Diplomarbeit, 2019
48 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Wissenswertes über das Märchen
1.1 Zur Terminologie des Märchens
1.2 Sinn und Wert des Märchens
1.3 Symbolik des Märchens
1.4 Polarisierung von Gut und Böse im Märchen
1.5 Erzählen oder Vorlesen
1.6 Märchen im Wandel der Zeit
1.7 Befürworter und Kritiker
2 Der Stellenwert des Märchens aus psychologischer Sicht
2.1 Die kognitiven Entwicklungsphasen des Kindes nach Jean Piaget
2.2 Magisches animistisches Denken bei Kindern
2.3 Probleme und Ängste in der Kindheit
3 Der Stellenwert des Märchens aus psychoanalytischer Sicht
3.1 Das Strukturmodell der Persönlichkeit von Sigmund Freud
3.2 Die Archetypen von Carl Gustav Jung
3.3 Sinn des Lebens
3.4 Psychoanalytischer Standpunkt zum Wesen des Märchens
3.5 Märchen in der Therapie
4 Bedeutung von Märchen im Primar- und Elementarbereich
4.1 Lernen am Modell nach Bandura
4.2 Das Märchen und sein Stellenwert aus pädagogischer Sicht
5 Märchen als Ressource zur Resilienzförderung in der Kindheit
5.1 Was bedeutet Resilienz?
5.2 Entstehung von Resilienz
5.3 Risikofaktoren
5.4 Schutzfaktoren
5.5 Resilienzmodelle
5.6 Wesentliche Längsschnittstudien in der Resilienzforschung
5.7 Das Konzept der Salutogenese
5.8 Coping und Coping-Strategien
5.9 Bedeutung von Märchen in der Resilienzförderung
6 Empirischer Forschungsteil – Leitfadeninterviews
6.1 Auswertung der Interviews
6.2 Resümee der Interviews
7 Zusammenfassung
Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung von Märchen als pädagogisches Instrument zur Förderung der Resilienz bei fremduntergebrachten Kindern im Alter von vier bis acht Jahren. Ziel ist es, durch die Verknüpfung theoretischer Erkenntnisse aus Psychologie und Pädagogik mit empirischen Leitfadeninterviews aufzuzeigen, wie Märchen in sozialpädagogischen Einrichtungen gezielt zur Unterstützung der kindlichen Widerstandsfähigkeit eingesetzt werden können.
1.2 Sinn und Wert des Märchens
Klassische Volksmärchen sind vielfältig in ihren Geschichten und sprechen dadurch die unterschiedlichsten Gefühle besonders von Kindern an. Neben fantastischen und bezaubernden Sequenzen werden auch negative Emotionen der Märchenfiguren wie Wut, Hass, Neid, Gier, Gewalt aber auch Missbrauch aufgezeigt. Doch Geschichten erzählen auch von dem Umgang und den Auswirkungen dieser negativen Verhaltensweisen. (Vgl. Rupp 1998¹, S. 29)
Dadurch wird dem Kind vermittelt, dass Schwächen und Fehler durchaus zum alltäglichen Leben dazugehören. Zusätzlich erfährt es auch von der Kultur des Verzeihens, und der Möglichkeit, über eigene negative Charaktereigenschaften reflektieren zu können, um diese von sich aus zu ändern. Daraus ableitend unterstützen Märchen Kinder in der Entwicklung eines eigenen Standpunktes, einer Wertschätzung und Offenheit anderen gegenüber. (Vgl. Stöckling-Meier 2013³, S. 34)
Auf der anderen Seite erzählen Märchen von Erfolgen und zeigen auf, dass Schwierigkeiten und Probleme überwunden werden können. Auch existenzielle Ängste des Kindes wie z.B. Verlustängste werden in den Geschichten mit großer Ernsthaftigkeit dargestellt. Tiefe innere Konflikte werden thematisiert, die Ursache für die von den Märchenfiguren gezeigten Emotionen sind. Als Ausgleich dazu werden spätestens am Ende der Geschichte diese Konflikte gelöst, wobei dieser Prozess dem Kind stets in einfacher und adäquater Weise nahegebracht wird. (Vgl. Schmitz 2010¹, S. 39)
Insbesondere unterhalten Märchen Kinder und wecken durch ihre magischen Facetten ihre Neugierde. Sie regen ihre Fantasie an und stellen somit eine Bereicherung ihrer geistigen Entwicklung dar. Die Geschichten handeln von Lebewesen mit unterschiedlichen Persönlichkeitsaspekten. Dies kann das Kind motivieren, eigene Emotionen zu ergründen und sich dabei selbst kennenzulernen. (Vgl. Bettelheim 2017³⁴, S. 11)
1 Wissenswertes über das Märchen: Dieses Kapitel erläutert die terminologischen Grundlagen, die historische Bedeutung sowie die Symbolik und die kontroverse Debatte über Gut und Böse in Märchen.
