Diplomarbeit, 2015
84 Seiten, Note: 1,7
[A] Eingang
[B] Der Spaziergang
Der geschmückte Gang
Leib und Seele
Tempo, Tempo - hier entlang
Freiheit
Die ewige Abhängigkeit
Zwischen den Wegen gehen
Zeit zum Kennenlernen
Die Spaziergangswissenschaft
Zum Beispiel: Ein Spaziergang zu Glück und Zufriedenheit
Eine kleine Spaziergangstypisierung
Alleingang
Mehrpersonen-Spaziergang
Beobachtungsspaziergang
Demonstration
Tages-/Nachtspaziergang
Saisonaler Spaziergang
Nacktspaziergang
Stadt-/Landspaziergang
Gedanklicher Spaziergang
[C] … als Sportart!
Sport ist, was wir draus machen
Fortbringen
Ganz oben: Leistung
Den Anforderungen gerecht werden
Depression und Burnout
Wenn es nicht mehr geht
Trainer Aristoteles
Kooperation statt Konkurrenz
Übung
Einsatzfelder
Sportunterricht / Schulsport
Gesundheitssport
Betriebssport
Weitere Einsatzfelder
Gehen statt fahren - Gefahren
Sportziergang
[D] Ausgang mit Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Spaziergang aus einer sozialphilosophischen Perspektive und hinterfragt dessen Status als Sportart. Ziel ist es, den Spaziergang als bewusste Form der Bewegung zu etablieren, die dem modernen Leistungsdruck entgegenwirkt und einen Gegenentwurf zur funktionalistischen, auf ständige Optimierung ausgerichteten Gesellschaft bildet.
Der geschmückte Gang
Um der Bedeutung des Wortes näher zu kommen, ist ein gedanklicher Spaziergang in Form einer Zerteilung des Wortes in seine Bruchstücke sinnvoll. Das Wort besteht aus drei Silben: Spa, zier und gang. Die einzelnen Elemente weisen unterschiedlichen Gehalt auf, deren Addition den Gesamtgehalt bestimmt. Ich beginne von hinten, weil der letztgenannte unselbstständige Part die umfassende Begriffseinheit abschließt und somit auch ihren Inhalt: Das Wort Spaziergang beinhaltet die Silbe und das Wort Gang, folglich steht es mit der Tätigkeit des Gehens im Zusammenhang. Gehen ist zweifellos eine Bewegungsform von Mensch und Tier, wobei das Tier nicht spazieren geht. Das Tier kann zwar gehen, aber es kann nicht spazieren gehen. Warum nicht? Ist der Spaziergang uns Menschen eigen – ein Menschengang also? Die aufrechte Position dabei ist Hauptmerkmal der Bewegungsform, wodurch die Hominisation eine entsprechende Rolle spielt, welche Ausdruck für die Evolution unserer Spezies ist. Auf die adaptive Spezialisierung (‚survival of the fittest‘) nach Charles DARWIN (1869/2012) soll hier nicht weiter eingegangen, lediglich herausgestellt werden, dass der Mensch im Laufe seiner Entwicklung erst den aufrechten Gang und später den Spaziergang lernen musste. Der Kopf ist dabei an höchster Stelle und mit den Augen bewahren wir den Überblick (vergleiche HENKE & ROTHE, 2003).
Der Gang ist nicht zwingend eine Form der körperlichen Bewegung, ebenfalls ist die Bedeutung des zeitlichen Gangs ins Auge zu fassen – der Gang der Zeit, also der unaufhörliche Ablauf alles Geschehens. Weiter kann der Gang als Flur verstanden werden oder als Anglizismus (räuberische Bande bedeutend), wobei diese hier außer Acht gelassen und nur angedeutet bleiben, um mögliche Erweiterungen aufzuzeigen. Das Naheliegende soll im Fokus stehen: Der Spaziergang steht demnach im Zusammenhang mit Bewegung (Gang; Gehen), welche eine Orts- beziehungsweise Raumveränderung des Körpers impliziert, und Geschehen (Zeit). Damit wäre die letzte Silbe des Wortes vordergründig untersucht.
[A] Eingang: Das Kapitel führt in die Bedeutung des Spaziergangs ein und erläutert die persönliche Motivation des Autors, der als Sportlehrer die heilende Wirkung des Gehens bei Arbeitslosen entdeckte.
[B] Der Spaziergang: Dieses Kapitel dekonstruiert den Begriff Spaziergang etymologisch und philosophisch, um seine Eignung als Instrument zur Wahrnehmung und Selbstreflexion zu belegen.
[C] … als Sportart!: Hier wird das Spannungsfeld zwischen traditionellem Leistungssport und der entspannten Bewegung beim Spaziergang analysiert und kritisiert, wobei die Gefahr der Überforderung in modernen Sportstrukturen aufgezeigt wird.
[D] Ausgang mit Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und plädiert dafür, den Spaziergang als unprätentiösen "Jedermann-Sport" zu erhalten, der eine bewusste Gegenwelt zur Beschleunigung bietet.
Spaziergang, Sportart, Sozialphilosophie, Leistungssport, Entschleunigung, Bewegung, Wahrnehmung, symbolischer Interaktionismus, Gesundheit, Gesellschaftskritik, Burnout, Selbstreflexion, Freiheit, Alltag, Wohlbefinden.
Die Arbeit analysiert den Spaziergang als tiefgründige, sozialphilosophisch bedeutsame Tätigkeit und beleuchtet dessen Potenzial als bewusste Form des Sports und der Lebensführung.
Die Arbeit verknüpft die Phänomenologie des Gehens mit soziologischen Theorien über Leistung, Arbeit, Gesundheit und das menschliche Bedürfnis nach Entschleunigung.
Das Ziel ist es, den Spaziergang nicht als banale Tätigkeit abzutun, sondern als ein Instrument zur Wiedererlangung von Mündigkeit und Wohlbefinden in einer hypertechnisierten Leistungsgesellschaft zu definieren.
Die Arbeit nutzt einen philosophischen und soziologischen Reflexionsansatz, ergänzt durch eine kritische Auseinandersetzung mit sportwissenschaftlicher Literatur und biographischen Fallbeispielen.
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Spaziergangs, einer Typisierung der verschiedenen Formen und der kritischen Analyse, wie Spaziergänge als Gegenentwurf zur modernen Leistungslogik im Sport dienen können.
Die zentralen Schlagworte sind Spaziergang, Sportart, Leistung, Gesellschaftskritik, Entschleunigung, Individuum, Wahrnehmung und Wohlbefinden.
Robert Enke dient als tragisches Beispiel eines Leistungssportlers, an dessen Schicksal die destruktiven Folgen von Leistungsdruck und der Verlust der Ganzheitlichkeit des Menschen in der modernen Sportwelt verdeutlicht werden.
Der Autor wählt die persönliche Ansprache, um eine unnötige wissenschaftliche Distanz zu vermeiden und den Leser direkt zur Reflexion und zur Teilnahme an der Erfahrung des Spaziergangs einzuladen.
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