Masterarbeit, 2018
291 Seiten, Note: 1,70
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau
2 Operationalisierung von Begrifflichkeiten
2.1 Begriff Gesundheit
2.2 Begriff Krankheit
2.3 Begriff Betriebliches Gesundheitsmanagement
2.4 Begriff Betriebliches Eingliederungsmanagement
2.5 Begriff Arbeitssicherheit und Arbeitsschutzmanagement
2.6 Begriff Betriebliche Gesundheitsförderung
3 Aktuelle Gesundheitslage in Deutschland
4 Gesundheit im Kontext der Arbeitswelt
5 Theoretische Ansätze für humane Arbeitsgestaltung
5.1 Belastungs-Beanspruchungsmodell
5.2 Resilienz und Ressourcen als Widerstandskräfte
5.3 Praktische Ansätze für die Arbeitsgestaltung
6 Gesetzliche Vorgaben zu betrieblichem Gesundheitsschutz
7 ROI des Betrieblichen Gesundheitsmanagements
7.1 Zielsetzung und Nutzen des BGM
7.2 BGM als Führungsaufgabe
7.3 Return on Investment
7.3.1 Kosten
7.3.1.1 Kosten aus volkswirtschaftlicher Sicht
7.3.1.2 Kosten aus betrieblicher Sicht
7.3.2 Ökonomischer Nutzen
7.3.2.1 Finanzielle Unterstützung und Prämien
7.3.2.2 Return On Investment
7.4 Health-Balanced-Scorecard Modell
8 Vorstellung des Unternehmens
9 Unternehmensspezifische Anforderungen an das BGM Konzept
9.1 Generelle Typisierung von Belastungskategorien
9.1.1 Gesundheitliche Belastungen von Bildschirmarbeitsplätzen
9.1.2 Körperliche Belastungen in der Helikopter-Wartung
9.1.3 Gesundheitliche Belastungen von Hubschrauber-Piloten
9.1.4 Belastungen und Gefährdungen des Einsatzes in Südsudan
9.2 Change Management als besondere Herausforderung
10. Universelle Managementschritte zur Implementierung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements
10.1 Unterstützung durch die Führung als Voraussetzung
10.2 Klassifikation von Strategien und Ansätzen im BGM
10.2.1 Klassifikation von Managementansätzen und Prozessstrategien
10.2.2 Klassifikation von Maßnahmen der BGF
10.3 Erfolgsfaktoren und Grundsätze
11 Projektbeschreibung und Umsetzung von Anforderungen
12 Auftragsklärung und Bedarfsbestimmung
12.1 Analysephase
12.1.1. Personalstrukturanalyse
12.1.2 Analyse der Mitarbeiterfluktuation
12.1.3 Krankenstandanalyse
12.1.4 Unfallquote
12.1.5 Analyse psychischer Belastungen der Mission Südsudan
12.1.6 Gesundheitsorientierte Mitarbeiterbefragung
12.2 Bedarfsbestimmung und Zielfestlegung
13 Umsetzungsphase
13.1 Einführung eines Arbeitsschutzmanagementsystems
13.1.1 Planungsphase zum Aufbau eines AMS
13.1.1 Umsetzung
13.1.2 Kontroll- und Korrekturmaßnahmen
13.2 Betriebliches Eingliederungsmanagement
13.3 Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung
13.3.1 Bereichsspezifische BGF Maßnahmen für die Mission Südsudan
13.3.2 Übergreifende Maßnahmen der BGF
14 Nachhaltigkeitssicherung und Weiterentwicklung
14.1 Nachhaltigkeit des Arbeitsschutzmanagements
14.2 Nachhaltigkeit des Betrieblichen Gesundheitsmanagements
15 Ausblick
16 Fazit
Die vorliegende Masterarbeit verfolgt das Ziel, bei der Babcock Mission Critical Services Germany GmbH ein ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) prozesshaft zu implementieren. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie durch operative Handlungsstrategien ein Weg zu einer gesundheitsförderlichen Organisationsentwicklung geebnet werden kann, um sowohl das Wohlbefinden der Beschäftigten zu steigern als auch die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig zu sichern.
