Bachelorarbeit, 2017
59 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Die Weimarer Republik
2.1 Die rechtliche Stellung der Frauen und Mädchen in der Weimarer Republik
2.2 Die Frauen- und Mädchenvolksbildung in der Weimarer Republik
2.3 Das Leben von Frauen und Mädchen in der Weimarer Republik
2.4 Erziehung von Mädchen in der Weimarer Republik – die Freizeitgestaltung
2.4.1 Die Jugendbewegung
2.4.2 Die Sozialistische Arbeiterjugend
2.4.3 Sport
3 Die nationalsozialistische Erziehung
3.1 Frauenideologie
3.2 Grundlegende Gedanken zur Mädchenerziehung im Dritten Reich
4 Bund Deutscher Mädel
4.1 Organisation und Aufbau des BDM
4.2 Vorgeschichte und Gründung des BDM bis hin zur Machtübernahme
4.3 Gründe für den Eintritt in den BDM
4.4 Erziehungsansprüche im BDM und das Mädchenbild
4.5 Die faschistische Ordnung des weiblichen Körpers
4.5.1 Die „körperliche Ertüchtigung“
4.5.2 Kleidung und Körperpflege
4.5.3 Sexualität
4.5.4 Die gewünschte Arbeitshaltung der Mädchen
4.5.5 Die Schulungsarbeit
5 Realität der BDM - „Erziehung“
5.1 Begriffsdefinitionen
5.1.1 Erziehung
5.1.2 Sozialisation
5.1.3 Manipulation
5.2 Was war der BDM wirklich?
6 Fazit
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist es, einen fundierten Einblick in die Erziehungsgrundsätze des Bund Deutscher Mädel (BDM) zu geben und zu analysieren, ob die Formung der Mädchen im Nationalsozialismus primär als Erziehung, Sozialisation oder gezielte Manipulation einzustufen ist.
4.5.1 Die „körperliche Ertüchtigung“
Sport war bei den Nationalsozialisten ein zentraler Bestandteil der Erziehungsarbeit. Sie wollten die Jungen und Mädchen über ein sportliches Angebot ansprechen und begeistern, um somit „erzieherischen“ Einfluss nehmen zu können. Es wurde demnach nicht nur bei der Jungenerziehung das Augenmerk auf die körperliche Ausbildung gelegt, sondern auch bei den Mädchen. (vgl. Kock 1994, S. 60)
Hitler macht in „Mein Kampf“ deutlich:
„Und so wie im allgemeinen die Voraussetzung geistiger Leistungsfähigkeit in der rassischen Qualität des gegebenen Menschenmaterials liegt, so muss auch im einzelnen die Erziehung zuallererst die körperliche Gesundheit ins Auge fasse und fördern; denn in der Masse genommen wird sich ein gesunder kraftvoller auch nur in einem gesunden und kraftvollen Körper finden.“ (Hitler 1935, S. 451f.)
Das Ziel war dementsprechend das „heranzüchten“ eines gesunden Körpers. Ein weiterer Ausbildungspunkt ist die Formung der geistigen Fähigkeiten. Die Willens- und Entschlusskraft sollte gefördert werden, verbunden mit einer Erziehung zu Verantwortungsbewusstsein. Diese Grundsätze der nationalsozialistischen Erziehung waren konkludent mit Hitlers Vorstellungen und daher auch im politischen Interesse der Führung. Laut den Nationalsozialisten trug der Sport dieser Charakterformung bei, weshalb Hitler forderte, dass zwei Drittel der Erziehungsarbeit im BDM dem Sport zu widmen sind. (vgl. Kock 1994, S. 66)
1 Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf Hitlers Erziehungsvorstellungen im Nationalsozialismus und führt in die Fragestellung ein, wie die Erziehung im BDM zu bewerten ist.
2 Die Weimarer Republik: Dieses Kapitel arbeitet die rechtliche Stellung und die Bildungsangebote für Frauen in der Weimarer Zeit als Kontrastfolie zum Nationalsozialismus heraus.
3 Die nationalsozialistische Erziehung: Hier wird die nationalsozialistische Frauenideologie, die das Mutterbild in den Vordergrund stellt, und deren Einfluss auf die Mädchenerziehung erläutert.
4 Bund Deutscher Mädel: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Organisation, die Eintrittsgründe sowie die verschiedenen Erziehungsgrundsätze wie Sport, Kleidung und Schulungsarbeit im BDM.
5 Realität der BDM - „Erziehung“: Dieses Kapitel prüft theoretisch, ob die BDM-Arbeit als Erziehung, Sozialisation oder Manipulation zu bezeichnen ist.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass im BDM am ehesten von Manipulation zu sprechen ist.
Bund Deutscher Mädel, BDM, Nationalsozialismus, Mädchenerziehung, Erziehung, Manipulation, Sozialisation, Hitlerjugend, Frauenbild, Mutterideal, Körperertüchtigung, Körperpflege, Volksgemeinschaft, politische Indoktrination, NS-Frauenschaft
Die Arbeit analysiert die Erziehungspraktiken und die Ideologie des Bund Deutscher Mädel (BDM) während der Zeit des Nationalsozialismus.
Die Arbeit behandelt den historischen Kontext der Weimarer Republik, die nationalsozialistische Frauenideologie, den Aufbau des BDM sowie spezifische Erziehungsinhalte wie Sport, Kleidung und politische Schulung.
Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob die Mädchenformung im BDM als pädagogische Erziehung, Sozialisation oder gezielte Manipulation durch das NS-Regime einzustufen ist.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und Gegenüberstellung von Fachliteratur sowie historische Quellen (Reden, Zeitschriftenartikel, Gesetze), um die Konzepte von Erziehung und Manipulation auf den BDM anzuwenden.
Der Hauptteil widmet sich dem detaillierten Aufbau des BDM, den Motiven der Mädchen für den Beitritt und den konkreten Erziehungsansprüchen wie der „körperlichen Ertüchtigung“ und der Vermittlung einer NS-konformen Arbeitshaltung.
Wichtige Begriffe sind Bund Deutscher Mädel, Nationalsozialismus, Manipulation, Erziehung und das nationalsozialistische Mutterideal.
Sie diente nicht nur der Gesundheit, sondern primär als Instrument zur Disziplinierung und zur Formung des Körpers für die Rolle der zukünftigen Mutter, um so „erbgesunde“ Kinder für das Volk zu garantieren.
Während Erziehung auf Mündigkeit und Selbstbestimmung zielt, arbeitet der BDM mit intransparenten Mitteln, die die Mädchen zu einer bestimmten Lebensweise drängen, ohne dass diese ihre eigene Identitätsfindung außerhalb des NS-Systems entfalten können – was die Autorin als Manipulation bewertet.
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