Bachelorarbeit, 2005
32 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Genre und die Probleme der Kategoriebildung
3 Filmstereotypen und ihr Nutzen
4 Wettkämpfe und die Gründe ihrer Popularität
4.1 Emotionale Motivationen
4.2 Kognitive Motivationen
4.3 Soziale und Verhaltensmotivationen
5 Stereotypen: Die Charaktere und ihre Funktionen
5.1 Der Protagonist
5.1.1 Frank Dux (BLOODSPORT)
5.1.2 Die Lady (THE QUICK AND THE DEAD)
5.1.3 Peter Colt (WIMBLEDON)
5.1.4 Der Protagonist als Teil des Stereotyps
5.2 Der Antagonist
5.2.1 Chong Li (BLOODSPORT)
5.2.2 John Herod (THE QUICK AND THE DEAD)
5.2.3 Jake Hammond (WIMBLEDON)
5.2.4 Der Antagonist als Teil des Stereotyps
5.3 Die Geliebte
5.3.1 Janice Kent (BLOODSPORT)
5.3.2 Cort (THE QUICK AND THE DEAD)
5.3.3 Lizzie Bradbury (WIMBLEDON)
5.3.4 Die Geliebte als Teil des Stereotyps
5.4 Der Freund
5.4.1 Ray Jackson (BLOODSPORT)
5.4.2 The Kid (THE QUICK AND THE DEAD)
5.4.3 Dieter Prohl (WIMBLEDON)
5.4.4 Der Freund als Teil des Stereotyps
5.5 Das restliche Teilnehmerfeld
5.5.1 BLOODSPORT
5.5.2 THE QUICK AND THE DEAD
5.5.3 WIMBLEDON
5.5.4 Das restliche Teilnehmerfeld als Teil des Stereotyps
6 Stereotypen: Das Turnier und sein Verlauf
6.1 Regeln
6.1.1 BLOODSPORT
6.1.2 THE QUICK AND THE DEAD
6.1.3 WIMBLEDON
6.2 Die Bedeutung des Turniers
6.2.1 BLOODSPORT
6.2.2 THE QUICK AND THE DEAD
6.2.3 WIMBLEDON
6.2.4 Die Bedeutung des Turniers als Teil des Stereotyps
6.3 Die Vorrunden
6.3.1 BLOODSPORT
6.3.2 THE QUICK AND THE DEAD
6.3.3 WIMBLEDON
6.3.4 Die Vorrunden als Teil des Stereotyps
6.4 Das Finale
6.4.1 BLOODSPORT
6.4.2 THE QUICK AND THE DEAD
6.4.3 WIMBLEDON
6.4.4 Das Finale als Teil des Stereotyps
7 Zusammenfassung
Ziel der Arbeit ist es, nachzuweisen, dass Spielfilme mit einer zentralen Wettkampfsituation häufig ähnliche Grundelemente verwenden. Die Organisation dieser Komponenten zu einem Stereotyp „Wettkampfsituation“ soll unabhängig vom jeweiligen Filmgenre aufgezeigt und anhand eines kleinen Korpus analysiert werden.
3 Filmstereotypen und ihr Nutzen
Die Merkmale für Wittgensteins Familienähnlichkeiten wären bei den Genrekategorien die Stereotypen. Bei der Rezeption von Filmen stößt man als Zuschauer sehr häufig auf vertraute Situationen. Der Genrefilm als massenproduzierte Ware hat zur Herausbildung homologer intertextueller Strukturen geführt, zum Auftreten von „typischen Situationen, immer wiederkehrenden emotionalen Momenten, standardisierten Spannungsreizen“ (Schweinitz 1990, S.10). Durch häufige Wiederholung gleicher – oder zumindest sehr ähnlicher – Strukturen in verschiedenen Filmen wurden diese Stereotypen beim Zuschauer im Gedächtnis etabliert, so dass dieser solche Strukturen auch in ihm unbekannten Filmen wieder erkennt und so relativ akkurate Voraussagen über den Fortgang der Handlung machen kann. (vgl. Schweinitz 1990, S.10f)
Dabei sind Stereotypen jedoch nicht statisch. Auch wenn sich bestimmte Strukturen als wirkungsvoll gezeigt haben, werden sie im Zuge ihrer wiederholten Anwendung weiter verbessert oder Veränderungen im Publikumsgeschmack angepasst. (vgl. Schweinitz 1990, S.13)
Dennoch lassen sich einige generelle Aussagen über Stereotypen treffen. So neigen alle Stereotypen zu Einfachheit und Prägnanz. Die Handlungen sind oft anhand der binären Opposition von „gut“ und „böse“ organisiert und die handelnden Figuren weisen nur wenige Merkmale auf, welche jedoch eine eindeutige Zuweisung zu einer der beiden Seiten erlauben. Es wird dichotomisiert (Überbetonung der Andersartigkeit von Verschiedenem) und generalisiert (Überbetonung der Gleichheit von Ähnlichem). Durch diese Eigenschaften des Stereotyps wird der kognitive Aufwand des Zuschauers bei der Rezeption deutlich reduziert. (vgl. Schweinitz 1990, S.13f)
Die erwähnte Dichotomisierung führt zudem zu einer eindeutigen Identifikation des Zuschauers mit einer Seite. Da diese Seite am Ende normalerweise auch triumphiert, erfährt der Zuschauer eine Bestätigung der Werte und Einstellungen, die zu Beginn zu einer Identifikation mit den „guten“ Figuren führten. Um diesen Effekt zu erzielen ist es notwendig, den Zuschauer emotional am Geschehen zu beteiligen. Je größer das emotionale Engagement des Zuschauers mit der Filmhandlung, desto wirkungsvoller erfolgt die Bestätigung vorhandener Werte, was sich wiederum in einem starken Entspannungs- und Befriedigungseffekt niederschlägt. Daher sind Stereotypen immer auf eine starke emotionale Aktivierung des Zuschauers ausgelegt.
