Bachelorarbeit, 2018
44 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Kindeswohlgefährdung
2.1. Definitionen
2.2. Erscheinungsformen
2.3. Vorkommenshäufigkeit
2.4. Folgen für die Kinder
3. Inobhutnahme
3.1. Definition
3.2. Der Allgemeine Soziale Dienst
3.3. Rechtlichen Rahmenbedingungen
3.3.1. Die Rechte der Eltern
3.3.2. Die Rechte des Kindes
3.3.3. Die Rechte des Jugendamtes
3.4. Arbeitsphasen einer Inobhutnahme
3.5. Kritik
4. Professionelles Verhalten
4.1. Definitionen
4.2. Einflussfaktoren
4.2.1. Personalbeschaffenheit des ASD
4.2.2. Arbeitsbelastung
4.3. Umgang mit den Paradoxien
4.3.1. Das doppelte Mandat
4.3.2. Nähe und Distanz
5. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht das professionelle Verhalten von Sozialarbeitern des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) im Kontext von Inobhutnahmen. Dabei wird analysiert, wie trotz der komplexen Anforderungen und belastenden Situationen ein fachgerechtes, den Kinderschutz sicherstellendes Handeln realisiert werden kann.
3.1. Definition
„Die Inobhutnahme ist eine sog. „andere Aufgabe“ des Jugendamtes, die sich direkt an die Kinder und Jugendlichen als AdressatInnen der Maßnahme wendet. Ihr Ziel ist es, Hilfe durch Schutz zu gewähren. Anlass für die Inobhutnahme ist immer eine akute Gefährdung für das Kindeswohl. Damit stellt sie eine vorübergehende Eil- bzw. Notfallmaßnahme dar und gehört zu den vorläufigen Schutzmaßnahmen für Minderjährige jeden Alters.“ (Schindler 2006, S.84-1)
Inobhutnahmen gelten daher als Krisenintervention und der letzte Ausweg. Denn letztlich kommt es zu Inobhutnahmen nur, wenn die Sorgeberechtigen nicht bei der „Abwendung einer unmittelbar bevorstehenden oder drohenden Gefährdung der Kinder mitwirken, nicht zur Zusammenarbeit bereit sind oder keinerlei Einsicht in die Notwendigkeit einer Intervention haben“ (Alle 2017, S.43). Das Kind wird daher zu seinem eigenen Schutz in Obhut genommen und anschließend entweder bei geeigneten Freunden oder Verwandten, in einer Bereitschaftspflegefamilie, in einer Einrichtung oder in einer sonstig betreuten Wohnform untergebracht (vgl. Kreft 2011, S.50). Welche Unterbringungsform dabei die Idealste ist, muss im Einzelfall entschieden werden und richtet sich allein nach den Bedürfnissen des Kindes. Eine Inobhutnahme besteht jedoch nicht allein aus einer Unterbringung, vor allem geht es, wenn möglich, zusammen mit dem Kind und den Erziehungsberechtigen zu ermitteln, welche Umstände zu der Inobhutnahme geführt haben und zu klären bzw. Pläne zu entwickeln, um diese Krisenintervention zu beenden und die Gefährdung zu beseitigen. All dies ist die Aufgabe eines Bezirkssozialarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes. Doch was ist der Allgemeine Soziale Dienst überhaupt?
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Inobhutnahmen ein und skizziert die Fragestellung bezüglich der Professionalität der handelnden Sozialarbeiter.
2. Kindeswohlgefährdung: Das Kapitel erläutert den Begriff der Kindeswohlgefährdung, deren Formen sowie die statistische Vorkommenshäufigkeit und die möglichen Folgen für betroffene Kinder.
3. Inobhutnahme: Hier wird der Prozess der Inobhutnahme definiert, die rechtlichen Grundlagen dargelegt, die Arbeitsphasen beschrieben und eine kritische Auseinandersetzung geführt.
4. Professionelles Verhalten: Dieses zentrale Kapitel definiert Professionalität in der Sozialen Arbeit, analysiert Einflussfaktoren wie Personal und Arbeitsbelastung sowie den Umgang mit spezifischen Paradoxien wie dem doppelten Mandat und dem Nähe-Distanz-Dilemma.
5. Schluss: Der Schluss fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und resümiert die Notwendigkeit professionellen Handelns bei der komplexen Aufgabe der Inobhutnahme.
Inobhutnahme, Kindeswohlgefährdung, Sozialer Dienst, ASD, Kinderschutz, Krisenintervention, Sozialpädagogik, Professionalität, Doppeltes Mandat, Nähe-Distanz-Dilemma, Arbeitsbelastung, Jugendamt, Rechtliche Rahmenbedingungen, Elternarbeit, Professionelles Verhalten.
Die Arbeit befasst sich mit der Fragestellung, wie Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) bei einer Inobhutnahme professionell handeln können und welche Herausforderungen dabei entstehen.
Die zentralen Felder sind die theoretische Fundierung von Kindeswohlgefährdung, die rechtlichen und praktischen Abläufe der Inobhutnahme sowie die Anforderungen an die professionelle Haltung und Handlungskompetenz der Sozialarbeiter.
Ziel ist es zu erörtern, was unter „professionellem Verhalten“ im Kontext der Inobhutnahme zu verstehen ist und wie dieses trotz schwieriger Umstände und paradoxer Anforderungen sichergestellt werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender Konzepte und gesetzlicher Vorgaben aus der Fachliteratur der Sozialen Arbeit.
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Definition von Kindeswohlgefährdung, die detaillierte Darstellung des Inobhutnahme-Prozesses und die Analyse der Faktoren, die ein professionelles Handeln beeinflussen, insbesondere das doppelte Mandat und das Nähe-Distanz-Dilemma.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Inobhutnahme, Kindeswohlgefährdung, professionelles Verhalten, ASD und die Paradoxien der Sozialen Arbeit charakterisiert.
Bei einer akuten Kindeswohlgefährdung liegt eine eindeutig gegenwärtige und nachgewiesene Gefahr vor, während bei einer latenten Gefährdung das Vorliegen einer Gefährdung ungewiss ist, jedoch auch nicht ausgeschlossen werden kann.
Das doppelte Mandat zwingt den Sozialarbeiter dazu, gleichzeitig Klientenanwalt (Hilfe) und staatliche Kontrollinstanz (Wächteramt) zu sein, was zu Spannungen in der Beziehungsgestaltung führen kann.
Die kollegiale Beratung dient als wesentliche Entscheidungshilfe, um verschiedene Perspektiven auf einen Fall einzunehmen, strukturelle Unsicherheiten zu reduzieren und mögliche Fehlentscheidungen zu minimieren.
Eine zu hohe Arbeitsbelastung kann die professionelle Handlungsfähigkeit einschränken, da dem Sozialarbeiter die nötige Distanz und die Ressourcen fehlen, um fachmännisch und reflektiert auf komplexe Krisensituationen zu reagieren.
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