Bachelorarbeit, 2012
71 Seiten, Note: 1,7
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Ziel und Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen und Definition / Abgrenzung Neuromarketing
2.1. Anatomische Grundlagen
2.1.1. Die zwei Systeme des Gehirns
2.1.1.1. Das explizite System
2.1.1.2. Das implizite System
2.1.1.3. Funktionsweise der Kommunikation
2.2. Grenzen der klassischen Marketingforschung
3. Messmethoden
3.1. Ältere Messmethoden
3.2. Moderne Messmethoden
3.2.1. EEG (Elektroenzephalogramm)
3.2.2. fMRT (funktionelle Magnetresonanztomographie)
3.3. Moderne Messmethoden
4. Anwendungsmöglichkeiten und praktische Beispiele
4.1. Die vier verschiedenen Code-Arten
4.1.1. Sprachliche Codes
4.1.2. Episodische Codes
4.1.3. Symbolische Codes
4.1.4. Sensorische Codes
4.2. Limbic®: Emotions- und Gefühlssysteme
4.2.1. Limbic® Maps
4.2.2. Limbic® Types
4.3. Nivea Creme
4.4. Impact:navigator®: Neuro-Grundlagenforschung
5. Derzeitige Grenzen und Kritik am Neuromarketing
6. Schlussbetrachtung und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz von neurowissenschaftlichen Erkenntnissen im Marketing, insbesondere die Verwendung spezifischer Codes in der Produktsprache, um Konsumenten zielgerichtet und unterbewusst anzusprechen. Ziel ist es, das Verständnis für die unbewussten Kaufentscheidungsprozesse zu schärfen und die Möglichkeiten sowie Grenzen einer solchen emotionalen Markenführung kritisch zu beleuchten.
2.1. Anatomische Grundlagen
Untersuchungen in den 1990er Jahren ergaben, dass das Großhirn Sitz des Verstandes und der Vernunft ist, das limbische System das Emotionszentrum und das Stammhirn die Instinkte steuert. Die Annahmen beruhten darauf, dass die Bereiche weitgehend unterschiedliche Gebiete steuern und demnach auch unabhängig voneinander arbeiten. Das Großhirn wurde als Schaltzentrale angesehen, in dem ein Großteil der Entscheidungen rational getroffen werden kann. Emotionen und Instinkte störten demnach das rationale Denken.
In den neuesten neurologischen Untersuchungen stellte sich heraus, dass bis zu 80% der Entscheidungen implizit, also unbewusst, getroffen werden. Antonio Damasio und Joseph LeDoux führten Untersuchungen durch, welche die bisherige Dreiteilung durch das Großhirn, das limbische System und das Stammhirn nicht aufrechterhalten kann. Die Emotionsverarbeitung erfolgt nicht ausschließlich im limbischen System sondern auch im Großhirn. Das limbische System ist das emotionale Rechenzentrum. Bei einer Analyse von hirnverletzten Menschen stellte Damasio fest, dass ohne Emotionen keine Entscheidungsprozesse stattfanden. Personen mit emotionalen Störungen konnten bspw. bei Kartenspielen mit Gewinn und Verlustwahrscheinlichkeiten keine richtigen Entscheidungen treffen.
Ein wichtiger Baustein des Gehirns sind die Nervenzellen, auch Neuronen genannt, welche für die Aufnahme, Weiterleitung und Verarbeitung von Informationen zuständig sind. Die Gesamtzahl der Neuronen im Körper des Menschen wird auf mehrere Milliarden geschätzt. Dreiviertel aller Neuronen befinden sich in der Großhirnrinde und im Neokortex. Eine Nervenzelle kann durchschnittlich mit 15.000 anderen Nervenzellen in Kontakt treten, in Extremsituation sogar mit 60.000. Für das weitere Verständnis werden die Grundzüge und die wichtigsten anatomischen Grundlagen beschrieben. Das Gehirn teilt sich in drei deutlich voneinander unterschiedliche Bereiche: den Hirnstamm, das Vorderhirn und das Kleinhirn.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Neuromarketings ein und erläutert die Problematik der Reizüberflutung sowie die Notwendigkeit, das Unterbewusstsein der Konsumenten gezielter anzusprechen.
2. Theoretische Grundlagen und Definition / Abgrenzung Neuromarketing: Das Kapitel vermittelt anatomische Fakten über das Gehirn, unterscheidet zwischen explizitem und implizitem System und hinterfragt klassische Marketingmodelle.
3. Messmethoden: Hier werden traditionelle Verfahren wie Eye-Tracking der modernen Neurowissenschaft gegenübergestellt und deren Möglichkeiten sowie Limitationen (EEG, fMRT) analysiert.
4. Anwendungsmöglichkeiten und praktische Beispiele: Dieses Kapitel zeigt konkret auf, wie vier Code-Arten und das Limbic®-Modell genutzt werden können, um Markenbotschaften effektiv an die unterbewussten Bedürfnisse der Zielgruppen anzupassen.
5. Derzeitige Grenzen und Kritik am Neuromarketing: Eine Auseinandersetzung mit ethischen Bedenken, Manipulationsvorwürfen und der Kritik an einer zu simplen oder irreführenden Anwendung neurowissenschaftlicher Methoden im Marketing.
6. Schlussbetrachtung und Fazit: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont, dass Neuromarketing Ansätze für die Kommunikation liefert, jedoch kein Werkzeug für eine absolute Manipulation darstellt.
Neuromarketing, Neuroökonomie, Autopilot, Limbic®-Modell, Kaufentscheidung, Markenführung, Code-Arten, Implizite Wahrnehmung, Emotionen, Gehirnaktivität, Messmethoden, Werbewirkung, Konsumentenverhalten, Storytelling, Zielgruppenbestimmung.
Die Arbeit behandelt die Integration neurowissenschaftlicher Erkenntnisse in das moderne Marketing, um Konsumenten durch den gezielten Einsatz von Codes in der Produktsprache effektiver zu erreichen.
Die zentralen Themen sind die neuroanatomische Funktionsweise des Gehirns, die Funktionsweise des unterbewussten "Autopiloten", die Methoden zur Messung neuronaler Prozesse und die ethischen Auswirkungen dieser Praxis.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Marken durch den Einsatz von spezifischen Codes und Emotionen eine tiefere, unbewusste Wirkung bei Konsumenten erzielen und den Markenwert nachhaltig steigern können.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse neuroökonomischer Theorien, die Auswertung von Fallbeispielen zur Werbewirkung sowie die Analyse bildgebender Messverfahren wie EEG und fMRT.
Der Hauptteil erläutert die Anatomie des Gehirns, vergleicht Messmethoden, detailliert die vier Arten von Codes (sprachlich, episodisch, symbolisch, sensorisch) und das Limbic®-Modell von Häusel.
Kernbegriffe sind Neuromarketing, implizite Wahrnehmung, Limbic®-Modell, Markenpositionierung und Konsumentenverhalten.
Das Limbic®-Modell ordnet Motive und Zielgruppen bestimmten Emotionssystemen (Balance, Dominanz, Stimulanz) zu, um Markenbotschaften präziser auf die unbewussten Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe zuzuschneiden.
Die Kritik bezieht sich auf die Gefahr, dass Kunden unter dem Deckmantel der Personalisierung manipuliert werden könnten, um ihnen gezielt elitäre oder unpassende Finanzprodukte zu verkaufen.
Die Autorin verdeutlicht, dass das menschliche Gehirn zu individuell ist, als dass es einen universellen "Kaufknopf" gäbe; vielmehr liefern neurowissenschaftliche Methoden lediglich wertvolle Ansätze für die Markenführung.
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