1 Einleitung: Einführung in das Phänomen des Wettkampfs und Zielsetzung der Arbeit, das Stereotyp „Wettkampfsituation“ in Spielfilmen zu definieren.
2 Genre und die Probleme der Kategoriebildung: Erörterung der Genretheorie und der Schwierigkeiten bei der Kategorisierung von Filmen anhand von Modellen der Literaturwissenschaft und Wittgenstein.
3 Filmstereotypen und ihr Nutzen: Analyse der Rolle von Stereotypen bei der Filmrezeption, insbesondere im Hinblick auf Komplexitätsreduktion und emotionale Aktivierung des Zuschauers.
4 Wettkämpfe und die Gründe ihrer Popularität: Untersuchung der Motive für die Beliebtheit von realen Sportwettkämpfen und deren Übertragbarkeit auf den Spielfilm.
5 Stereotypen: Die Charaktere und ihre Funktionen: Detaillierte Betrachtung der archetypischen Figurenkonstellationen, die in wettkampfbasierten Spielfilmen regelmäßig auftreten.
6 Stereotypen: Das Turnier und sein Verlauf: Analyse der strukturellen Phasen eines Turniers, von den Regeln über die Vorrunden bis hin zum Finale, in den untersuchten Filmen.
7 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Identifizierung und Beschreibung der Komponenten des Filmstereotyps „Wettkampfsituation“.
Wettkampfsituation, Filmstereotypen, Genretheorie, Sportfilm, Narratologie, Dichotomisierung, Charakterkonstellation, Filmanalyse, Kumite, Schießwettkampf, Wimbledon, Publikumsrezeption, emotionale Aktivierung, K.O.-System, filmische Narration.
Die Arbeit untersucht, wie in Spielfilmen, die eine Wettkampfsituation zum Thema haben, narrative Stereotypen verwendet werden, um eine Struktur aufzubauen, die unabhängig vom jeweiligen Genre funktioniert.
Die zentralen Themen sind die Filmgenretheorie, die Bedeutung von Stereotypen bei der Rezeption sowie eine detaillierte strukturelle Analyse von Charakteren und Turnierverläufen in Filmen.
Das Ziel ist der Nachweis, dass diese Filme auf ähnliche Grundelemente zurückgreifen, und die Beschreibung dieser Organisation zu einem Stereotyp „Wettkampfsituation“.
Die Arbeit nutzt einen methodischen Ansatz, der auf der Genretheorie und der Analyse von filmischen Stereotypen basiert, kombiniert mit einer vergleichenden Untersuchung eines ausgewählten Korpus von drei Spielfilmen.
Der Hauptteil analysiert die Konstellation der Charaktere (Protagonist, Antagonist, Freund, Geliebte) und den Turnierverlauf (Regeln, Vorrunden, Finale) in drei konkreten Filmen.
Wettkampfsituation, Filmstereotypen, Genretheorie, Narratologie, Dichotomisierung sowie die Analyse der Turnierstruktur in den gewählten Filmbeispielen.
Während BLOODSPORT und THE QUICK AND THE DEAD eigene, teils tödliche Turnierregeln etablieren, orientiert sich WIMBLEDON an realen Tennisregeln; dennoch folgen alle dem gleichen narrativen K.O.-System.
Das Finale ist als Höhepunkt auf maximale emotionale Aktivierung ausgelegt, bei der der Sieg des Protagonisten gegen einen unsympathischen Antagonisten die Werte des Publikums durch Fairness und Spektakel bestätigt.
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