Diplomarbeit, 2005
116 Seiten, Note: Sehr Gut
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 EINLEITUNG
2 WADA TEST
2.1 GRUNDLEGENDE BESCHREIBUNG UND HISTORISCHE ENTWICKLUNG
2.2 METHODISCHER ANSATZ DES WADA TESTS
2.3 ZIELSETZUNG DES WADA TESTS
2.4 DAS HIPPOCAMPAL ADEQUACY VS. FUNCTIONAL RESERVE MODEL
2.5 RELIABILITÄT DES WADA TESTS
2.6 VALIDITÄT DES WADA TESTS
2.6.1 Vorhersage einer anterograden Amnesie
2.6.2 Die Vorhersage von postoperativen materialspezifischen Veränderungen
2.6.3 Validität im Bezug auf die biologisch anatomische Ebene
2.7 VERGLEICH MIT NICHT INVASIVEN VERFAHREN
2.7.1 Vergleich mit bildgebenden Verfahren
2.7.2 Vergleich mit klinisch – neuropsychologischen Prädiktoren
3 GEDÄCHTNIS
3.1 ANATOMIE UND FUNKTION DES MEDIALEN TEMPORALLAPPENS
3.2 LIMBISCHES SYSTEM
3.2.1 Hippokampus
3.2.2 Corpus amgydaloideum
3.2.3 Gyrus cinguli
3.2.4 Schaltkreise des limbischen Systems
3.3 UNTERSCHEIDUNG DER GEDÄCHTNISSYSTEME
3.3.1 Der Fall H.M
3.3.2 Explizites und Implizites Gedächtnis
3.4 NEUROANATOMISCHE KORRELATE DER GEDÄCHTNISPROZESSE
3.4.1 Informationsverarbeitung auf Gehirnebene
4 NEUROPSYCHOLOGIE DER TEMPORALLAPPENEPILEPSIE
4.1 KOGNITIVES PROFIL DER TEMPORALLAPPENEPILEPSIE
4.2 LATERALISIERTE KOGNITIVE DEFIZITE BEI TEMPORALLAPPENEPILEPSIE
5 OPERATIVE VERFAHREN
5.1 KOGNITIVE VERÄNDERUNGEN DURCH EPILEPSIECHIRURGISCHE EINGRIFFE
5.1.1 Kognitive Veränderungen nach Selektiver – Amygdalahippokampektomie (SAH)
6 FRAGESTELLUNG UND HYPOTHESEN
7 METHODIK
7.1 STICHPROBE
7.2 UNTERSUCHUNGSABLAUF
7.3 VERWENDETE TESTVERFAHREN
7.3.1 Wada Test (Natrium Amobarbital Test)
7.3.2 Münchner Gedächtnistest (Ilmberger, 1988)
8 ERGEBNISSE
8.1 STATISTISCHE AUSWERTUNG
8.2 DEMOGRAPHISCHE DATEN
8.3 NEUROPSYCHODIAGNOSTISCHE TESTRESULTATE
8.3.1 Münchner Gedächtnistest (MGT)
8.4 VERLAUFSERGEBNISSE DER TESTS
8.4.1 Gruppenvergleich TLE links – TLE rechts im MGT
8.5 AUSWIRKUNG DER PRÄOPERATIVEN AUSGANGSLEISTUNG AUF POSTOPERATIVES OUTCOME
8.5.1 Ergebnisse im freien Langzeitabruf
8.5.2 Ergebnisse im Percent Long Time Retention Score (PLTR)
8.5.3 Ergebnisse im korrigierten Wiedererkennen
8.5.4 Zusammenfassung der Verlaufsergebnisse
8.6 ERGEBNISSE IM WADA TEST
8.7 PRÄDIKTOREN FÜR OUTCOME
8.7.1 Prädiktoren für Einbußen im freien Langzeitabruf nach 3 Monaten
8.7.2 Prädiktoren für das Outcome im freien Langzeitabruf nach 3 Monaten
8.7.3 Prädiktoren für Einbußen im freien Langzeitabruf nach 12 Monaten
8.7.4 Prädiktoren für das Outcome im freien Langzeitabruf nach 12 Monaten
8.7.5 Korrelationen der prä- und postoperativen Leistungen im MGT
8.7.6 Korrelationen der prä- und postoperativen Leistungen im MGT mit den Wada Test Resultaten
8.7.7 Korrelationen der demographischen und klinischen Daten mit den neuropsychologischen Testresultaten
9 DISKUSSION UND BEANTWORTUNG DER FRAGESTELLUNG
Ziel der Arbeit ist es zu untersuchen, ob die Gedächtnisuntersuchung im Rahmen des Wada Tests einen Vorhersagewert auf die postoperative Leistung des Verbalgedächtnisses bei Patienten mit Temporallappenepilepsie besitzt und welche weiteren neuropsychologischen Prädiktoren für den postoperativen Verlauf existieren.
2.1 Grundlegende Beschreibung und historische Entwicklung
Ursprünglich wurde dieses Verfahren von Juhn Wada, Wissenschaftler an der Hokkaido University School of Medicine in Japan, 1949 als eine Technik zur Bestimmung der sprachdominanten Hemisphäre beschrieben.
