Examensarbeit, 2005
97 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung – Faszination Klavier
2 Instrumententechnische Entwicklung des Klaviers
2.1 Vorläufer des Hammerflügels
2.1.1 Clavichord
2.1.2 Kielinstrumente: Cembalo, Spinett, Virginal
2.2 Entstehung des Hammerflügels
2.2.1 Mechanische Entwicklung
2.2.2 Vom Hammerflügel zum modernen Kleinklavier
2.3 Elektronische und elektromechanische Klaviere
3 Erweiterung musikalischer Ausdrucksmöglichkeiten durch Neuerungen im Klavierbau
3.1 Zur frühen Klaviermusik
3.2 Komponisten der Wiener Klassik und ihre Klavierinstrumente
3.2.1 Joseph Haydn (1732-1809)
3.2.2 Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
3.2.3 Ludwig van Beethoven (1770-1828)
3.3 Neue Ausdrucksmöglichkeiten am Beispiel des Virtuosen Franz Liszt
4 Die Verbreitung des Klaviers im 19. Jahrhundert
4.1 Bürgerliche Musikkultur
4.1.1 Salonmusik
4.1.2 Das Klavier – ein weibliches ‚Accessoire’
4.2 Musikalienangebot
4.3 Klavierproduktion – Vom handwerklichen Fachbetrieb zur Großfabrik
4.4 Vermarktung und Export
5 Die Bedeutung des Klaviers im 20. und 21. Jahrhundert
5.1 Das Klavier in der ‚Modernen Musik’
5.2 Zwei Momente des Aufschwungs
5.2.1 Stummfilm
5.2.2 Ragtime
5.3 Technischer Wandel
5.3.1 Die Schallplatte
5.3.2 Reproduktionsklaviere
5.4 Das Klavier im häuslichen Musikleben
5.5 Zur aktuellen Bedeutung des Klaviers in der deutschen Bevölkerung
5.5.1 Aktive Klavierspieler in deutschen Haushalten
5.5.2 Das Klavier in der professionellen Ausbildung
5.5.3 Das Image des Klaviers
5.5.4 Klavierspiel zur Förderung musikalischer und allgemeiner Fähigkeiten
5.5.5 Zur zukünftigen Rolle des Klaviers
6 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Stellenwert des Klaviers in den vergangenen 300 Jahren, dessen instrumententechnische Entwicklung sowie die soziologischen und wirtschaftlichen Faktoren seiner enormen Verbreitung, insbesondere im 19. Jahrhundert, und analysiert abschließend seine aktuelle Bedeutung in der deutschen Bevölkerung.
2.2.1 Mechanische Entwicklung
Den ersten funktionsfähigen Hammerflügel mit brauchbarer Mechanik entwickelte der in Florenz arbeitende Instrumentenbauer Cristofori um 1709, vermutlich sogar schon um 1700. Bei dieser so genannten Stoßzungenmechanik wird ein Hammer mittels einer beweglichen Stoßzunge gegen die Saite geschleudert, um sie dann sofort wieder zum freien Schwingen freizugeben. Der zurückfallende Hammer wird sogleich von einem Fänger aufgenommen, während ein Dämpfer nach Loslassen der Taste das Schwingen der Saite unterbricht. Auch wenn das unmittelbare Zurückfallen des Hammers nach Betätigung der Taste keine Klangbeeinflussung mehr zulässt, bietet diese Technik doch einen entschiedenen Vorteil. Sie erlaubt dem Spieler, den einzelnen Ton durch die jeweilige Stärke des Anschlags dynamisch zu verändern. Konnte das Cembalo nur leise und laut unterscheiden, hatte dieses Instrument nun wie ein Clavichord die Möglichkeit eines Crescendos bzw. Decrescendos. In Verbindung mit der Klangfülle größerer Cembali vereinigte der Hammerflügel gewissermaßen die Eigenschaften beider älterer Tasteninstrumente und bereicherte die musikalische Ausdruckskraft dadurch maßgeblich.
