Fachbuch, 2019
67 Seiten
1 Einleitung
2 Autistische Störungen
2.1 Geschichte des Begriffes „Autismus“ – ein Überblick
2.2 Klassifikation nach ICD-10 und DSM-V
2.3 Formen autistischer Störungen und ihre Symptomatik
2.3.1 Frühkindlicher Autismus (F 84.0)
2.3.2 Atypischer Autismus (F 84.1)
2.3.3 Asperger-Syndrom (F 84.5)
2.4 Autistische Störungen und Intelligenz
2.5 Ursachenforschung und der Aufbau von Interventionen
3 Verhaltenstherapeutische Interventionen bei autistischen Störungen
3.1 Grundlagen der Verhaltenstherapie
3.2 Vier ausgewählte Methoden der Verhaltenstherapie
3.2.1 Diskretes Lernformat
3.2.2 Natürliches Lernformat und Training von Schlüsselkompetenzen
3.2.3 Entzug positiver und Einsatz negativer Verstärker
3.2.4 Soziales Lernen und Modelllernen
3.3 Zwischenfazit
4 Musiktherapeutische Interventionen bei autistischen Störungen
4.1 Grundlagen der Musiktherapie
4.2 Vier ausgewählte Prinzipien der Musiktherapie
4.2.1 Musik und soziale Interaktion
4.2.2 Musik und Kommunikation bzw. Sprachanbahnung
4.2.3 Musik und Stereotypien
4.2.4 Musik und Emotionen
4.3 Zwischenfazit
5 Vergleich der Verhaltenstherapie und der Musiktherapie
5.1 Gemeinsamkeiten
5.2 Unterschiede
6 Diskussion und Ausblick
Diese Arbeit untersucht und vergleicht die verhaltenstherapeutischen und musiktherapeutischen Interventionsmöglichkeiten bei Kindern mit Autismus, um deren spezifische Methoden, Wirkungsweisen und Anwendbarkeit im therapeutischen Kontext zu beleuchten.
3.2.1 Diskretes Lernformat
Den Grundstock des Einsatzes von Verhaltenstherapie im Kontext der Behandlung autistischer Menschen legte der norwegische Psychologe Ivar Lovaas. Er erzielte die ersten Erfolge mit der Anwendung behavioristischer Prinzipien auf Kinder mit autistischen Störungen. Ivar Lovaas entwickelte im Zusammenhang mit der intensiven Frühförderung von autistischen Kindern das Trainingsformat des Diskreten Lernformates.
Dem Diskreten Lernformat liegt das Prinzip zu Grunde, Handlungseinheiten in kleinste aufeinander aufbauende Verhaltensschritte bzw. Handlungssequenzen zu zerlegen, die zuerst einzeln geübt werden. Jeder Lernschritt und jede Übungseinheit besteht hierbei aus einer genauen und konsistenten Instruktion für das erwünschte Verhalten durch den Therapeuten (der sogenannte diskriminierende Stimulus), aus der Reaktion des autistischen Menschen und der darauffolgenden Konsequenz. Der Therapeut gibt beispielsweise einem autistischen Kind die Aufforderung „Nimm den blauen Ball“. Gefolgt wird die Aufforderung von einer Reaktion des Kindes, die entweder richtig oder falsch, korrekt oder inkorrekt sein kann. Richtiges Verhalten wird dabei unmittelbar und kontinuierlich durch einen vorab vereinbarten Verstärker belohnt, zum Beispiel durch ein Gummibärchen oder anderen positiven Verstärker.
Hierbei wird die Technik des Shapings zur Hilfe genommen, bei der bereits kleinste Annäherungen an das zuvor definierte Zielverhalten verstärkt werden. So ist eine schrittweise Annäherungen an das Zielverhalten möglich. Diese Technik wird bevorzugt verwendet, wenn ein Verhalten fast vollständig neu aufgebaut werden soll, wie es bei autistischen Kindern häufig bei der Sprachentwicklung der Fall ist. Zwischen dem Soll- und Ist-Zustand herrscht eine große Differenz. Bei dieser Technik wird jedes Verhalten verstärkt, das dem Zielverhalten ähnelt. Wenn das Kind das erwünschte Zielverhalten immer wieder konsistent zeigt, wird nach und nach nur noch das festgelegte Zielverhalten und keine Handlungen, die dem Zielverhalten ähneln, verstärkt.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz der Thematik dar und begründet die Auswahl von Verhaltenstherapie und Musiktherapie als Interventionsmöglichkeiten bei autistischen Kindern.
2 Autistische Störungen: Das Kapitel definiert den Begriff Autismus, erläutert die Klassifikation nach ICD-10 und DSM-V und beschreibt die verschiedenen Formen sowie die Rolle der Intelligenz und Ursachenforschung.
3 Verhaltenstherapeutische Interventionen bei autistischen Störungen: Dieses Kapitel erläutert die lerntheoretischen Grundlagen und stellt beispielhaft vier Methoden der Verhaltenstherapie dar, einschließlich operanter Techniken und Ansätzen sozialen Lernens.
4 Musiktherapeutische Interventionen bei autistischen Störungen: Hier werden die musiktherapeutischen Grundlagen und vier zentrale Prinzipien, wie der Einsatz von Musik zur sozialen Interaktion und Kommunikation, detailliert beschrieben.
5 Vergleich der Verhaltenstherapie und der Musiktherapie: Dieser Abschnitt führt einen direkten Vergleich beider Therapieformen durch, wobei sowohl Gemeinsamkeiten als auch wesentliche Unterschiede in Evidenz, Methode und Vorgehensweise aufgezeigt werden.
6 Diskussion und Ausblick: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und diskutiert die Bedeutung der vorgestellten Therapieformen für die Profession der Sozialen Arbeit.
Autismus, Autismus-Spektrum-Störung, Verhaltenstherapie, Musiktherapie, Interventionsmethoden, Operante Konditionierung, Soziales Lernen, Frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom, Inklusion, Soziale Arbeit, Kommunikation, Symptomlinderung, Verhaltensformung, Therapieform
Die Arbeit untersucht zwei spezifische therapeutische Ansätze zur Behandlung autistischer Störungen bei Kindern: die Verhaltenstherapie und die Musiktherapie.
Die Themen umfassen die Definition und Symptomatik des Autismus, die methodischen Grundlagen beider Therapieformen sowie deren Wirksamkeit und praktische Anwendung im therapeutischen Alltag.
Das Ziel ist der Vergleich der beiden Therapieformen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer Herangehensweise, Zielsetzung und Anwendbarkeit durch Laien oder Therapeuten herauszuarbeiten.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse aktueller Fachpublikationen und etablierter Diagnosesysteme wie ICD-10 und DSM-V basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung verhaltenstherapeutischer Methoden (z.B. Diskretes Lernformat, Shaping) und musiktherapeutischer Prinzipien (z.B. Improvisation, Musik als Kommunikationsmittel) sowie deren direkten Vergleich.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Autismus-Spektrum-Störung, Verhaltenstherapie, Musiktherapie, Verhaltensformung, Verhaltensaktivierung und Soziale Arbeit geprägt.
Die Verhaltenstherapie ist stark erwachsenenzentriert und gibt spezifische Ziele vor, während die Musiktherapie stärker auf der Initiative des Kindes basiert und den therapeutischen Prozess zwangloser gestaltet.
Die Soziale Arbeit fungiert als Schnittstelle, die therapeutische Erfolge in den Alltag transferiert und Familien bei der Beantragung von Leistungen sowie der Lebensgestaltung unterstützt.
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