Bachelorarbeit, 2015
21 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung: Empirische und theoretische Relevanz
2. Chinas Rohstoffpolitik in Afrika aus der Sicht des Realismus
3. Chinas Engagement in Angola
4. Darstellung des „Angola-Modells“, des reserved-backed-lending
5. Chinas Engagement in der Demokratischen Republik Kongo
6. Kritik am reserved-backed-lending als sino-afrikanisches Geschäftsmodell
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit analysiert die chinesische Rohstoff- und Energiepolitik in Afrika, wobei der Fokus auf dem sogenannten „Angola-Modell“ (reserved-backed-lending) liegt. Ziel ist es, zu untersuchen, warum dieses spezifische Finanzierungsmodell trotz unterschiedlicher politischer und sozioökonomischer Rahmenbedingungen sowohl in Angola als auch in der Demokratischen Republik Kongo Anwendung findet und welche strategischen Interessen Chinas im Rahmen einer realistischen Außenpolitik damit verfolgt werden.
3. Darstellung des „Angola-Modells“, des reserved-backed-lending
Bei dem Angola-Modell handelt es sich um ein vielschichtiges System, an dem mehrere Akteure beteiligt sind. Das Angola-Modell wird durch einen Rahmenvertrag zwischen der Regierung des Ziellandes und dem China’s Ministry of Commerce (MOFCOM) vereinbart.
Im zweiten Schritt formuliert der Finanzminister des Ziellandes einen Kreditantrag an die ExIm Bank. Der Antrag wird dann von der ExIm Bank auf seine Realisierbarkeit, auch Lukrativität genannt, getestet. Besteht der Antrag dieses Prüfverfahren, wird dieser weitergeleitet an das MOFCOM, das eine Genehmigung aussprechen muss. Erfolgt die Zulassung des Projektes, wird der Projektauftrag ausgeschrieben und an ein von der chinesischen Regierung für passend befundenes chinesisches Unternehmen erteilt.
Generelle Politik der ExIm Bank ist es, dass Infrastrukturprojekte in erster Linie von chinesischen Unternehmen übernommen werden sollen. Mindestens die Hälfte aller für das Projekt benötigten Werkstoffe und Technologien sollen von chinesischen Zulieferern stammen. Faktisch wird der Anteil der einheimischen Zulieferer mit 60-80% weit übertroffen. Nach dem Eingang des Bauauftrages kommt es zur Unterzeichnung des Darlehensvertrages zwischen der Regierung des Ziellandes und der ExIm Bank. Im nächsten Schritt erteilt das Zielland die Genehmigung an das ausführende chinesische Bauunternehmen.
Gleichzeitig kommt es zu einem weiteren Vertragsabschluss mit einem chinesischen Unternehmen über die Erlaubnis zur Förderung der Rohstoffe. Die Erlöse des Ressourcenhandel werden dann von dem chinesischen Unternehmen, das die Fördererlaubnis erhalten hat, zur Bedienung des Kredites benutzt. Dies geschieht ohne Beteiligung des Ziellandes. Die Geldzirkulation wird dann komplett, wenn das chinesische Bauunternehmen von der Exim Bank die Zahlungen für das Projekt erhält. Bemerkenswert ist dabei, dass das Geld real nie in den Zielländern ankommt.
1. Einleitung: Empirische und theoretische Relevanz: Einführung in Chinas wachsenden Rohstoffbedarf und die daraus resultierende strategische Ausrichtung auf afrikanische Ressourcen.
2. Chinas Rohstoffpolitik in Afrika aus der Sicht des Realismus: Theoretische Einordnung des chinesischen Handelns mittels realistischer Konzepte wie Machtstreben und nationalen Interessen im internationalen Staatensystem.
3. Chinas Engagement in Angola: Untersuchung der historischen Ausgangslage Angolas nach dem Bürgerkrieg und des Beginns der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit China durch ölbriefte Kredite.
4. Darstellung des „Angola-Modells“, des reserved-backed-lending: Detaillierte Beschreibung des komplexen Finanzierungssystems, bei dem Kredite durch Rohstoffvorkommen abgesichert und primär an chinesische Unternehmen vergeben werden.
5. Chinas Engagement in der Demokratischen Republik Kongo: Analyse des Engagements in einem politisch instabilen Umfeld und der spezifischen Bedingungen des dortigen Kreditvertrags.
6. Kritik am reserved-backed-lending als sino-afrikanisches Geschäftsmodell: Kritische Reflexion der Fairness, der Bonitätsfragen und der Auswirkungen auf die lokale Entwicklung in den Partnerländern.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit des Modells als Werkzeug der chinesischen Außenpolitik und der daraus resultierenden Folgen für die beteiligten Staaten.
China, Afrika, Rohstoffpolitik, Öl, Angola, Demokratische Republik Kongo, reserved-backed-lending, ExIm Bank, Infrastrukturprojekte, Realismus, Außenpolitik, Wirtschaftswachstum, Ressourcen, Kreditvergabe, Entwicklungshilfe.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der chinesischen Rohstoffpolitik in Afrika, insbesondere mit der Strategie der Sicherung von Energieressourcen wie Öl und anderen Rohstoffen durch spezielle Kreditmodelle.
Zentrale Themen sind die chinesische Außenpolitik, die Theorie des Realismus in den internationalen Beziehungen, die Funktionsweise von rohstoffbesicherten Krediten und die wirtschaftliche Entwicklung in Angola und der Demokratischen Republik Kongo.
Ziel ist es zu ergründen, warum das „Angola-Modell“ trotz unterschiedlicher sozioökonomischer Faktoren in verschiedenen afrikanischen Staaten zur Anwendung kommt und wie dies als Instrument chinesischer Machtpolitik einzuordnen ist.
Die Arbeit nutzt die theoretische Perspektive des Realismus nach Hans Morgenthau, um das staatliche Handeln Chinas zu erklären, und führt einen Vergleich zwischen den Fallstudien Angola und der DR Kongo durch.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung und technische Funktionsweise des „Angola-Modells“, betrachtet die politische und historische Situation der beiden Fallbeispiele und übt Kritik an den Kreditvergabepraktiken und deren Auswirkungen.
Zu den prägenden Begriffen gehören „reserved-backed-lending“, „Angola-Modell“, „Rohstoffhunger“, „Realismus“ sowie die geopolitischen Interessen Chinas auf dem afrikanischen Kontinent.
Es ermöglicht China den Zugang zu strategisch wichtigen Rohstoffen in Ländern, die oft Schwierigkeiten beim Zugang zu westlichen Krediten haben, und stärkt gleichzeitig die eigene Industrie durch die Vergabe von Aufträgen an chinesische Bauunternehmen.
Während Angola über große, bekannte Ölvorkommen verfügte, die das Modell absicherten, war die Ausgangslage in der DR Kongo durch Instabilität, fehlende Infrastruktur und eine deutlich geringere Ölförderung wesentlich risikoreicher.
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