkungen der europäischen Wohnimmobilienkreditrichtlinie auf das deutsche Recht und das lokale Kreditgeschäft, mit dem zentralen Ziel zu bewerten, ob die Maßnahme den Verbraucherschutz effektiv erhöht und eine Überschuldung privater Haushalte nachhaltig verhindern kann.
3.6 Die neue Kreditwürdigkeitsprüfung
Jedes Kreditinstitut ist dazu verpflichtet, eine Kreditwürdigkeitsprüfung des potenziellen Darlehensnehmers vorzunehmen. Gegenstand dabei ist es, die Fähigkeit und Neigung des Verbrauchers zur Rückzahlung des Kredites zu bewerten und zu überprüfen, ohne vorrangig die damit verbundene Sicherheit zu bewerten. Einerseits muss die Kreditwürdigkeit auf Seite der Besicherung geprüft werden, also das Verhältnis zwischen gestellter Sicherheit und Höhe des Kredites sowie dessen Werthaltigkeit und andererseits die Kapitaldienstfähigkeit des Verbrauchers, die feststellt, ob der Kunde wirtschaftlich fähig sein wird, die Raten aus Zins und Tilgung leisten zu können.
Vor der Richtlinie wurde die Pflicht zur Kreditwürdigkeitsprüfung aufsichtsrechtlich im Kreditwesengesetz deutlich verkürzt gefordert, was durch die Umsetzung nun mittels eines eigenen Unterparagraphen ausführlich und in Bezug auf die beiden Darlehensarten sowie die Änderungen im Bürgerlichen Gesetzbuch harmonisiert wurde. Die Prüfungspflicht wurde durch die Wohnimmobilienkreditrichtlinie nun neben der aufsichtsrechtlichen Regelung im Kreditwesengesetz auch zivilrechtlich im Bürgerlichen Gesetzbuch implementiert. Vorher war im Zivilrecht keine originäre Pflicht vorhanden, die Kreditwürdigkeit des Darlehensnehmers zu prüfen, sondern lediglich eine Bewertungspflicht. Neben der aufsichtsrechtlichen Pflicht zur Kreditwürdigkeitsprüfung zwecks Risikominimierung wird nun dem Kreditgeber zivilrechtlich die Pflicht zum Schutz des Verbrauchers vor der Gefahr der Überschuldung und der Zahlungsunfähigkeit auferlegt. Dahingegend wurden auch die Wortlaute im BGB sowie im KWG angeglichen, womit die Kreditwürdigkeitsprüfung selbst nicht mehr primär im öffentlichen Interesse liegt, sondern gleichwertig dazu auch als Schutzpflicht gegenüber dem Verbraucher als einzelne Person.
1 Einleitung: Definiert das Problem der europäischen Kreditregularien ausgehend von der US-Finanzkrise und skizziert die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 Definition und Historische Betrachtung: Beleuchtet den historischen Hintergrund der Richtlinie, erläutert grundlegende Begriffe des Kreditgeschäfts und die Bedeutung vorvertraglicher Informationen.
3 Gesetzesänderungen durch die Wohnimmobilienkreditrichtlinie: Detaillierte Darstellung der regulatorischen Änderungen in den deutschen Gesetzen, unterteilt nach Darlehensarten, Pflichten, Vermittlung und Kreditwürdigkeitsprüfung.
4 Kritische Betrachtung und Auswirkungen: Analysiert die praktischen Konsequenzen der Richtlinie für das Kreditgeschäft und diskutiert kritisch, ob das Ziel des Verbraucherschutzes erreicht wurde.
5 Ausblick und Nachbesserung des Gesetzgebers: Beschreibt die durch Kritik ausgelösten nachfolgenden Gesetzesanpassungen und die Rolle der BaFin bei der weiteren Stabilisierung des Finanzmarktes.
6 Fazit: Fasst zusammen, dass die Richtlinie zwar den Verbraucherschutz gestärkt, aber auch zu erheblichen Herausforderungen und einer Verkomplizierung für Kreditinstitute geführt hat.
Wohnimmobilienkreditrichtlinie, Verbraucherschutz, Kreditwürdigkeitsprüfung, Immobiliar-Verbraucherdarlehen, Allgemein-Verbraucherdarlehen, Kreditgeschäft, EMCD, Darlehensvermittler, ESIS-Merkblatt, Vorfälligkeitsentschädigung, Überschuldung, Kapitaldienstfähigkeit, EGBGB, Kreditwesen, Bankregulierung.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der europäischen Wohnimmobilienkreditrichtlinie auf die deutsche Rechtsordnung und das lokale Bankengeschäft.
Im Fokus stehen die Änderungen bei der Kreditwürdigkeitsprüfung, die strengeren Vorgaben für Darlehensvermittler, neue Informationspflichten sowie die Auswirkungen auf das Produktportfolio der Kreditinstitute.
Das Hauptziel besteht darin zu bewerten, ob die Richtlinie das gesetzte Ziel eines erhöhten Verbraucherschutzes und der Vermeidung privater Überschuldung erreicht hat, ohne die Kreditvergabe unverhältnismäßig zu erschweren.
Es handelt sich um eine juristisch-ökonomische Analyse, die Gesetzestexte, Richtlinien und aktuelle Statistiken (z.B. der Deutschen Bundesbank) heranzieht und durch Pro- und Kontraargumente sowie Expertenumfragen ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Gesetzesänderungen (wie Widerrufsrechte, Kopplungsgeschäfte und Offenlegungspflichten) sowie eine kritische Untersuchung der Praxis, inklusive der durch die Richtlinie verursachten Rechtsunsicherheiten.
Zentrale Begriffe sind die Wohnimmobilienkreditrichtlinie, der Verbraucherschutz, die Kreditwürdigkeitsprüfung, das Immobilien- und Allgemein-Verbraucherdarlehen sowie das ESIS-Merkblatt.
Sie wurde von einer bloßen Bewertungspflicht zu einer strengen zivilrechtlichen Schutzpflicht ausgebaut, bei der Kreditinstitute nun auch die finanzielle Situation und die individuelle Risikolage des Verbrauchers detaillierter belegen müssen.
Kritisiert wird insbesondere die zu kurze Umsetzungsfrist, die mangelnde Klarheit bei unbestimmten Rechtsbegriffen sowie die dadurch entstehende Rechtsunsicherheit, die zu einer restriktiveren Kreditvergabe gegenüber eigentlich kreditwürdigen Personen geführt hat.
Diese Kreditform wurde in Deutschland aufgrund der strengen neuen Auslegungen der Richtlinie oft negativ behandelt, obwohl sie speziell für ältere Menschen zur Liquiditätsbeschaffung gedacht war, was teilweise zu einer Diskriminierung dieser Altersgruppe führte.
Die Nachbesserungen durch den Gesetzgeber brachten Erleichterungen, etwa durch Ausnahmen für Anschlussfinanzierungen und die Präzisierung der Rolle der BaFin, um den Kreditmarkt flexibler zu gestalten und die anfänglichen Lücken der Umsetzung zu schließen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

