Bachelorarbeit, 2018
31 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einleitung
2. Das Leben des Alexander Schmorells
3. Barbara Schülers Phasenmodell der Rezeption der „Weißen Rose“
4. Diskussion der Hypothesen
4.1 Erste Hypothese
4.2 Zweite Hypothese
5. Fazit
6. Quellen- und Literaturverzeichnis
6.1 Literaturverzeichnis
6.2 Quellenverzeichnis
7. Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeptionsgeschichte von Alexander Schmorell, einem der Mitbegründer der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Ziel ist es, die Gründe für seine langjährige Vernachlässigung in der öffentlichen Wahrnehmung im Vergleich zu den Geschwistern Scholl zu identifizieren und die Faktoren aufzuzeigen, die seine verzögerte Rezeption beeinflusst haben.
4.2 Zweite Hypothese
Diese Hypothese behauptet, ein möglicher Grund für die zeitlich verzögert einsetzende Rezeptionsgeschichte Alexander Schmorells mag die unmittelbar nach der Hinrichtung von Christoph Probst und den Geschwistern Scholl einsetzende Mythisierung der Widerstandsgruppe und die damit einhergehende Zentrierung der Geschwister Scholl sein. Diese mögliche Ursache liegt den ersten beiden Phasen des Rezeptionsmodells von Barbara Schüler zugrunde. Die Mythisierung der Gruppe erfolgte zunächst, weil die Rezeption der „Weißen Rose“, im Gegensatz zu anderen Widerstandsgruppen, auch im Ausland stattfand. Die Alliierten erfuhren so, dass es durchaus ein „anderes“ Deutschland gegeben hatte. Ein Deutschland, welches nicht blind und gehorsam ausschließlich dem nationalistischen Regime gefolgt war.
So pries Thomas Mann in seiner Rundfunkrede vom 27. Juli 1943 die Mitglieder der „Weißen Rose“ quasi als Helden an und betonte, dass sie nicht umsonst gestorben seien. Dies ist nur ein Beispiel, aber hier ist ausdrücklich zu erwähnen, dass die Berichterstattungen über die Aktionen der Widerstandsgruppe mehr als verzerrt waren und diese aus Sicht der Alliierten weitaus heroischer dargestellt wurden, als sie tatsächlich gewesen waren.
Mit der Arbeit von Ricarda Huch hinsichtlich der Rezeption der beiden Mitglieder, Hans und Sophie Scholl, rückten automatisch die beiden in den Vordergrund. Nicht nur allein wegen der Tatsache, dass ihre Flugblattaktion und die anschließende Verhaftung und Ermordung die Menschen mitriss und erschütterte, auch das Engagement einer ihrer Schwestern, Inge Scholl, ließ eine Zentrierung der beiden überhaupt erst zu. Wie bereits oben schon erwähnt, gab es dank Inge Scholl die meisten Quellen, die der Nachkriegswelt das erste Bild über die Münchener Studenten lieferten.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des Widerstands gegen den Nationalsozialismus ein, benennt die „Weiße Rose“ und stellt die Forschungsfrage, warum Alexander Schmorell in der Rezeptionsgeschichte lange im Schatten der Geschwister Scholl stand.
2. Das Leben des Alexander Schmorells: Dieses Kapitel skizziert den Lebensweg Schmorells, seine Herkunft, seine Freundschaft zu Christoph Probst und Hans Scholl sowie seine zentrale Rolle als Mitbegründer und Gestalter der Widerstandsaktionen der „Weißen Rose“.
3. Barbara Schülers Phasenmodell der Rezeption der „Weißen Rose“: Das Kapitel erläutert das fünfphasige Modell von Barbara Schüler, welches die öffentliche Wahrnehmung der „Weißen Rose“ von 1943 bis zum Jahr 2000 darstellt und die Tendenz zur Fokussierung auf die Geschwister Scholl aufzeigt.
4. Diskussion der Hypothesen: Hier werden die beiden aufgestellten Hypothesen diskutiert: das Fehlen einer fundierten Quellengrundlage über Jahrzehnte hinweg sowie die durch Mythisierung bedingte Zentrierung der Geschwister Scholl.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt theoretisch die Hypothesen, betont jedoch die Notwendigkeit weiterer Forschung, um Alexander Schmorells Rolle vollständig aufzuarbeiten.
6. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen zur Untersuchung der Rezeptionsgeschichte.
7. Anhang: Enthält historische Dokumente, darunter Auszüge aus den Flugblättern der „Weißen Rose“.
Alexander Schmorell, Weiße Rose, Rezeptionsgeschichte, Widerstand, Nationalsozialismus, Geschwister Scholl, Mythos, Opfermythos, Gestapo-Akten, Zeitgeschichte, Widerstandsforschung, Erinnerungskultur, Quellenanalyse, Biografisierung, Stilisierung
Die Arbeit analysiert die historische und öffentliche Rezeption von Alexander Schmorell, einem der wichtigsten Mitglieder der studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Rezeptionsgeschichte der „Weißen Rose“, die Mechanismen der Mythenbildung, die Rolle von Angehörigen bei der Erinnerungsarbeit und die Auswirkungen neuer Quellenfunde auf das historische Bild einzelner Widerstandskämpfer.
Das Ziel besteht darin, Gründe dafür zu finden, warum Alexander Schmorell über Jahrzehnte hinweg kaum Beachtung in der Rezeption fand und weiterhin stark im Schatten der Geschwister Scholl steht.
Es handelt sich um eine rezeptionsgeschichtliche Analyse, die das Phasenmodell von Barbara Schüler als theoretisches Fundament nutzt und dieses durch eine kritische Auswertung von Literatur und Quellen ergänzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Skizze Schmorells, eine Darstellung der Phasen der Rezeption der „Weißen Rose“ und eine ausführliche Diskussion von Hypothesen, die die verzögerte Wahrnehmung Schmorells begründen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Rezeptionsgeschichte, Zentrierung der Geschwister Scholl, Mythos, Gestapo-Verhörprotokolle und die Bedeutung der Quellenlage für das Gedenken.
Das Modell dient als strukturgebende Grundlage, um aufzuzeigen, wie sich die Wahrnehmung der Gruppe über fünf Phasen entwickelte und warum dabei die anderen Mitglieder, wie Schmorell, oft an den Rand gedrängt wurden.
Die Veröffentlichung dieser Quellen ab den 2000er Jahren schuf erst die nötige Datengrundlage, um Schmorells tatsächliche Rolle im Widerstand wissenschaftlich fundiert zu belegen und sein Bild in der Geschichte zu korrigieren.
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