Fachbuch, 2019
96 Seiten
1 Einleitung
2 Jungen mit sexuell grenzverletzendem Verhalten – Grundlagen und deren Problematiken
2.1 Begriffsbestimmungen
2.2 Rechtliche Grundlagen
2.3 Statistische Daten
3 Risikofaktoren und Entstehungsbedingungen
3.1 Individuelle Faktoren
3.2 Exkurs: Sexuell auffälliges Verhalten – Ein Risikofaktor für sexuell grenzverletzendes Verhalten?
3.3 Familiäre Faktoren
3.4 Gesellschaftlicher und sozialer Kontext
4 Entstehungsmodelle
4.1 Theorie des sozialen Lernens
4.2 Bindungstheorie
4.3 Vier-Faktoren Modell nach Finkelohr
5 Vom Opfer zum Täter?
6 Exkurs: Geschwisterinzest
7 Täterprofil
7.1 Charakteristika
7.2 Täterstrategien und Tatmuster
8 Fazit
9 Ausblick – Kritische Bewertung der Versorgungspfade und Perspektiven zum Forschungsbedarf
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und Ursachen von sexuell grenzverletzendem Verhalten bei Jungen. Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis für die Entstehung dieser Verhaltensmuster zu entwickeln, ohne dabei das Handeln zu entschuldigen, und kritisch zu beleuchten, welche Faktoren die betroffenen Jungen in ihrer Entwicklung beeinflusst haben.
1 Einleitung
„Was sind das für Jungen? Warum machen die so etwas? Und das schon in dem Alter?“ – All dies sind Fragen, welche mir aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit häufig gestellt werden. Seit ca. zwei Jahren bin ich in einer spezialisierten Wohngruppe für Jungen mit sexuell grenzverletzendem Verhalten tätig. Auch ich habe mich viel mit diesen Fragestellungen beschäftigt und zunehmend gemerkt, dass eine einfache Beantwortung dessen nicht möglich ist.
Die mir bekannten Fälle haben über Jahre hinweg ihre jüngere Schwester bzw. ihren jüngeren Bruder oder andere Familienmitglieder sexuell missbraucht, in Form von analer oder vaginaler Penetration, Mitschüler unter Anwendung von Gewalt und Drohungen auf der Schultoilette zum Oralverkehr gezwungen oder sie waren im Rahmen stationärer Jugendhilfeeinrichtungen gegenüber Mitbewohnern sexuell übergriffig, indem sie die Genitalien des Betroffenen angefasst haben, bis hin zur Ausübung einer Penetration mit dem Penis – um an dieser Stelle nur einige Beispiele zu nennen.
„Wenn unser Altbundeskanzler Schröder vor einigen Jahren bezogen auf Sexualstraftäter das viel zitierte Wort „Einsperren und Schlüssel wegwerfen“ im Wahlkampf zum Besten gab, entspricht dies weit geteilten Ansichten über Sexualstraftäter“ (Günter 2005, S. 62). Meiner Ansicht nach richtet sich der Blick seitens der Gesellschaft auf solche Jungen zu sehr auf die Täterrolle, dass hinter einer sexuellen Grenzverletzung äußerst prägende Opfererfahrungen stehen wird ausgeblendet.
1 Einleitung: Die Autorin führt in die Thematik ein, erläutert die Beweggründe für ihre Arbeit aus beruflicher Praxis und formuliert die Zielsetzung, Erklärungsansätze für Verhaltensmuster bei sexuell grenzverletzenden Jungen zu finden.
2 Jungen mit sexuell grenzverletzendem Verhalten – Grundlagen und deren Problematiken: Dieses Kapitel schafft eine begriffliche Basis, erörtert rechtliche Rahmenbedingungen und analysiert statistische Daten zur Tätergruppe.
3 Risikofaktoren und Entstehungsbedingungen: Hier werden die vielfältigen, multifaktoriellen Einflüsse auf verschiedenen Ebenen – individuell, familiär und gesellschaftlich – detailliert dargestellt.
4 Entstehungsmodelle: Das Kapitel diskutiert theoretische Ansätze zur Entstehung von sexuell grenzverletzendem Verhalten, wobei ein besonderer Fokus auf die Bindungstheorie und das Vier-Faktoren-Modell nach Finkelohr gelegt wird.
5 Vom Opfer zum Täter?: Es wird der Frage nachgegangen, inwiefern eigene Missbrauchserfahrungen und der sogenannte „Kreislauf der Gewalt“ die Entwicklung zum Täter begünstigen oder erklären können.
6 Exkurs: Geschwisterinzest: Ein kurzer inhaltlicher Exkurs in diese spezifische Form der sexuellen Gewalt, die in der Praxis der Autorin eine große Rolle spielt.
7 Täterprofil: In diesem Kapitel werden die Charakteristika junger Täter sowie deren Strategien und Muster bei der Vorbereitung und Ausführung von Grenzverletzungen beschrieben.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Komplexität sowie die Individualität der Ursachen für sexuell grenzverletzendes Verhalten.
9 Ausblick – Kritische Bewertung der Versorgungspfade und Perspektiven zum Forschungsbedarf: Die Autorin bewertet die aktuelle Versorgungssituation kritisch und identifiziert dringenden Forschungsbedarf zur Verbesserung der Hilfeangebote.
Sexuell grenzverletzendes Verhalten, Jungen, Bindungstheorie, Täterstrategien, Risikofaktoren, Geschwisterinzest, Sexualstraftäter, Jugendhilfe, Opferschutz, Gewaltprävention, Tätertherapie, soziale Lern-Theorie, Finkelohr Modell, Borderline-Strukturniveau, Traumatisierung.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung von Ursachen und Hintergründen für sexuell grenzverletzendes Verhalten bei Jungen, um ein tieferes Verständnis für die Entstehungsdynamik solcher Verhaltensweisen zu gewinnen.
Die zentralen Felder umfassen die Definition des Problemverhaltens, die Analyse von Risiko- und Schutzfaktoren (individuell, familiär, gesellschaftlich), theoretische Erklärungsmodelle sowie die kritische Betrachtung der Versorgungspraxis.
Das primäre Ziel ist es, jenseits der bloßen Täterrolle die komplexen, biographisch verwurzelten Verhaltensmuster zu verstehen, die Jungen dazu führen, sexuell grenzverletzend zu agieren.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche und wertet fachwissenschaftliche Erkenntnisse sowie eigene Erfahrungen aus ihrer beruflichen Tätigkeit in einer spezialisierten Wohngruppe aus.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Risikofaktoren, die Vorstellung wichtiger Entstehungsmodelle, eine Untersuchung zum Thema „Vom Opfer zum Täter“ sowie die detaillierte Darstellung von Täterprofilen und spezifischen Strategien.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bindungstheorie, Täterstrategien, Risikofaktoren, Geschwisterinzest, Tätertherapie und die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Strukturen.
Die Bindungstheorie ist für die Autorin von zentraler Bedeutung, da sie davon ausgeht, dass frühe negative Bindungserfahrungen und Störungen in der Eltern-Kind-Interaktion die Grundlage für spätere emotionale und sexuelle Defizite bilden.
Die Autorin hatte ursprünglich geplant, eine quantitative Studie mit diesem Fragebogen in ihrer Einrichtung durchzuführen, musste dieses Vorhaben jedoch aufgrund langwieriger bürokratischer Prozesse und Datenschutzvorgaben verwerfen.
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