Bachelorarbeit, 2018
37 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Historischer Kontext
3. Die Quellenlage des Vertrags
3.1. Quellenkritik
3.2. Überlieferung des Vertrags
3.2.1. Darstellung bei Polybios
3.2.2. Darstellung bei Livius
3.2.3. Darstellung in annalistischen Quellen
3.3. Die Abweichungen in der Überlieferung und ihre Hintergründe
4. Motive der historischen Akteure für den Abschluss des Vertrags
4.1. Motive Hannibals
4.2. Motive Philipps
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Bündnisvertrag zwischen Hannibal und Philipp V. von Makedonien als Testfall für die Legitimation römischer Expansionspolitik in der annalistischen Historiographie, wobei insbesondere die unterschiedlichen Darstellungen antiker Historiker verglichen und auf ihre historische Authentizität sowie ihre propagandistischen Hintergründe hin analysiert werden.
3.2.1. Darstellung bei Polybios
Das Original des Dokumentes, das Polybios abschrieb, ist entweder von einem Karthager auf Griechisch direkt verfasst worden oder von einem Karthager, der der Griechischen Sprache nicht vollumfänglich mächtig war, ins Griechische übersetzt worden. Das lässt sich zum einen daraus schließen, dass er offenkundige stilistische und sprachliche Mängel aufweist und zum anderen aus der Art der Ausdrucksweise, den Rückgriff auf bestimmte Gesetzesformeln, die den Griechen fremd waren und in phönizisch-punischer Tradition formuliert wurden.
Auch Bickermans philologische Untersuchung hat gezeigt, dass es sich um eine griechische Übersetzung eines phönizischen Originals handelt, die zudem „often awkwardly literal“ formuliert ist.
Dieses Dokument wird nun genauer betrachtet, jedoch nicht komplett chronologisch, sondern anhand einiger entscheidender Aspekte.
Zum einen soll der Charakter dieses Abkommens, die beteiligten Akteure und deren Einfluss auf die Art des Abkommens geklärt werden und zum anderen die grundlegenden Konditionen, die Bedingungen für den Krieg gegen die Römer und schließlich die für den Friedensvertrag und die Zeit danach gesetzten Bedingungen dargestellt werden.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den historischen Rahmen des Zweiten Punischen Krieges und die Bedeutung des Bündnisses zwischen Hannibal und Philipp V. für die römische Expansionspolitik, wobei die methodische Herangehensweise der Arbeit dargelegt wird.
2. Historischer Kontext: Dieses Kapitel skizziert die militärische Lage nach der Schlacht von Cannae und die politische Ausgangssituation, die Hannibal dazu bewegte, strategische Partner außerhalb Italiens zu suchen, was schließlich zur Kontaktaufnahme mit Philipp V. führte.
3. Die Quellenlage des Vertrags: Der umfangreiche Hauptteil untersucht detailliert die verschiedenen antiken Überlieferungsstränge, vergleicht diese miteinander und analysiert die Hintergründe für auftretende Abweichungen in den Darstellungen der Historiker.
4. Motive der historischen Akteure für den Abschluss des Vertrags: Dieses Kapitel widmet sich der individuellen Motivation Hannibals und Philipps V., wobei sowohl machtpolitische Ziele als auch die Rolle externer Ratgeber wie Demetrios von Pharos beleuchtet werden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und ordnet das Bündnis in den größeren Zusammenhang der römischen Außenpolitik sowie der historiographischen Tendenz ein, expansive Kriege im Nachhinein als gerecht darzustellen.
Hannibal, Philipp V., Bündnisvertrag, Zweiter Punischer Krieg, römische Expansionspolitik, Polybios, Livius, Coelius Antipater, Quellenkritik, Historiographie, Demetrios von Pharos, Symploke, Makedonien, Karthago, Annalistik
Die Arbeit analysiert den Bündnisvertrag zwischen Hannibal und Philipp V. von Makedonien und untersucht, wie antike Historiker dieses Ereignis überlieferten und zur Rechtfertigung römischer Expansion nutzten.
Im Fokus stehen die historische Quellenkritik, der Vergleich von Überlieferungen bei Polybios, Livius und anderen Annalisten sowie die Rekonstruktion der eigentlichen Motive der beteiligten Akteure.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwieweit die antike Geschichtsschreibung den Vertrag beeinflusste, um römische Expansionspolitik zu legitimieren, und welche historischen Fakten dabei durch Verfälschungen verzerrt wurden.
Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Methode, bei der der überlieferte Originaltext des Vertrags bei Polybios als objektive Referenz dient, um die Abweichungen und propagandistischen Tendenzen in den Werken von Livius und anderen späteren Autoren freizulegen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte quellenkritische Analyse der antiken Berichterstattung und eine anschließende Untersuchung der politisch-strategischen Motive Hannibals und Philipps V. für den Abschluss des Bündnisses.
Die zentralen Schlagworte sind Hannibal, Philipp V., Bündnisvertrag, Zweiter Punischer Krieg, Quellenkritik, Historiographie und römische Expansionspolitik.
Die Arbeit identifiziert Coelius Antipater als eine zentrale Quelle, die maßgeblich dazu beitrug, den Vertrag und Hannibals Ziele in ein prorömisches Licht zu rücken, was von späteren Historikern wie Livius übernommen wurde.
Hannibal wollte zwar eine zweite Front eröffnen, hatte jedoch kein Interesse daran, Philipp V. zu einer dominierenden Macht auf der italischen Halbinsel aufsteigen zu lassen, was die begrenzte militärische Hilfe im Vertrag erklärt.
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