Examensarbeit, 1998
77 Seiten, Note: 1,0
1 Vorbemerkungen
2 Zur Datenlage (Mögliche Schwierigkeiten eines Vergleichs)
3 Was sind Dienstleistungen?
4 Die deutsche und die amerikanische Arbeitsmarktverfassung im Vergleich
4.1 Gesamtwirtschaftliche Lage
4.2 Arbeitsmarktperformance
4.2.1 Gegenüberstellung der Strukturen der Arbeitslosigkeit
4.2.2 Ursachen
4.2.2.1 Wirtschaftspolitische Ebene
4.2.2.2 Arbeitsmarktpolitische Ebene
4.2.2.2.1 Arbeitsmarktflexibilität
4.2.2.2.2 Lohnniveau
4.2.2.2.3 Produktivität
4.2.2.2.4 Das System der Beschäftigungsförderung
4.2.2.2.5 Mentalität
4.2.2.2.6 Steuerpolitik
4.2.2.2.7 Arbeitsvolumen und Arbeitszeit
4.2.3 Die Qualität der neu geschaffenen Arbeitsplätze
4.3 Zusammenfassende Bewertung
5 Die Bedeutung der Dienstleistungsarbeit
5.1 Theorien zur Dienstleistungsgesellschaft
5.1.1 Jean Fourastié - Die große Hoffnung des 20. Jahrhunderts
5.1.2 Daniel Bell - Ein Spiel zwischen Personen
5.1.3 Jonathan Gershuny - Die Selbstbedienungsgesellschaft
5.1.4 William J. Baumol - Die Kostenkrankheit von Dienstleistungen
5.2 Die Dienstleistungsarbeit in der Statistik
5.3 Besteht in Deutschland eine Dienstleistungslücke?
5.3.1 Darstellung der wissenschaftlichen Diskussion zu dieser Thematik
5.3.2 Zusammenfassende Bewertung
5.4 Quellen von Dienstleistungen - Zukünftige Entwicklungschancen
6 Die Arbeitsmarktsituation im europäischen Vergleich (Großbritannien, Niederlande, Schweden)
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit analysiert vergleichend die Arbeitsmarktsituation in Deutschland und den USA unter besonderer Berücksichtigung des Dienstleistungssektors. Ziel ist es, die Ursachen für die unterschiedliche Beschäftigungsperformance zu ergründen und zu prüfen, ob das US-amerikanische Modell als Lösungsansatz für die deutsche Arbeitsmarktpolitik dienen kann.
Die Qualität der neu geschaffenen Arbeitsplätze
Die Beurteilung erfolgt also unter den Gesichtspunkten Arbeitssicherheit, Qualifikation, Lohnniveau, soziale Absicherung, Möglichkeit zur beruflichen und persönlichen Entfaltung sowie der Frage, ob man von Idealarbeitsverhältnissen zu sprechen kann. Nun zu dem Aspekt Arbeitsplatzsicherheit: auf S. 20 wurde bereits festgestellt, daß die hohe Arbeitsmarktflexibilität der USA darauf beruht, daß es kaum bestandsschützende gesetzliche Regelungen für die dortigen Arbeitsverhältnisse gibt. Es ist also davon auszugehen, daß auch auf die neuen Arbeitsplätze das „employment-at-will-Prinzip“ angewendet wird. Auch in Bezug auf sozialen Absicherung sind Vorsorgeleistungen des Arbeitgebers nicht obligatorisch, sondern beruhen auf Freiwilligkeit. Eine Kranken- oder Rentenversicherung ist in den USA nicht automatisch mit einem Arbeitsverhältnis verknüpft (in Deutschland im Bereich der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse übrigens ebenso nicht).
