Bachelorarbeit, 2015
78 Seiten, Note: 1,0
1 Determinationsforschung in der Kommunikationswissenschaft
2 Determinieren Public Relations die massenmediale Berichterstattung?
2.1 Die Determinationshypothese von Barbara Baerns (1985)
2.1.1 Wissenschaftliches Erkenntnisinteresse
2.1.2 Theoretische Fundierung der Determinationshypothese
2.1.3 Untersuchungsdesign
2.1.4 Forschungsergebnisse
2.2 Berufsethische, systemtheoretische, gesellschaftliche und politische Konsequenzen einer potentiellen PR-Determiniertheit des Journalismus
2.2.1 Partielle Lähmung journalistischer Normen: Objektivität, Unabhängigkeit und Ausgewogenheit der Berichterstattung
2.2.2 Kein Autonomieverlust des publizistischen Systems
2.2.3 Gefährdung des Meinungsbildungsprozesses der Rezipienten
2.2.4 Demokratietheoretische Bedeutsamkeit von Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus
2.3 Wissenschaftliche Rezensionen
2.4 Empirischen Gültigkeit der Determinationshypothese
2.4.1 Absicherungen der Determinationshypothese
2.4.2 Widerlegungen der Determinationshypothese
2.4.3 Zwischenfazit: Beschränkte Generalisierungsfähigkeit und methodische Problemstellungen
2.5 Alternative Ansätze zum Verhältnis zwischen Journalismus und Public Relations
2.5.1 Die Organisationssoziologische Perspektive von Theis (1992)
2.5.2 Das Intereffikationsmodell von Bentele, Liebert und Seeling (1997)
3 Fazit: Keine Determination des Journalismus durch die Öffentlichkeitsarbeit
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist es, die Determinationshypothese von Barbara Baerns kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob Public Relations die massenmediale Berichterstattung tatsächlich steuern oder ob das Verhältnis zwischen Journalismus und PR komplexer zu bewerten ist. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit Public Relations die massenmediale Berichterstattung determinieren und ob die These einer Steuerung durch PR vor dem Hintergrund theoretischer und empirischer Forschungsergebnisse verifiziert oder falsifiziert werden kann.
2.1 Die Determinationshypothese von Barbara Baerns (1985)
Die DH leitet sich aus der Studie „Öffentlichkeitsarbeit oder Journalismus? Zum Einfluß im Mediensystem“ der Kommunikationswissenschaftlerin Barbara Baerns aus dem Jahr 1985 ab. Die Termini Determininationsthese, Determinierungshypothese und Determinierungsthese sind in der Wissenschaft ebenso geläufig, obwohl Baerns keinen der Begriffe selbst in ihrer Publikation verwendet.
In der wissenschaftlichen Fachliteratur existieren gegensätzliche Ansichten zum Inhalt der DH. Zwei Positionen können dabei identifiziert werden. Raupp bezeichnet beispielsweise die theoretische Grundlage der Studie als DH: „Öffentlichkeitsarbeit hat erfolgreich Einfluss geübt, wenn das Ergebnis der Medienberichterstattung ohne diese Einflussnahmen anders ausgesehen hätte. (…) Journalismus hat erfolgreich Einfluss geübt, wenn das Ergebnis ohne dieses anders ausgefallen wäre. Unter der Voraussetzung, andere Faktoren existieren nicht, wäre schließlich eine gegenseitige Abhängigkeit zu konstatieren: je mehr Einfluss Öffentlichkeitsarbeit ausübt, umso weniger Einfluss kommt Journalismus zu und umgekehrt“.
Dieser Definition steht die Auffassung gegenüber, die beispielsweise Altmeppen, Röttger und Bentele vertreten. Für sie besteht die DH in dem Fazit der Studie, nämlich dass „Öffentlichkeitsarbeit Themen und Timing der Medienberichterstattung unter Kontrolle [hat]“. Diese Arbeit schließt sich dem zweiten Verständnis der DH an, da es in der wissenschaftliche Literatur überwiegt.
1 Determinationsforschung in der Kommunikationswissenschaft: Einführung in die Problematik des PR-Einflusses auf den Journalismus und Vorstellung des Forschungsziels dieser Arbeit.
2 Determinieren Public Relations die massenmediale Berichterstattung?: Detaillierte Analyse der theoretischen Grundlagen der Determinationshypothese, ihrer Konsequenzen sowie eine umfassende Diskussion empirischer Nachfolgestudien und alternativer Modelle.
3 Fazit: Keine Determination des Journalismus durch die Öffentlichkeitsarbeit: Synthese der Ergebnisse, die zu dem Schluss kommt, dass eine generelle Determination des Journalismus durch PR empirisch nicht haltbar ist.
Determinationshypothese, Journalismus, Public Relations, Medienberichterstattung, Intereffikationsmodell, Nachrichtenproduktion, Gatekeeper-Forschung, Medienethik, Kommunikationswissenschaft, PR-Einfluss, Informationsquellen, Medienautonomie, Nachrichtenfaktoren, mediale Steuerung, Demokratie.
Die Arbeit untersucht das wissenschaftliche Verhältnis zwischen Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit (PR) im deutschsprachigen Raum, basierend auf der einflussreichen Determinationshypothese von Barbara Baerns.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Determinationsforschung, ethische und systemtheoretische Auswirkungen von PR im Journalismus, sowie die Diskussion und Widerlegung der These einer PR-gesteuerten Medienberichterstattung.
Das Ziel ist es, die These einer möglichen Determination des Journalismus durch die PR auf Grundlage intensiver theoretischer und empirischer Auseinandersetzung zu verifizieren oder zu falsifizieren.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer systematischen Aufarbeitung vorhandener empirischer Studien (Input-Output-Analysen, Inhaltsanalysen) zum Forschungsfeld.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Determinationshypothese, die Analyse potenzieller Folgen für den Journalismus, die Rezeption durch die Fachwelt sowie einen chronologischen Vergleich empirischer Nachfolgestudien.
Die zentralen Schlagworte sind Determinationshypothese, Journalismus, PR, Intereffikationsmodell, Medienberichterstattung und Nachrichtenfaktoren.
Die 1985 veröffentlichte Arbeit löste ein "wissenschaftliches Erdbeben" aus und etablierte die PR-Determinationsforschung, auch wenn ihre Thesen in späteren Jahren in der Fachwelt weitgehend als zu undifferenziert abgelehnt wurden.
Während die Determinationshypothese ein einseitiges Machtgefälle annimmt, modelliert das Intereffikationsmodell das Verhältnis als wechselseitige Abhängigkeit und Ermöglichungsbeziehung, was der heutigen komplexen Realität näherkommt.
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