Bachelorarbeit, 2018
35 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
1.1 Fragestellung und Vorgehensweise
2 Hauptteil
2.1 Bröcklings Konzept des unternehmerischen Selbst
2.2 Parallelen zum Begriff des „Arbeitskraftunternehmers“
2.3 Rezensionen und mediale Diskussionen
2.4 Theoretische und empirische Weiterentwicklungen
2.4.1 Geschichtliche Hintergründe und Widersprüche des unternehmerischen Selbst
2.4.2 Beratende Personen und Kreativität als Antreiber des unternehmerischen Selbst
2.4.3 Medien als Räume der Subjektivierung
2.4.4 Ökonomische Praktiken und die Folgen der Wettbewerbsförderung
2.4.5 Projektarbeit und das unternehmerische Selbst im Bereich der Wissenschaft
2.4.6 Das unternehmerische Selbst im Bereich des Coachings
2.4.7 Das unternehmerische Selbst im Bereich der Kirche
3 Schluss
3.1 Resümee
3.2 Ausblick
4 Literatur
4.1 Internetquellen
5 Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht die Weiterentwicklung des von Ulrich Bröckling geprägten Konzepts des „unternehmerischen Selbst“ in der gegenwärtigen Gesellschaft. Dabei wird analysiert, inwiefern dieses Leitbild in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen wie der Wissenschaft, der Kirche, sozialen Medien und im Coaching-Kontext Anwendung findet und welche normativen Anforderungen sowie Widersprüche daraus für das Individuum resultieren.
2.4.2 Beratende Personen und Kreativität als Antreiber des unternehmerischen Selbst
Im Feld der therapeutischen Ansätze sieht Boris Traue (2010) sowohl die Intentionen, das Subjekt an den Mainstream anzupassen, als auch, das Subjekt vom Mainstream abzuheben und es von dem gesellschaftlichen Druck zu befreien. Durch Therapien sei heute jedes Individuum formbar und solle sich weiterentwickeln. Des Weiteren stellt der Autor in seiner Untersuchung der Entstehung von Subjekten durch die therapeutische Beratung die Hypothese auf, „dass Beratung einen aktiven Teil an der Generierung der Probleme hat, zu deren Lösung sie beiträgt.“ (Traue, 2010, S. 12).
Zur Beratung gehöre auch das Coaching, welches das Ziel habe, Mitarbeitende weiterzuentwickeln und zu optimieren (Traue, 2010). Coachees sollten sich selbst managen, sich Ziele setzen, sich selbst leistungsfähiger und motivierter machen. Mithilfe von Selbstmanagement wird es den Individuen laut Bröckling (2007) ermöglicht, ihr Verhalten selbst zu regulieren. Traue (2010) und Bröckling (2007) vertreten dieselbe Ansicht, dass Coaching einen Möglichkeitsraum schaffe. Coachings zielten auf einen „Raum des Sag- und Wissbaren, aber vor allem zielen sie auf das Machbare“ (Bröckling, 2007, S. 10). Selbstführungsprogramme üben keinen Zwang aus, sondern machen es wahrscheinlicher, dass ein bestimmtes Verhalten gezeigt wird.
Coaches und Beratende definiert Bröckling (2007) als professionelle Helfende, die einem bei der richtigen Subjektivierung behilflich sind. Sie zeigten und diktierten der ratsuchenden Person, wer man ist und was erstrebenswert ist. Andererseits soll man sich selbst entfalten und seinen eigenen Weg gehen. Eine Voraussetzung dafür, dass man sich beraten lässt, sieht Traue (2010) darin, dass man orientierungslos sei und ein Wissensdefizit aufweise. Dieses Wissen und diese Orientierung solle man in der Beratung und durch die Beratenden gewinnen (Traue, 2010, S. 30). Diese sind die Fachkundigen, die laut Bröckling (2007, S.39) Wissensformen und Selbsttechnologien definieren, mit denen man sich selbst erforschen und formen kann. Beratung mache nach Traue (2010, S. 30) somit ein gewisses Handeln wahrscheinlich.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des lebenslangen Lernens und der Selbstoptimierung im ökonomischen Paradigma ein und stellt das Konzept des „unternehmerischen Selbst“ vor.
1.1 Fragestellung und Vorgehensweise: Dieser Abschnitt erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Weiterentwicklung des Konzepts seit 2007 und beschreibt die methodische Vorgehensweise der Literatur- und Diskursanalyse.
2 Hauptteil: Der Hauptteil bietet eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Konzept von Bröckling, dessen theoretischen Einbettungen sowie einer umfassenden Analyse in diversen gesellschaftlichen Anwendungsfeldern.
2.1 Bröckling Konzepts des unternehmerischen Selbst: Hier wird das Kernkonzept Bröcklings als machtvolles Subjektivierungsprogramm dargestellt, das Individuen zur permanenten Selbstoptimierung anhält.
2.2 Parallelen zum Begriff des „Arbeitskraftunternehmers“: Dieses Kapitel vergleicht Bröcklings Ansatz mit dem des „Arbeitskraftunternehmers“ von Voß und Pongratz, um Gemeinsamkeiten in der Ökonomisierung des Individuums aufzuzeigen.
2.3 Rezensionen und mediale Diskussionen: Dieser Abschnitt fasst die zeitgenössische Rezeption von Bröcklings Werk in Medien und Fachdiskursen zusammen.