Während Cristoforis Erfindung in Italien zunächst keinen Zuspruch fand, wurde seine Mechanik in Deutschland angenommen, so dass bereits um 1730 der Orgel und Instrumentenbauer Gottfried Silbermann erste Hammerflügel mit Cristoforis Mechanik konstruierte und weiterentwickelte. Er soll Zeitzeugen zufolge sein Instrument „Piano fort“ genannt haben, welches „wegen seines außerordentlichen angenehmen Klanges sehr gnädig aufgenommen worden sei“. 1733 machte Johann Sebastian Bach die erste Bekanntschaft mit einem Silbermannschen Hammerflügel und hatte „den Klang desselben gerühmet, ja bewundert: aber dabey getadelt, daß es in der Höhe zu schwach lautete, und gar zu schwer zu spielen sey.“ Diese doch eher ablehnende Haltung veranlasste Silbermann dazu, sein Instrument weiter zu verbessern, so dass er einige Jahre später schließlich mehrere gut gelungene Hammerflügel an verschiedene Höfe und auch an Friedrich II. von Preußen verkaufen konnte.
1 Einleitung – Faszination Klavier: Die Einleitung beleuchtet die langjährige Faszination des Klaviers und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, die den Stellenwert und die enorme Verbreitung des Instruments über 300 Jahre hinweg untersucht.
2 Instrumententechnische Entwicklung des Klaviers: Dieses Kapitel detailliert die Entwicklung vom Clavichord und Cembalo über die bahnbrechende Erfindung der Hammermechanik durch Cristofori bis hin zur modernen Kleinklavierform.
3 Erweiterung musikalischer Ausdrucksmöglichkeiten durch Neuerungen im Klavierbau: Es wird analysiert, wie technische Innovationen die Ausdrucksmöglichkeiten der Wiener Klassiker Haydn, Mozart und Beethoven sowie des Virtuosen Franz Liszt maßgeblich beeinflussten.
4 Die Verbreitung des Klaviers im 19. Jahrhundert: Der Fokus liegt auf den soziologischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen der Industrialisierung, die das Klavier zum zentralen Instrument der bürgerlichen Musikkultur machten.
5 Die Bedeutung des Klaviers im 20. und 21. Jahrhundert: Dieses Kapitel erörtert die Rolle des Klaviers in der ‚Modernen Musik’, den Einfluss technischer Medien wie Schallplatte und Film sowie die aktuelle Bedeutung und zukünftige Rolle des Klaviers in der deutschen Bevölkerung.
6 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der historischen Entwicklung und der universellen Einsetzbarkeit des Klaviers als heute unerschütterliches Instrument in der Musikwelt.
Klavier, Hammerflügel, Clavichord, Cembalo, Klaviermechanik, Musikgeschichte, Klavierbau, Instrumentenbau, Musikkultur, Bürgertum, Salonmusik, Klaviervirtuosität, Musikpädagogik, Klaviermarkt, Moderne Musik.
Die Arbeit behandelt die instrumententechnische Geschichte des Klaviers sowie seine soziologische und wirtschaftliche Bedeutung als populäres Musikinstrument im Spiegel der letzten 300 Jahre.
Im Zentrum stehen die technische Entwicklung, der Einfluss dieser Neuerungen auf berühmte Komponisten, die gesellschaftliche Verbreitung im Bürgertum sowie die Situation des Instruments im 20. und 21. Jahrhundert.
Ziel ist es, den Stellenwert des Klaviers und seine enorme Verbreitung in der Geschichte zu analysieren und aufzuzeigen, wie das Instrument klangliche Wünsche von Komponisten und Musikliebhabern ermöglichte.
Die Arbeit stützt sich auf eine umfassende historische und kulturwissenschaftliche Untersuchung anhand von Fachliteratur, historischen Quellen und statistischen Daten.
Der Hauptteil gliedert sich in die technische Entwicklung der Tasteninstrumente, die Korrelation zwischen technischem Fortschritt und musikalischer Ausdruckskraft, die Bedeutung des Klaviers für das bürgerliche Musikleben sowie den Wandel des Klaviers im 20. Jahrhundert durch neue Medien.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Klavier, Hammermechanik, Musikgeschichte, Klavierbau, Bürgertum, Salonmusik, industrielle Produktion und aktuelle Klavierpädagogik.
Technische Innovationen erweiterten den Tonumfang und die dynamischen Möglichkeiten der Instrumente, was wiederum die Kompositionstechnik von Haydn, Mozart und Beethoven direkt prägte und anspornte.
Es galt aufgrund des bürgerlichen Frauenideals als schickliches Begleitinstrument, das zudem eine Körperhaltung forderte, die den gesellschaftlichen Normen der damaligen Zeit an eine „anständige“ Frau entsprach.
Das Klavier bot ein neues Betätigungsfeld für Pianisten, da es als universelles Musikinstrument zur musikalischen Begleitung und Untermalung der Stummfilme in Kinos eingesetzt wurde.
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