Weiterhin dürfte die hohe Flexibilität des amerikanischen Arbeitsmarktes zu Lasten der Weiterbildungsangebote der Arbeitgeber gehen, da diese oftmals ein baldiges Ausscheiden des Arbeitnehmers befürchten müssen. Wir sehen also, daß ein Teil der Kriterien für das Normalarbeitsverhältnis auf die amerikanischen Beschäftigungsverhältnisse von vornherein nicht zutrifft, so daß auch die neuen Arbeitsplätze in dieser Hinsicht mit Qualitätsmängeln behaftet sein werden. Nun zu einem Vergleich, der auf die Höhe der Arbeitsvergütung, der geforderten Qualifikation und der Arbeitszeit abstellt. Hier wird häufig die These geäußert, daß qualitativ hochwertige Vollzeitarbeitsplätze in der Industrie durch schlechtbezahlte, niedrigqualifizierte Teilzeitarbeitsplätze im Dienstleistungsbereich ersetzt wurden („bad-job-these“). Ein Tertiarisierungsprozeß stattgefunden hat, ist evident. Zwischen 1980 und 1995 gingen im industriellen Sektor 1,4 Mio. Arbeitsplätze verloren, während im privaten Dienstleistungssektor 24,6 Mio. Arbeitsplätze geschaffen wurden. Aber ist dieser Strukturwandel tatsächlich mit Einbußen hinsichtlich der Arbeitsplatzqualität verbunden?
1 Vorbemerkungen: Einführung in die aktuelle Arbeitsmarktproblematik in Deutschland und die Relevanz des US-amerikanischen Beschäftigungsmodells als Vergleichsgrundlage.
2 Zur Datenlage (Mögliche Schwierigkeiten eines Vergleichs): Diskussion der methodischen Herausforderungen und statistischen Diskrepanzen bei der Erfassung von Arbeitslosigkeit und Dienstleistungstätigkeiten zwischen beiden Ländern.
3 Was sind Dienstleistungen?: Definition und theoretische Abgrenzung der Dienstleistungsarbeit anhand soziologischer und ökonomischer Kriterien.
4 Die deutsche und die amerikanische Arbeitsmarktverfassung im Vergleich: Detaillierte Gegenüberstellung der gesamtwirtschaftlichen Situation und der Faktoren, die zur divergenten Arbeitsmarktperformance führen.
5 Die Bedeutung der Dienstleistungsarbeit: Theoretische fundierte Untersuchung des Strukturwandels und der sektoralen Entwicklung sowie kritische Prüfung der Hypothese einer deutschen Dienstleistungslücke.
6 Die Arbeitsmarktsituation im europäischen Vergleich (Großbritannien, Niederlande, Schweden): Analyse weiterer internationaler Modelle zur Bewältigung struktureller Arbeitsmarktprobleme und deren Übertragbarkeit.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion möglicher politischer Lösungsansätze unter Abwägung sozialer und ökonomischer Zielsetzungen.
Arbeitsmarktpolitik, Dienstleistungssektor, Beschäftigungswunder, Arbeitsmarktflexibilität, Tertiarisierung, Normalarbeitsverhältnis, Lohnniveau, Arbeitslosigkeit, Produktivität, USA, Deutschland, Strukturwandel, Reallohn, Sozialstaat, Beschäftigungsförderung.
Die Arbeit untersucht vergleichend die Arbeitsmarktpolitik und die Beschäftigungsdynamik in den USA und Deutschland, insbesondere im Hinblick auf den tertiären Sektor.
Die Themen umfassen Arbeitsmarktflexibilität, Lohnstrukturen, Produktivitätsentwicklung, die Rolle von Gewerkschaften sowie staatliche Beschäftigungsförderungsprogramme.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das US-amerikanische Beschäftigungsmodell als Vorbild dienen kann und welche Ansätze für eine deutsche Reformpolitik daraus abgeleitet werden können.
Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die auf einschlägigen statistischen Daten und ökonomischen Theorien zur Dienstleistungsgesellschaft basiert.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zum Sektorwandel die Unterschiede in Arbeitsmarktflexibilität, Steuerpolitik, Produktivität und Lohnniveau zwischen den USA und Deutschland detailliert analysiert.
Die wichtigsten Schlagworte sind Dienstleistungssektor, Arbeitsmarktflexibilität, Tertiarisierung, Produktivität, Arbeitslosigkeit und Beschäftigungsförderung.
Die Arbeit stellt dar, dass trotz teils statistisch belegter Unterschiede keine allgemeine „Dienstleistungslücke“ im Sinne einer reinen Nachfrageschwäche attestiert werden kann, da auch strukturelle und kulturelle Faktoren (wie Haushaltsführung und Sozialstaat) eine wesentliche Rolle spielen.
Diese Länder dienen als europäische Vergleichsbeispiele, um alternative Ansätze zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit – etwa durch Arbeitszeitverkürzung oder massive staatliche Interventionen – zu illustrieren.
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