Masterarbeit, 2018
73 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
1.1 Hintergrund und Vorgehen
1.2 Zum bisherigen Forschungsstand
TEIL I – THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2. Italien vom Emigrationsland zum Immigrationsland
2.1. Immigrationspolitik
2.1.1 Sprachliche Integration
2.2 Immigranten in den italienischen Medien und im öffentlichen Diskurs
3. Definition der Begrifflichkeiten
3.1 Mehrsprachigkeit – Eine Definition
3.1.1 Mehrsprachigkeit durch Migration
3.2 Sprache, Mehrsprachigkeit und soziale Identität
3.3 Sprachkontakt
3.3.1 Transkodische Markierung
3.3.2 Code- Switching
3.3.3 Transferenz
3.3.4 Code – Mixing
4. Das Medium Film
4.1 Der polyglotte Film
4.1.1 Die Untertitelung
4.2 Der italienische Einwanderungsfilm
4.2.1 Versuche der Kategorisierung des „migration cinema“
4.2.2 Das italienische Immigrantenkino
TEIL II – ANALYTISCHER TEIL
5. Zur Filmauswahl und Vorgehensweise
5.1 Vorstellung der Fragestellung, Methodik und Zielsetzung
5.2 Film: Il vento fa il suo giro
5.2.1 Inhalt
5.2.2 Sprachen im Film
5.2.3 Betrachtung der Filmsequenzen
5.2.4 Zusammenfassung
5.3 Film: Là-bas - Educazione criminale
5.3.1 Inhalt
5.3.2 Sprachen im Film
5.3.3 Betrachtung der Filmsequenzen
5.3.4 Zusammenfassung
5.4 Film: Fuocoammare
5.4.1 Inhalt
5.4.2 Sprachen im Film
5.4.3 Beobachtungen aus den Filmsequenzen
5.4.4 Zusammenfassung
6. Schlussbetrachtungen
6.1 Auswertung und Diskussion der Erkenntnisse
6.2 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Mehrsprachigkeit für die sprachliche Integration von Migranten im italienischen Film des 21. Jahrhunderts. Dabei wird analysiert, wie Sprachkontaktphänomene und die filmische Darstellung von Immigrantenfiguren dazu beitragen, soziale und sprachliche Isolation oder Integration in der Empfängergesellschaft abzubilden.
5.2.3 Betrachtung der Filmsequenzen
In der ersten Filmsequenz wird eine Prolepsis auf das Ende des Films gezeigt. Es handelt sich um eine Fahrt durch einen Tunnel, die eine Zeitreise in die Vergangeheit andeutet. Es wird über einen alten Brauch der Vergangenheit gesprochen (il rueido). Am Steuer sitzt der Bürgermeister des Dorfes, daneben der älteste Bürger. Sie sprechen über einen Radiobeitrag, der über das Dorf gestaltet werden soll. Die Sequenz findet in Okzitanisch statt mit italienischen Untertiteln, da beide Darsteller den gleichen ‚Code‘ sprechen und verstehen. Dies soll auch die Verbundenheit einer gemeinsamen Identität verdeutlichen. Daraufhin wird der Text: 9 Monate vorher eingeblendet.
In der nächsten Szene sieht man, wie der Protagonist Philippe in das Dorf kommt und sich für eine Immobilie interessiert. In der Dorfkneipe fragt er sich durch, wird jedoch von den Einheimischen eher abweisend behandelt. Die Szene spielt bis auf französische Grußformeln seitens Philippe auf Italienisch. Hier liegt also eine transkodische Markierung vor, die auf die französische Identität Philippes zurückzuführen ist. Auf der inhaltlichen Ebene wird deutlich, dass wenig Leben im Dorf herrscht. Die Atmosphäre ist geschlossen, misstrauisch.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Migration und Mehrsprachigkeit, Erläuterung des methodischen Vorgehens und des Forschungsstandes.
2. Italien vom Emigrationsland zum Immigrationsland: Darstellung der historischen Entwicklung Italiens und der aktuellen Migrationspolitik sowie der medialen Repräsentation von Migranten.
3. Definition der Begrifflichkeiten: Theoretische Grundlegung der Konzepte Mehrsprachigkeit, soziale Identität und Sprachkontakt sowie deren spezifische Phänomene.
4. Das Medium Film: Theoretische Einordnung des polyglotten Films und des italienischen Einwanderungsfilms als Medium der gesellschaftlichen Auseinandersetzung.
5. Zur Filmauswahl und Vorgehensweise: Vorstellung der methodischen Ansätze zur Analyse der drei ausgewählten Spielfilme inklusive der spezifischen Filmsequenzen.
6. Schlussbetrachtungen: Synthese der Ergebnisse aus den Filmanalysen und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich Migration und Film in Italien.
Migration, Mehrsprachigkeit, Italien, Immigrantenkino, Sprachkontakt, Identität, Integration, Code-Switching, Transkodische Markierung, Filmsequenz, Soziolinguistik, Polyglot Cinema, Italienisch, Sprachbarriere, Identitätskonstruktion.
Die Arbeit analysiert die Darstellung von Mehrsprachigkeit und die damit verbundene Integration von Migranten im italienischen Film des 21. Jahrhunderts.
Zentrale Felder sind die Migrationspolitik in Italien, der Zusammenhang von Sprache und sozialer Identität sowie die Rolle des Mediums Film bei der Verarbeitung gesellschaftlicher Herausforderungen.
Es soll untersucht werden, inwiefern Mehrsprachigkeit einen Beitrag zur sprachlichen Integration von Migranten leistet und wie dieser Prozess filmisch inszeniert wird.
Die Arbeit nutzt einen hybriden methodischen Ansatz, der Evaluative Assertion Analysis und Ansätze der Gesprächsanalyse zur Untersuchung von Filmsequenzen kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Sprachkontakt und Filmgenre sowie eine detaillierte Analyse der Filme Il vento fa il suo giro, Là-bas - Educazione criminale und Fuocoammare.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Migration, Mehrsprachigkeit, Identität, Code-Switching und Immigrantenkino geprägt.
Der Dialekt fungiert als Instrument der Abgrenzung oder Integration; wer ihn beherrscht, wird in kriminellen oder sozialen Netzwerken eher als zugehörig betrachtet.
Die Sprache wird hier teilweise gezielt als Machtinstrument eingesetzt, um die neu zugezogene Familie durch den Gebrauch von Okzitanisch auszugrenzen und die Integration zu verhindern.
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