Examensarbeit, 2001
103 Seiten, Note: Gut (2)
1 Zielsetzung und Problemstellung der Arbeit
2 Der gesellschaftliche Wertewandel in verschiedenen Lebensbereichen
2.1 Der gesellschaftliche Wertewandel
2.1.1 Definition des Wertbegriffs
2.1.2 Wandel der Werte in unserer Gesellschaft?
2.1.3 Zwischenfazit
2.2 Die Auswirkungen des Wertewandels auf Kinder und Jugendliche/ veränderte Lebensweltbedingungen von Kindern und Jugendlichen
2.2.1 Im familiären und sozialen Bereich
2.2.2 Im schulischen Bereich
2.2.3 In der Arbeitswelt
2.2.4 Die Bedeutung der Medien
2.3 Kritische Reflexion des Wertewandels in Bezug auf Gewalt
3 Das Gewaltphänomen
3.1 Definition des Gewaltbegriffs
3.2 Formen der Gewalt
3.3 Untersuchung des Ausmaßes, der Häufigkeit und der Qualität von Gewalthandlungen an Schulen mit Hilfe von Studien und statistischen Daten
3.3.1 Jugendkriminalität
3.3.2 Gewaltaufkommen im Zeitvergleich
3.3.3 Gewaltaufkommen nach Schulformen
3.3.4 Häufigkeit und Qualität einzelner Gewaltformen
3.3.5 Gewalt gegen Lehrer/innen
3.3.6 Rechtsextremistisch-motivierte Gewalt
3.4 Mögliche Ursachen für das Auftreten von Gewalt
3.4.1 mögliche Ursachen im familiären Bereich
3.4.2 mögliche Ursachen für das unterschiedlich hohe Gewaltaufkommen an einzelnen Schulformen/ schulbedingte Ursachen
3.4.3 andere Ursachen
3.4.4 Ursachen aus Sicht der Lehrer/innen und der Schüler/innen
3.5 Die an den Gewaltprozessen Beteiligten
3.5.1 Die Täter von Gewalt
3.5.2 Die Opfer von Gewalt
3.5.3 Die Täter-Opfer-Kette
3.6 Analyse und kritische Reflexion der Daten und Ergebnisse
4 Ebenen und Bereiche präventiver Maßnahmen sowie kritische Diskussion
4.1 Bereiche der Prävention
4.1.1 Räumliche und bauliche Maßnahmen/Möglichkeiten
4.1.2 Regeln aufstellen, achten und einüben
4.1.3 Präventive Maßnahmen zur Täter-Opfer-Problematik
4.1.4 Lehrer-Eltern-Zusammenarbeit
4.1.5 Binnendifferenzierter Unterricht
4.1.6 Sozialtraining
4.2 Reflexion der Maßnahmen
5 Literaturangabe
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Wandlungsprozessen und dem Gewaltverhalten von Kindern und Jugendlichen an Schulen. Dabei wird analysiert, ob veränderte Lebensbedingungen und ein Wandel der Werte zu einer Zunahme oder qualitativen Veränderung von Gewalt an Schulen beigetragen haben und welche präventiven Gegenmaßnahmen möglich sind.
3.1 Definition des Gewaltbegriffs
Nach der Definition des Brockhaus-Lexikons vereinigt der Begriff Gewalt in der deutschen Sprache zwei Bedeutungen, für die es u. a. im Englischen oder Französischen verschiedene Begriffe gibt, da diese der sprachlichen Unterscheidung des Lateinischen folgen. In der deutschen Sprache umfaßt der Begriff Gewalt: (Zitat) „die Anwendung von physischem oder psychischem Zwang gegenüber Menschen. Gewalt umfaßt 1. die rohe, gegen die Sitte verstoßende Einwirkung auf Personen (lat. violentia) [und] 2. das Durchsetzungsvermögen in Macht- und Herrschaftsbeziehungen (lat. potestas)“ (Der Brockhaus, 1997, Bd. 5, S262).