Mittlerweile ist der Wada Test zu einem wesentlichen Bestandteil der prächirurgischen Epilepsiediagnostik geworden und wird an weitgehend allen Epilepsiezentren weltweit durchgeführt. (Rausch 1993)
Erstmals verwendet wurde die intracarotidale Injektion von Natrium-Amobarbital 1948 von Wada, der damit den Status Epilepticus eine jungen Epilepsiepatienten stoppte (Snyder und Harris 1997). In der Folge wurde Natrium-Amobarbital von Wada zur Bestimmung der sprachdominanten Hemisphäre bei Depressionen eingesetzt. Durch dieses Verfahren konnten die Elektroden bei der Behandlung mit der Elektrokrampftherapie (EKT) selektiv auf der nicht sprachdominanten Seite platziert werden, während durch die kurzzeitige Anästhesierung der dominanten Hemisphäre verhindert wurde, dass sich der Krampf bilateral ausbreitet. Wada wollte dadurch geringere kognitive Nebenwirkungen bei der EKT erreichen. (Snyder und Harris 1997).
1 EINLEITUNG: Darstellung der Bedeutung neuropsychologischer Diagnostik in der Epilepsiebehandlung und Definition der Forschungsziele.
2 WADA TEST: Historische Entwicklung, Methodik, Validität und der Vergleich des Verfahrens mit bildgebenden Techniken sowie anderen Prädiktoren.
3 GEDÄCHTNIS: Anatomische und funktionelle Grundlagen des medialen Temporallappens, des limbischen Systems und Differenzierung verschiedener Gedächtnissysteme.
4 NEUROPSYCHOLOGIE DER TEMPORALLAPPENEPILEPSIE: Beschreibung des kognitiven Profils und lateralisierten Defiziten bei Temporallappenepilepsie.
5 OPERATIVE VERFAHREN: Übersicht über chirurgische Techniken zur Behandlung der Temporallappenepilepsie und deren kognitive Folgen.
6 FRAGESTELLUNG UND HYPOTHESEN: Formulierung der wissenschaftlichen Hypothesen zur Vorhersagekraft des Wada Tests und zur postoperativen Gedächtnisentwicklung.
7 METHODIK: Beschreibung der Stichprobe, des Untersuchungsablaufs und der verwendeten neuropsychologischen Testverfahren.
8 ERGEBNISSE: Statistische Auswertung der Testresultate, Verlaufsanalysen, Prädiktorenanalysen und Korrelationen mit klinischen Daten.
9 DISKUSSION UND BEANTWORTUNG DER FRAGESTELLUNG: Interpretation der Befunde im Hinblick auf die Hypothesen und Diskussion der klinischen Implikationen.
Wada Test, Verbalgedächtnis, Temporallappenepilepsie, Epilepsiechirurgie, Gedächtnisdefizite, Hippocampal Adequacy, Functional Reserve, Neuropsychologie, postoperative Outcome, Prädiktoren, Sprachlateralisation, Münchner Gedächtnistest, Amnesie, Temporallappenresektion, Kognitive Entwicklung
Die Arbeit untersucht den Vorhersagewert der Gedächtnisuntersuchung im Rahmen des Wada Tests für die verbale Gedächtnisleistung von Patienten nach einem epilepsiechirurgischen Eingriff im Temporallappen.
Im Zentrum stehen die Epilepsiediagnostik, neuropsychologische Testverfahren, die funktionelle Neuroanatomie des Gedächtnisses und die prächirurgische Risikoeinschätzung.
Das Ziel ist festzustellen, ob das Ergebnis des Wada Tests eine Vorhersage über die postoperative kognitive Leistungsentwicklung (insbesondere verbales Gedächtnis) zulässt und welche klinischen Prädiktoren hierbei eine Rolle spielen.
Es wird eine klinisch-neuropsychologische Studie mit 57 Patienten durchgeführt, wobei die Daten mittels deskriptiver Statistik, Varianzanalysen mit Messwiederholung und multipler Regression ausgewertet werden.
Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen zum Wada Test und Gedächtnissystemen, die neuropsychologische Charakterisierung der Temporallappenepilepsie sowie eine detaillierte Ergebnisanalyse der patientenspezifischen Testverläufe.
Wichtige Schlagworte sind Wada Test, Verbalgedächtnis, TLE (Temporallappenepilepsie), Epilepsiechirurgie und postoperative Prädiktoren.
Bei linksseitiger TLE treten häufiger Defizite im verbalen Gedächtnis nach Operationen auf, während rechtsseitige Eingriffe im Allgemeinen weniger negative Auswirkungen auf die verbale Gedächtnisleistung haben.
Das Modell postuliert, dass die funktionelle Eignung des Gewebes, das bei der Operation in der ipsilateralen Hemisphäre entfernt wird, maßgeblich für das Ausmaß postoperativer Einbußen ist.
Die Arbeit identifiziert einen frühen Epilepsiebeginn bei linksseitigen Patienten als positiven Prädiktor für ein besseres postoperatives Outcome, was auf neurobiologische Plastizitätsmechanismen hindeutet.
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