Bachelorarbeit, 2018
56 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
1.1 Forschungsstand
1.2 Forschungsfrage
1.3 Vorgehensweise
2. Antisemitismus
2.1 Operationalisierung
2.2 Typologisierung
3. Kontextualisierung: Der deutsche Islam – Muslime in Deutschland
3.1 Soziodemographie
3.2 Organisationsstruktur
3.3 Sozialintegration
3.4 Religiosität von Muslimen in Deutschland
4. Exkurs: Antisemitismus in islamisch geprägten Gesellschaften
5. Phänomen des ‚importierten‘ Antisemitismus
6. Antisemitische Ressentiments unter Muslimen in Deutschland
7. Ursachen und Ursprünge antisemitischer Ressentiments unter Muslimen in Deutschland
7.1 Antisemitische Ressentiments als Folge der Auslegung religiöser Quellen
7.2 Antisemitische Ressentiments als Reaktion auf den Nahostkonflikt
7.3 Antisemitische Ressentiments als Resultat von Diskriminierungs- und Marginalisierungserfahrungen
8. Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht, inwieweit antisemitische Ressentiments unter Muslimen in Deutschland auf die Religionszugehörigkeit zurückzuführen sind und welche anderen Faktoren, wie etwa politische Ereignisse im Nahen Osten oder Diskriminierungserfahrungen, diese Einstellungen beeinflussen könnten.
2.2 Typologisierung
Für die hier darlegte Differenzierung nutze ich die in Europa gegenwärtig wissenschaftspopuläre Unterscheidung nach der Typologie von Samuel Salzborn. Als sozialwissenschaftlicher Antisemitismusforscher unterscheidet Salzborn zwischen fünf Artikulationsformen bzw. Grundphänomenen. Diese Unterscheidung ist in der sozialwissenschaftlichen und historischen Antisemitismusforschung etabliert. Zunächst nennt er den religiös-antijüdischen Antisemitismus (oft religiöser Antijudaismus): Diese Form bildet die lange antijüdische Vorgeschichte des modernen Antisemitismus (die Semantik des modernen Antisemitismus wird im weiteren Verlauf noch expliziert). Bereits im Mittelalter war der religiös-antijüdische Antisemitismus bzw. religiöse Antijudaismus christlich motiviert und gegen das Judentum als Religion gerichtet. Die christliche Abneigung richtete sich besonders gegen das jüdische Selbstverständnis des Auserwähltseins und war durchsetzt von Mythen und Phantasmen einer Weltbeherrschung durch das Judentum. Bereits im Mittelalter existierten somit Vorstellungen der auch noch heute allzu präsenten ‚jüdischen Weltverschwörung‘. Die beschriebenen christlich-religiösen Motive des Antijudaismus transformierten sich in Vorstellungen des modernen Antisemitismus, wie in die des völkisch-rassistischen Antisemitismus.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle öffentliche und mediale Debatte über antisemitische Vorfälle unter Muslimen in Deutschland und führt in die Problematik sowie die Forschungsfragen ein.
2. Antisemitismus: Dieses Kapitel widmet sich der begrifflichen Definition und Operationalisierung von Antisemitismus sowie der Typologisierung verschiedener Erscheinungsformen nach Samuel Salzborn.
3. Kontextualisierung: Der deutsche Islam – Muslime in Deutschland: Es werden soziodemographische Daten, Organisationsstrukturen und der Grad der Integration sowie Religiosität von Muslimen in Deutschland dargestellt.
4. Exkurs: Antisemitismus in islamisch geprägten Gesellschaften: Dieser Abschnitt analysiert die Verbreitung antisemitischer Propaganda und die Rolle von Verschwörungstheorien in mehrheitlich muslimischen Ländern.
5. Phänomen des ‚importierten‘ Antisemitismus: Hier wird die wissenschaftlich kontroverse Debatte über einen durch Migration aus dem Nahen Osten nach Europa „importierten“ Antisemitismus diskutiert.
6. Antisemitische Ressentiments unter Muslimen in Deutschland: Es werden empirische Befunde und Studien vorgestellt, die antisemitische Einstellungen unter Muslimen in Deutschland näher beleuchten.
7. Ursachen und Ursprünge antisemitischer Ressentiments unter Muslimen in Deutschland: In diesem Hauptteil werden die Auslegung religiöser Quellen, der Einfluss des Nahostkonflikts sowie Diskriminierungserfahrungen als Ursachenfaktoren untersucht.
8. Schlussbemerkungen: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, in der die Forschungsfragen unter Berücksichtigung der analysierten Faktoren beantwortet werden.
Antisemitismus, Muslime in Deutschland, Islam, Nahostkonflikt, Antizionismus, religiöser Antijudaismus, Diskriminierung, Marginalisierung, Verschwörungstheorien, Integration, Sozialisation, Identität, Religionswissenschaft.
Die Arbeit untersucht das Phänomen antisemitischer Ressentiments unter Muslimen in Deutschland und analysiert, inwieweit diese religiös bedingt sind oder durch externe Faktoren wie den Nahostkonflikt beeinflusst werden.
Neben der Definition von Antisemitismus stehen die soziale Realität von Muslimen in Deutschland, die Rolle des Korans, die Auswirkungen des Israel-Palästina-Konflikts sowie Diskriminierungserfahrungen im Fokus.
Ziel ist es zu klären, ob antisemitische Einstellungen unter Muslimen auf ihre Religionszugehörigkeit zurückzuführen sind oder ob es sich primär um islamisierte, politische Einstellungen handelt.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Studium bestehender quantitativer und qualitativer Studien sowie der theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur zur Antisemitismusforschung.
Der Hauptteil analysiert die drei zentralen Faktoren: die Auslegung religiöser Quellen, die Reaktion auf politische Ereignisse im Nahen Osten und die Bedeutung von Diskriminierungserfahrungen.
Zentrale Begriffe sind Antisemitismus, Islam, Nahostkonflikt, Integration, Antizionismus und Diskriminierung.
Der Konflikt wird als eines der Hauptreservoirs für antisemitische Äußerungen unter jungen Muslimen identifiziert, wobei der territoriale Konflikt oft in ein globales, ethnisches oder religiöses Feindbild transformiert wird.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass eine solche Klassifizierung nicht zutreffend ist, da sich antisemitische Einstellungen nicht direkt aus dem Glauben speisen, sondern oft politisch oder soziologisch legitimiert werden.
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