Bachelorarbeit, 2017
47 Seiten, Note: 1,1
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1 Einleitung
2 Die Buddenbrooks als bürgerliche Familie
3 Gerda – „Mutter der zukünftigen Buddenbrooks“
3.1 Die (Ehe-)Frau
3.2 Die Mutter
3.3 Die Künstlerin
4 Hanno – der letzte Buddenbrook
4.1 Der Sohn
4.2 Der Schüler
4.3 Der Freund
4.4 Der Künstler
5 Im Spannungsfeld von Weiblichkeit, Künstlertum und Bürgerlichkeit – Dem Untergang geweiht?
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Weiblichkeit und Künstlertum als wesentliche Faktoren für den Niedergang der Familie Buddenbrook in Thomas Manns gleichnamigem Gesellschaftsroman. Dabei wird insbesondere analysiert, wie diese Aspekte in den Figuren Gerda und Hanno Buddenbrook das bürgerliche Pflichtethos unterminieren und den Verfallsprozess maßgeblich beschleunigen oder vollenden.
3.3 Die Künstlerin
Auch wenn Gerda Interesse an Theater und Literatur zeigt, gilt ihre Leidenschaft besonders der Musik. Anders als die anderen spielt Gerda Geige, nicht Klavier, wie der Leser direkt nach ihrer Einführung erfährt (vgl. B 77). Neumann weist auf die Geige als „Satansinstrument sinnlicher Verführung“ hin, welche im starken Kontrast zur Flöte steht, die noch der Vorfahre Johann Buddenbrook melodisch spielte. Er wagt die etwas vage These, das Zusammenspiel von Gerda und ihrem Vater auf der Geige habe eine erotische Konnotation, die auf eine unsittlich nahe Beziehung hinweist.
Thomas, der sich der Unmusikalität der Buddenbrooks bewusst ist und diese scheinbar als Teil seiner Identität angenommen hat, treibt ihr Spiel „beinahe [Hervorhebung d.V.] die Tränen in die Augen“ (B 262). Er vermag die Qualität ihrer Fertigkeit zu erkennen, doch offensichtlich reicht sein Verständnis nicht für die Art der Ergriffenheit, wie sie Gerda, der Leutnant oder Hanno empfinden. Als zentrale Textstelle lässt sich die Hochzeitsfeier von Thomas und Gerda benennen, in der Gerda und ihr Vater ihr Können unter Beweis stellen und damit eine neue Zeit für die Familie einläuten: [...] spielte er die Geige wie ein Zigeuner, mit einer Wildheit, einer Leidenschaft, einer Fertigkeit … Aber auch Gerda holte ihre Stradivari herbei, von der sie sich niemals trennte, und griff mir ihrer süßen Cantilene in seine Passagen ein, und sie spielten pompöse Duos im Landschaftszimmer, beim Harmonium, an derselben Stelle, wo einstmals des Konsuls Großvater seine kleinen, sinnigen Melodien auf der Flöte geblasen hatte. (B 269)
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das zentrale Spannungsfeld zwischen Bürgertum und Künstlertum bei Thomas Mann ein und definiert das Ziel der Arbeit, den Einfluss von Weiblichkeit und Kunst auf den Verfall der Buddenbrooks zu untersuchen.
2 Die Buddenbrooks als bürgerliche Familie: Dieses Kapitel beschreibt die soziokulturellen Grundlagen der bürgerlichen Kaufmannsfamilie, ihre Werte wie Pflicht, Fleiß und Nützlichkeit sowie die familiäre Rollenverteilung.
3 Gerda – „Mutter der zukünftigen Buddenbrooks“: Es folgt eine detaillierte Analyse der Figur Gerda Arnoldson hinsichtlich ihrer Rollen als Ehefrau, Mutter und Künstlerin, wobei ihr exotisches Anderssein und ihre Musikalität im Fokus stehen.
4 Hanno – der letzte Buddenbrook: Dieses Kapitel betrachtet Hannos Entwicklung als Sohn, Schüler, Freund und Künstler und zeigt auf, wie seine Sensibilität und sein Scheitern an den bürgerlichen Anforderungen zu seinem tragischen Ende führen.
5 Im Spannungsfeld von Weiblichkeit, Künstlertum und Bürgerlichkeit – Dem Untergang geweiht?: Hier werden die Ergebnisse der Figurenanalyse diskutiert, um die These zu prüfen, inwieweit das Eindringen der Kunst in das Familienleben den Untergang der Buddenbrooks unvermeidbar machte.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Gerdas Einfluss den Verfall beschleunigt hat, wobei das Scheitern der Familie primär in einem starren Traditionsverständnis gründet.
Thomas Mann, Buddenbrooks, Bürgerlichkeit, Künstlertum, Weiblichkeit, Verfall, Hanno Buddenbrook, Gerda Buddenbrook, Musik, Identitätskonflikt, Sensibilität, Entbürgerlichung, Familiengeschichte, Lebensuntauglichkeit, Literaturanalyse.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Familie Buddenbrook in Thomas Manns gleichnamigem Roman unter besonderer Berücksichtigung der Einflüsse von Weiblichkeit und Künstlertum auf den schleichenden Niedergang der bürgerlichen Familie.
Die zentralen Themen sind das Spannungsverhältnis zwischen bürgerlichem Pflichtethos und künstlerischer Bohème-Existenz, die Rolle der Geschlechterrollen sowie die Symbolik von Musik, Krankheit und Todessehnsucht.
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit die Figuren Gerda und Hanno Buddenbrook durch ihre künstlerische Veranlagung zum Verfall der Familie beitragen und ob ihre Andersartigkeit als zerstörerisches Element innerhalb der bürgerlichen Ordnung gewertet werden kann.
Die Arbeit folgt einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die den Text des Romans unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur auf Motive, Figurengestaltung und soziokulturelle Kontexte hin untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Beschreibung der bürgerlichen Familie, eine vertiefende Figurenanalyse von Gerda und Hanno Buddenbrook sowie eine abschließende Diskussion über die Rolle des Künstlertums im Kontext des familiären Untergangs.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Bürgerlichkeit, Künstlertum, Verfall, Identitätskonflikt und die Charakterisierung der Protagonisten Gerda und Hanno Buddenbrook gekennzeichnet.
Gerda wird als eine "Fremde" innerhalb der bürgerlichen Welt dargestellt, die durch ihre Musikleidenschaft und ihre kühle, unnahbare Art ein neues, für die Familie destruktives Wertesystem einführt, das nicht mit der bürgerlichen Nützlichkeitsmoral vereinbar ist.
Hanno gilt als lebensuntauglich, da seine hohe Sensibilität und sein Bedürfnis nach künstlerischer Selbstverwirklichung in einen massiven Konflikt mit den harten Anforderungen der bürgerlichen Schule und der kaufmännischen Erbenrolle geraten, an denen er letztlich scheitert.
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