2 Der Stellenwert des Märchens aus psychologischer Sicht: Hier wird der Bezug zur kognitiven Entwicklung nach Piaget hergestellt und das magisch-animistische Denken von Kindern im Kontext von Märchen und Ängsten analysiert.
3 Der Stellenwert des Märchens aus psychoanalytischer Sicht: Dieses Kapitel beleuchtet Märchen durch die Brille der Psychoanalyse, inklusive Freuds Strukturmodell, Jungs Archetypen sowie therapeutischer Anwendungsmöglichkeiten.
4 Bedeutung von Märchen im Primar- und Elementarbereich: Hier wird das Lernen am Modell nach Bandura fokussiert und der pädagogische Stellenwert von Märchen als Sprach- und Motivationsförderung diskutiert.
5 Märchen als Ressource zur Resilienzförderung in der Kindheit: Das zentrale theoretische Kapitel definiert Resilienz, analysiert Risiko- und Schutzfaktoren sowie verschiedene Resilienzmodelle und leitet die spezielle Bedeutung von Märchen zur Förderung ab.
6 Empirischer Forschungsteil – Leitfadeninterviews: Dieser Abschnitt präsentiert die Auswertung der Experteninterviews mit Fachkräften und zieht ein Resümee über die praktische Relevanz der theoretischen Annahmen.
7 Zusammenfassung: Die Kernaussagen der Arbeit werden hier gebündelt und die Relevanz des narrativen Ansatzes für die pädagogische Praxis mit fremduntergebrachten Kindern unterstrichen.
Märchen, Resilienzförderung, Kindheit, Sozialpädagogik, Psychoanalyse, Entwicklungspsychologie, Identifikation, Schutzfaktoren, Coping-Strategien, narrative Ansätze, Fremdunterbringung, kindliche Entwicklung, Vorlesen, symbolische Modelle, Salutogenese
Die Arbeit untersucht, wie klassische Märchen als narratives Instrument in der Sozialpädagogik genutzt werden können, um die psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz) von fremduntergebrachten Kindern im Alter von 4 bis 8 Jahren zu stärken.
Die zentralen Felder umfassen die Entwicklungspsychologie des Kindes, die psychoanalytische Bedeutung von Märchen, Konzepte der Resilienzforschung sowie pädagogische Interventionsmöglichkeiten.
Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern kann der narrative Ansatz von Märchen eine unterstützende Maßnahme in der Resilienzförderung von fremduntergebrachten Kindern im Alter von 4 bis 8 Jahren sein?“
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung auf Basis fachwissenschaftlicher Literatur, ergänzt durch einen empirischen Teil, der auf qualitativen Leitfadeninterviews mit Fachpersonal aus den Bereichen Psychotherapie, Märchenpädagogik und Elementarpädagogik beruht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Märchen aus psychologischer und psychoanalytischer Sicht, eine Analyse von Resilienzfaktoren sowie eine praktische Zusammenführung dieser Aspekte im pädagogischen Kontext.
Schlüsselwörter sind unter anderem Resilienzförderung, Märchen, Kindheit, Coping-Strategien, Psychoanalyse und pädagogischer Nutzen.
Diese Kinder haben oft traumatische Trennungserfahrungen und Verlustängste erlebt. Märchen bieten ihnen einen geschützten, symbolischen Rahmen, um diese Erlebnisse zu spiegeln, Bewältigungsstrategien zu identifizieren und die eigene Identität zu stärken.
Die Bezugsperson fungiert als Vorbild und Vermittlerin. Sie muss über ein hohes Maß an Feingefühl und Fachwissen verfügen, um das Märchen passend auszuwählen und das Kind bei der anschließenden Reflexion professionell zu begleiten.
Ja, Kritiker weisen darauf hin, dass die Darstellung von Grausamkeit Kinder verängstigen oder Vorurteile begünstigen kann. Die Arbeit betont daher die Notwendigkeit einer bewussten Auswahl und Begleitung durch die pädagogische Fachkraft.
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