1.1 Problemstellung
„In der einen Hälfte des Lebens opfern wir unsere Gesundheit, um Geld zu erwerben. In der anderen Hälfte opfern wir Geld, um die Gesundheit wiederzuerlangen.“ (Voltaire *1694 †1778, eigentl. François-Marie Arouet, französischer Philosoph und Schriftsteller)
Ausgehend von diesem Zitat stehen Arbeit und Gesundheit scheinbar in einem Widerspruch zueinander und sind nicht zu vereinen. Es werden Symptome angedeutet, durch die Arbeit ausgebrannt zu sein und die Meinung vertreten, dass Arbeit die Gesundheit zwingend negativ beeinflusst. Zugleich wird das einseitige Verständnis von Gesundheit als reine Absenz von Krankheit postuliert. Es wird die auch heutzutage noch teils vorherrschende krankheitsfokussierte pathogenetische Ausrichtung des Gesundheitswesens angesprochen.
Volkswirtschaftliche Kosten für Krankheit verdeutlichen diese eindimensionale Ausrichtung. Beispielsweise wurden im Jahr 2015 in Deutschland 338,2 Milliarden Euro durch Krankheiten verursacht, wobei Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 46,4 Milliarden Euro den größten Anteil ausmachen (vgl. Statistisches Bundesamt 2015). Die volkswirtschaftlichen Gesamtausgaben für Prävention und Gesundheitsschutz betragen hingegen 11,27 Milliarden Euro (vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2015). Folglich wird klar, dass das Gesundheitswesen noch primär auf die Behandlung von Krankheiten ausgerichtet ist. Durch eine Fokussierung auf vorbeugende Gesundheitsförderung, könnten zahlreiche Krankheiten verhindert, das Gesundheitsniveau der Bevölkerung verbessert werden und zugleich volkswirtschaftliche Kosten gesenkt werden.
Ausgehend von der Definition der WHO von Gesundheit als „Zustand des vollständigen, körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefinden und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen“ (WHO 1948), wird Gesundheit ganzheitlich betrachtet. Die Qualität unseres Lebens wird wesentlich durch die Gesundheit als Voraussetzung für Lebenszufriedenheit und Wohlbefinden bestimmt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Vereinbarkeit von Arbeit und Gesundheit ein und erläutert die Zielsetzung der Masterarbeit, ein ganzheitliches BGM-System bei Babcock MCS Germany zu implementieren.
2 Operationalisierung von Begrifflichkeiten: In diesem Kapitel werden zentrale Termini wie Gesundheit, Krankheit, BGM und BGF definiert, um ein einheitliches Verständnis für die weitere Arbeit zu schaffen.
3 Aktuelle Gesundheitslage in Deutschland: Es wird ein Überblick über die gesundheitliche Situation in Deutschland gegeben, wobei der Fokus auf Arbeitsunfähigkeit und Arbeitsunfällen sowie deren Bedeutung für das BGM liegt.
4 Gesundheit im Kontext der Arbeitswelt: Dieses Kapitel analysiert die ambivalente Rolle der Arbeitswelt für die Gesundheit und beschreibt acht wichtige Mega-Trends, die die heutigen Arbeitsbedingungen prägen.
5 Theoretische Ansätze für humane Arbeitsgestaltung: Hier werden theoretische Modelle zur Belastung-Beanspruchung und Stressentstehung vorgestellt, die als Grundlage für die Arbeitsgestaltung dienen.
6 Gesetzliche Vorgaben zu betrieblichem Gesundheitsschutz: Es erfolgt eine Interpretation der relevanten gesetzlichen Rahmenbedingungen, die den Arbeitgeber zum betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz verpflichten.
7 ROI des Betrieblichen Gesundheitsmanagements: Dieses Kapitel begründet den ökonomischen Nutzen von BGM-Maßnahmen und zeigt auf, wie Gesundheit als strategischer Faktor in ein Zielsystem integriert werden kann.
8 Vorstellung des Unternehmens: Es erfolgt eine detaillierte Unternehmensvorstellung von Babcock Mission Critical Services Germany GmbH und deren Geschäftsbereichen.
9 Unternehmensspezifische Anforderungen an das BGM Konzept: Hier werden die spezifischen Belastungskategorien und Sicherheitsanforderungen für die verschiedenen Tätigkeitsfelder des Unternehmens analysiert.
10. Universelle Managementschritte zur Implementierung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements: Dieses Kapitel definiert die notwendigen Schritte, Erfolgsfaktoren und strategischen Überlegungen für eine professionelle Implementierung des BGM.