Im Hinblick auf die Gewalt im schulischen Bereich, die untersucht werden soll, finden sich in dieser Definition zwei Felder der Gewalt, nämlich die gegen Personen gerichtete, sei es nun eine zwischen Schüler/innen ausgeübte oder zwischen Lehrer/innen und Schüler/innen, wobei hier die von Lehrer/innen ausgeübte Gewalt ein Aspekt ist, der, wie Tillmann bemerkt, sowohl in der öffentlichen Diskussion als auch in der wissenschaftlichen Forschung derzeit eher selten vorkommt (Tillmann, 1999). Das zweite Feld ist die sogenannte institutionelle Gewalt, die seitens der Institution Schule ausgeübt wird, u. a. aufgrund ihrer hierarchischen Struktur oder dem Anpassungsdruck, dem die Schüler/innen ausgesetzt sind.
Ergänzt werden muß die Brockhaus-Definition, den personalen Bereich betreffend, noch um die verbale Gewalt. Auch ist die Gewalt gegen Sachen nicht enthalten, die ebenfalls dem Bereich der personalen Gewalt zugeordnet werden kann (Fuchs/ Lamnek/ Luedtke, 1996).
1 Zielsetzung und Problemstellung der Arbeit: Einführung in das Thema Gewalt an Schulen im Kontext gesellschaftlicher Wandlungsprozesse und Darstellung der methodischen Vorgehensweise.
2 Der gesellschaftliche Wertewandel in verschiedenen Lebensbereichen: Analyse theoretischer Ansätze zum Wertewandel und deren Auswirkungen auf die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen.
3 Das Gewaltphänomen: Detaillierte Untersuchung des Ausmaßes, der Häufigkeit, der Qualität und der Ursachen von Gewalt an Schulen anhand empirischer Daten.
4 Ebenen und Bereiche präventiver Maßnahmen sowie kritische Diskussion: Erörterung verschiedener pädagogischer Ansätze zur Prävention von Gewalt und kritische Reflexion ihrer Wirksamkeit.
Gewalt an Schulen, Wertewandel, Jugendkriminalität, Prävention, Schulalltag, Täter-Opfer-Problematik, pädagogische Maßnahmen, soziale Desintegration, Lernumfeld, Aggressionsverhalten, Erziehung, Schulformvergleich, Lehrer-Eltern-Zusammenarbeit, Medienkonsum, Sozialtraining.
Die Arbeit analysiert, ob und inwiefern gesellschaftliche Wandlungsprozesse und veränderte Lebensbedingungen die Gewalt von Kindern und Jugendlichen an Schulen beeinflussen.
Im Fokus stehen der gesellschaftliche Wertewandel, die verschiedenen Formen von Gewalt an Schulen, die Ursachenforschung sowie präventive Konzepte für den Schulalltag.
Das Ziel ist eine Darstellung und kritische Analyse des Gewaltphänomens an Schulen, um auf dieser Basis Möglichkeiten und Grenzen gewaltpräventiver Maßnahmen zu erörtern.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und den Vergleich verschiedener empirischer Studien und statistischer Daten zum Thema.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Wertewandel und Lebensbedingungen, die Untersuchung von Gewaltformen (Quantität/Qualität) sowie die Diskussion von Präventionsbereichen wie Sozialtraining oder Lehrer-Eltern-Kooperation.
Wichtige Begriffe sind Gewalt an Schulen, Wertewandel, Prävention, Schulformvergleich, Täter-Opfer-Problematik und die Rolle des sozialen Umfelds.
Studien zeigen, dass das Gewaltaufkommen an Haupt- und Realschulen tendenziell höher eingeschätzt wird als an Gymnasien, wobei die Ursachen oft in sozioökonomischen Faktoren und Zukunftsperspektiven liegen.
Lehrer nehmen eine zentrale Rolle ein, indem sie durch ihr Kommunikationsverhalten, die Einbindung der Eltern und die Gestaltung eines positiven Schulklimas präventiv wirken können, wenngleich sie dabei mit einer hohen Arbeitsbelastung konfrontiert sind.
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