2.4 Theoretische und empirische Weiterentwicklungen: Hier werden theoretische Erweiterungen des Diskurses und empirische Anwendungen in spezifischen Feldern dargestellt.
2.4.1 Geschichtliche Hintergründe und Widersprüche des unternehmerischen Selbst: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Genese des ökonomischen Subjekts und die inhärenten Widersprüche, die zu psychischer Belastung führen können.
2.4.2 Beratende Personen und Kreativität als Antreiber des unternehmerischen Selbst: Hier wird die Rolle von Beratung und Coaching sowie die ökonomische Instrumentalisierung von Kreativität analysiert.
2.4.3 Medien als Räume der Subjektivierung: Dieses Kapitel untersucht, wie soziale Medien als Plattformen für Selbstdarstellung und Identitätsbildung gleichzeitig als Instrumente zur Subjektivierung und Selbstoptimierung dienen.
2.4.4 Ökonomische Praktiken und die Folgen der Wettbewerbsförderung: Hier werden kommunikative Praktiken in virtuellen Räumen und deren Rolle bei der Mobilisierung von Wettbewerbsfähigkeit analysiert.
2.4.5 Projektarbeit und das unternehmerische Selbst im Bereich der Wissenschaft: Dieses Kapitel zeigt auf, wie der Projektbegriff die Wissenschaftsstruktur verändert und zu einer Ökonomisierung der akademischen Arbeit führt.
2.4.6 Das unternehmerische Selbst im Bereich des Coachings: Diese empirische Betrachtung durch Laura Glauser hinterfragt, wie Beratende und Kunden in Career Centern den unternehmerischen Diskurs aktiv verhandeln.
2.4.7 Das unternehmerische Selbst im Bereich der Kirche: Dieses Kapitel analysiert die Instrumentalisierung ökonomischer Methoden innerhalb der evangelischen Kirche zur Sicherung ihrer Zukunftsfähigkeit.
3 Schluss: Der Schluss bietet eine Zusammenfassung der Ergebnisse, eine Beantwortung der Forschungsfrage und eine kritische Reflexion des Ansatzes.
3.1 Resümee: Dieses Kapitel führt die zentralen Argumente der vorangegangenen Analyse zusammen und bewertet die Wirksamkeit und Aktualität des Konzepts.
3.2 Ausblick: Der Ausblick thematisiert kritische Aspekte des Qualitätsmanagements, insbesondere das 360° Feedback, und deutet Forschungsbedarf für weitere Felder an.
4 Literatur: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
4.1 Internetquellen: Verzeichnis der zitierten Online-Publikationen und Artikel.
5 Anhang: Enthält das Protokoll einer Informationsveranstaltung zum Thema Karrierepraxis.
unternehmerisches Selbst, Selbstoptimierung, Subjektivierung, Neoliberalismus, Arbeitskraftunternehmer, Beratung, Coaching, Ökonomisierung, soziale Medien, Wissenschaft, Projektarbeit, Identität, Macht, Flexibilisierung, Feedback
Die Arbeit untersucht, wie sich das Konzept des „unternehmerischen Selbst“ seit der Veröffentlichung des gleichnamigen Werkes von Ulrich Bröckling im Jahr 2007 weiterentwickelt hat und wie es in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen heute wahrgenommen und angewendet wird.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Ausbreitung ökonomischer Rationalität auf Bereiche wie die Kirche, die Wissenschaft, das Karriere-Coaching und die digitale Welt der sozialen Medien.
Das Ziel ist herauszufinden, inwiefern das „unternehmerische Selbst“ im gegenwärtigen Diskurs präsent ist, wie es sich als Ideal etabliert hat und welche Auswirkungen diese Anforderungen auf das Individuum haben.
Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Diskursanalyse, um verschiedene Theorien, empirische Studien und mediale Rezeptionen zusammenzuführen und kritisch gegenüberzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung und Einordnung des Konzepts sowie in eine detaillierte Analyse spezifischer Anwendungsfelder, in denen Menschen zur permanenten Selbstoptimierung und marktförmigen Selbstgestaltung angehalten werden.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie unternehmerisches Selbst, Subjektivierung, Selbstoptimierung, Ökonomisierung und Flexibilisierung charakterisiert.
Laut der Untersuchung führt die Strukturierung von wissenschaftlicher Arbeit in Projekten dazu, dass Forscher gezwungen sind, ihre Tätigkeit wie ein Unternehmen zu führen, was den Fokus stärker auf messbare Exzellenz als auf inhaltliche Qualität verschiebt.
Die Arbeit zeigt auf, dass auch kirchliche Institutionen dazu tendieren, ökonomische Analysetools und Begriffe (wie z.B. „AnGebot“) zu übernehmen, um sich als Akteur auf einem umkämpften Markt behaupten zu können.
Die Autorin weist darauf hin, dass 360° Feedback oft zur internen Kontrolle genutzt wird, anstatt zu echter Leistungssteigerung zu führen, und die Ergebnisse häufig nur schwach mit der tatsächlichen Persönlichkeit korrelieren.
Individuen reagieren sehr divers; während viele sich an den Diskurs anpassen, um ihre Chancen zu sichern, gibt es auch Formen der Verdrängung, Kritik oder passive Resistenz gegen das Ideal des stetig optimierbaren Selbst.
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