11 Projektbeschreibung und Umsetzung von Anforderungen: Die praktische Umsetzung wird hier in eine Projektform gegliedert, wobei die Projektziele und die operativen Schritte erläutert werden.
12 Auftragsklärung und Bedarfsbestimmung: Hier wird der Bedarf für das BGM-Konzept anhand einer umfassenden betrieblichen Analysephase (Personalstruktur, Fluktuation, Krankenstand, Mitarbeiterbefragung) bestimmt.
13 Umsetzungsphase: Dieses Kapitel beschreibt die praktische Implementierung des Arbeitsschutzmanagementsystems, des Eingliederungsmanagements sowie konkreter Maßnahmen der Gesundheitsförderung.
14 Nachhaltigkeitssicherung und Weiterentwicklung: Abschließend werden Strategien erläutert, um das BGM-System dauerhaft in der Unternehmensorganisation zu verankern und kontinuierlich zu optimieren.
15 Ausblick: Ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Professionalisierung des BGM-Konzepts durch mögliche Zertifizierungen wird gegeben.
16 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse und die Bedeutung einer systematischen Gesundheitsförderung für die Zukunftsfähigkeit und den Unternehmenserfolg zusammen.
Betriebliches Gesundheitsmanagement, BGM, Gesundheitsförderung, BGF, Luftfahrt, Arbeitsfähigkeit, Arbeitsschutz, Präsentismus, Fluktuation, Stressmanagement, Gefährdungsbeurteilung, Betriebliches Eingliederungsmanagement, Mitarbeiterzufriedenheit, Humanitäre Hilfe, Work-Life-Balance
Die Arbeit befasst sich mit der prozesshaften Implementierung eines ganzheitlichen Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) bei der Babcock Mission Critical Services Germany GmbH, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern und das Unternehmen nachhaltig zukunftsfähig zu gestalten.
Die Arbeit behandelt unter anderem Arbeitssicherheit, Arbeits- und Organisationspsychologie, Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM), Gesundheitsförderung (BGF), ROI-Analysen im Gesundheitsmanagement und die spezifischen Anforderungen der Luftfahrtbranche und humanitärer Einsätze.
Das primäre Ziel ist es, durch die Analyse der aktuellen Situation und die Anwendung theoretischer Modelle ein konkretes, prozesshaftes BGM-Konzept zu entwickeln, das dem Unternehmen als Leitfaden für eine nachhaltige Organisationsentwicklung dient.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus einer theoretischen Literaturanalyse aktueller Fachliteratur und einer praktischen, prozessorientierten Bedarfsanalyse im Unternehmen, inklusive einer Gesundheitsbefragung der Mitarbeiter und Kennzahlenanalysen (wie Fluktuation und Krankenstand).
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Fundierung, die rechtlichen Rahmenbedingungen, die ökonomische Begründung des BGM, die spezifischen Anforderungen der verschiedenen Arbeitsbereiche (Wartung, Piloten, Zentrale) sowie die detaillierte Planung und Umsetzung des BGM-Konzeptes.
Die genannten Schlüsselwörter wie "BGM", "Gesundheitsförderung", "Fluktuation" und "Gefährdungsbeurteilung" spiegeln die Schnittmenge aus betriebswirtschaftlichem Nutzen und der ganzheitlichen Förderung von Mitarbeitergesundheit wider.
Der Einsatz in Südsudan stellt ein besonders kritisches Arbeitsfeld dar, da hier spezifische psychische und physische Belastungen (z.B. traumatische Erlebnisse, extreme klimatische Bedingungen, Sicherheitsrisiken) herrschen, die eine maßgeschneiderte Gesundheitsstrategie und gezielte Maßnahmen des psychosozialen Supports erfordern.
Die Autorin stellt fest, dass die hohen Fluktuationsquoten bei Babcock MCS Germany nicht nur einen erheblichen Kostenfaktor darstellen, sondern ein Indikator für eine mangelnde emotionale Mitarbeiterbindung sind, die durch ein systematisches BGM verbessert werden muss.
Das Unternehmen hat durch die Masterarbeit erste Schritte in Richtung einer prozesshaften Implementierung unternommen, darunter die Einführung eines Betriebssportprogramms, die Initiierung eines Arbeitskreises Gesundheit und die Nutzung der Gesundheitsorientierten Mitarbeiterbefragung als Basis für Maßnahmenpläne.
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