Diplomarbeit, 1984
65 Seiten, Note: ca. 3
I. Fragestellung und Ansatz der Untersuchung
(1) Beschreibung des Teilarbeitsmarktes für Frauen in Führungspositionen
(2) Die Bedeutung der weiblichen Sozialisation für die Unterrepräsentanz der Frauen in Führungspositionen
II. Vergleich von Anforderungen in Führungspositionen u. Merkmale des weiblichen Sozialisations-Prozesses
(1) Typische Anforderungsmerkamle von Führungspositionen
(2) Gründe der Unterrepräsentanz, die nicht aus der weiblichen Sozialisation hervorgehen (z. B. biologische Konstitution, Sozialisation der Männer)
(3) Typische Merkmale des weiblichen Sozialisationsprozesses in Gegenüberstellung zu Anforderungsmerkmalen von Führungspositionen
III. Fallstudie
(1) Fallschilderungen
(2) Anforderungsmerkmale von Führungspositionen in den Fallschilderungen
(3) Ermittelte Sozialisationsbedingungen
VI. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die deutliche Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen, indem sie geschlechtsspezifische Sozialisationsprozesse mit den Anforderungsprofilen moderner Führungstätigkeiten vergleicht und kritisch hinterfragt.
(2) Die Bedeutung der weiblichen Sozialisation für die Unterrepräsentanz der Frauen in Führungspositionen
Schon die geschlechtsspezifische Aufspaltung der 85, 9 % Jugendlichen in der BRD mit einem Ausbildungsvertrag ergibt den lediglichen Anteil von 31, 8 % weiblichen gegenüber 54, l % männlichen Azubi (9).
Der Verzicht auf eine qualifizierte Berufsausbildung bei den Mädchen hat meist nicht einen intellektuellen Hintergrund, sondern ist auf soziale Fesseln in Form von individuellen Vorurteilen oder solchen ihrer unmittelbaren Umgebung zurückzuführen.
Außerdem ist festzustellen, daß Frauen oft weniger gefördert und ausgebildet werden als ihre männlichen Mitstreiter, begründet durch das übliche Klischee, daß sie ja doch in absehbarer Zeit heiraten und aus dem Beschäftigungsverhältnis ausscheiden werden.
In typischen Nicht-Frauen-Berufen sind die weiblichen Aspiranten zusätzlich dadurch gehandicapt, daß von ihnen höhere allgemeinbildende Abschlüsse gefordert werden und sie sich somit gezwungen sehen, auf die "typisch weiblichen" und somit i. d. R. weniger qualifizierten Ausbildungsberufe auszuweichen.
I. Fragestellung und Ansatz der Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt die geringe Repräsentanz von Frauen in gehobenen Berufen und begründet die Relevanz der Untersuchung durch die Analyse aktueller Arbeitsmarktdaten.
II. Vergleich von Anforderungen in Führungspositionen u. Merkmale des weiblichen Sozialisations-Prozesses: Hier wird untersucht, inwiefern traditionelle männliche Führungsanforderungen mit den durch Sozialisation geprägten Verhaltensweisen von Frauen kollidieren.
III. Fallstudie: In diesem Teil werden empirische Daten von fünf Frauen in Führungspositionen erhoben, um die theoretischen Annahmen zur Sozialisation und zum beruflichen Werdegang zu überprüfen.
VI. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, traditionelle Erziehungsmethoden zu modifizieren, um eine Gleichstellung im Berufsleben zu fördern.
Frauen, Führungspositionen, Sozialisation, Berufsausbildung, Arbeitsmarkt, Rollenverständnis, Karriere, Management, Personalführung, Berufsverlauf, Qualifikation, Unterrepräsentanz, Sozialberufe, Geschlechterrollen, Leistungsgesellschaft
Die Arbeit befasst sich mit der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen in der Bundesrepublik Deutschland und den zugrunde liegenden gesellschaftlichen sowie sozialisationsbedingten Ursachen.
Die zentralen Felder sind die geschlechtsspezifische Sozialisation, die Anforderungen an Führungskräfte, das traditionelle Rollenverständnis in der Arbeitswelt sowie der berufliche Werdegang von Frauen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Erwartungen und Erziehungsmethoden die Karrierechancen von Frauen beeinflussen und warum ein Diskrepanz zwischen weiblicher Sozialisation und dem Anforderungsprofil für Führungspositionen besteht.
Neben einer theoretischen Analyse der Sozialisationsbedingungen und Anforderungsprofile wird ein kombiniertes Verfahren aus Beobachtungstechnik und Interviewleitfaden in einer empirischen Fallstudie angewandt.
Der Hauptteil gliedert sich in die deskriptive Analyse der Arbeitsmarktsituation, den theoretischen Vergleich von Führungsanforderungen mit weiblichen Sozialisationsmerkmalen sowie eine detaillierte Fallstudie von fünf Frauen in Führungspositionen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Führungspositionen, weibliche Sozialisation, berufliche Karriere, Rollenverständnis und Qualifikation beschreiben.
Die Fallstudie zeigte, dass die befragten Frauen eine hohe Leistungsbereitschaft und Selbstbewusstsein zeigten, wobei ihre berufliche Entwicklung oft trotz oder entgegen traditioneller Erziehungsmuster verlief, meist begünstigt durch ein unterstützendes Elternhaus.
Der Autor stellt fest, dass der Vater in den untersuchten Fällen häufig als entscheidende Bezugsperson fungierte und das Selbstvertrauen der Tochter in Richtung einer beruflichen Laufbahn förderte.
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